Mazedonien

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel behandelt den heutigen Staat Mazedonien. Für die historische Region siehe: Makedonien, zur griechische Provinz siehe: Makedonien (griechische Provinz)
125px|Flagge Mazedoniens 110px|Wappen Mazedoniens
(Details) (Details)
Amtssprachen Mazedonisch, teilweise auch Albanisch
Hauptstadt Skopje
Staatsform Republik
Präsident Branko Crvenkovski
Ministerpräsident Vlado Buckovski
Fläche 25.333 km²
Einwohnerzahl 2.063.122 Einwohner
Bevölkerungsdichte 81 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit 8. September 1991
Währung Mazedonischer Denar
Zeitzone UTC+1
Nationalhymne Denes Nad Makedonija
Kfz-Kennzeichen MK
Internet-TLD .mk
Vorwahl +389
Lage Mazedoniens in Europa
Karte von Mazedonien

Der Staat Mazedonien (erlaubt ist auch die etymologisch korrektere Schreibung Makedonien) hat derzeit zwei offizielle Namen. Die amtliche Selbstbezeichnung ist Republik Mazedonien (Republika Makedonija, Република Македонија ), von der UNO ist der Staat völkerrechtlich provisorisch unter der Bezeichnung Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (engl.: Former Yugoslav Republic of Macedonia) anerkannt.

Der Staat Mazedonien entspricht etwa der nordwestlichen Hälfte der historischen Region Makedonien. Mazedonien liegt im Zentrum der Balkan-Halbinsel und war die südlichste Teilrepublik des früheren Jugoslawien und rief erst etwas später als Kroatien und Slowenien seine Unabhängigkeit aus. Es grenzt an Serbien (incl. Kosovo), Bulgarien, Griechenland und Albanien.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Mazedonien ist ein ausgesprochenes Gebirgsland mit mehreren Dutzend Zweitausender, darunter einigen Gipfeln von 2.700 bis 2.800 m.ü.Adria. Der höchste Berg ist der Golem Korab. Im Nordwesten liegt das Gebirge Šar Planina. Der Fluss Vardar entspringt im westlichen Hochgebirge nahe der Grenze zu Albanien bzw. dem Kosovo und durchfließt das gesamte Land in Richtung Südosten. Er bildet die Hauptorientierungsachse des Landes und hat vier größere Nebenflüsse. Im Südwesten an der Grenze zu Albanien hat Mazedonien je etwa zur Hälfte Anteil am Ohridsee und am Prespasee. Diese Seen (Höhe 700 bzw. 900 m.ü.Adria) sind etwa 400 km² groß und sind durch Tektonik in einer geologischen Schwächezone der Erdkruste entstanden. Der Prespasee ist sehr tief und reich an Fossilien; beide Seen und der Nationalpark ringsum zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe (siehe 3.Link).

Das Klima ist im Gebirge des Landesinneren relativ rau. Generell liegt es im Übergang zwischen dem mediterranen und dem kontinentalen Klima.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Mazedoniens

Bevölkerung

Nach der Volkszählung von 2002 setzt sich die Bevölkerung nach Nationalitäten wie folgt zusammen:

Während die Volkszählung einen albanischen Bevölkerungsanteil von ca. 25% ergab, wird dieser von Vertretern der Albaner jedoch mit ca. 33% angegeben.

Größte Städte

Die größten Städte Mazedoniens sind nach der Volkszählung von 2004 (Einwohnerzahlen bezogen jeweils auf das Gebiet der gesamten Gemeinde):

  1. Skopje 467.257
  2. Kumanovo 103.205
  3. Bitola 86.408
  4. Prilep 73.351
  5. Tetovo 70.841
  6. Veles 57.602
  7. Ohrid 56.520
  8. Gostivar 49.545
  9. Štip 49.371
  10. Strumica 48.065

Siehe auch: Liste der Städte in Mazedonien

Politik

Innenpolitisch kocht immer wieder die Auseinandersetzung zwischen dem Mehrheitsvolk der slawischen Mazedonier und der großen Minderheit der Albaner hoch.

Außenpolitisch ist die Lage von dem Umstand geprägt, dass sämtliche Nachbarn Misstrauen gegen den mazedonischen Staat hegen: Albanien wegen der albanischen Minderheit, Griechenland wegen des Namensstreites, Bulgarien, weil es die Mazedonier nicht als eigenständiges Volk, sondern eigentlich zu den Bulgaren gehörig ansieht, und Serbien, weil sich Mazedonien von Jugoslawien abgespalten hat und auf Seiten der NATO im Kosovo-Konflikt stand. Wegen dieser Umstände ist die mazedonische Politik vor allem auf Beschwichtigung ausgelegt. Neben einer Heranführung des Landes an einen Beitritt zur EU hat das Land wichtige Beziehungen zu den USA hergestellt. So ist die EJR Mazedonien mit einem kleinen Truppenkontingent am Irak-Krieg beteiligt. Dafür wurde das Land kurz nach den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen im November 2004 mit einer offiziellen Anerkennung unter dem Namen Republik Mazedonien durch die USA als erstem Land belohnt. Dies führte noch im gleichen Moment zu einer Eklat in Griechenland und einer Zitierung des US-Botschafters in Athen ins griechische Außenministerium. Die EU hat Griechenland allerdings zugesichert, dem US-amerikanischen Beispiel nicht zu folgen. Im Oktober 2004 haben Griechenland und die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien beschlossen, die Verhandlungen über den Namen des Landes zu intensivieren,gemäß Abkommen Greece-FYROM (Artikel 5.1). Die Außenministerin Mitreva schlägt die ungewöhnliche Lösung einer Doppelbenennung vor.

Wie am 9. April 2005 der deutschen Presse zu entnehmen war, schlägt die UNO als Verfassungsname des Staates den Namen "Republika Makedonija-Skopje" vor. Dieser soll nicht übersetzbar sein und die bisherige Bezeichnung Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien als offiziellen UNO-Namen ablösen. Das griechische Außenministerium reagierte positiv auf den Vorschlag. Ein Vorschlag der Europäischen Grünen und Liberalen Fraktion die Republik unter dem Namen Mazedonien anzuerkennen, wurde am 14. April 2005 mit 398 zu 139 Stimmen (bei 26 Enthaltungen) im Europäischen Parlament abgelehnt.

Wirtschaft

Mazedonien war bereits in der SFR Jugoslawien eine der wirtschaftlich rückständigsten Gebiete mit einer nur gering entwickelten Industrie und kaum Rohstoffvorkommen. Im Jahr 2000 wurden immer noch 9,7% des BIP in der Landwirtschaft erwirtschaftet und 31,6% in der Industrie. Die Arbeitslosenquote verharrte mit 32,3% auf weiterhin besorgniserregendem Niveau.

Durch die Schwierigkeiten mit seinen Nachbarn leidet der junge Staat an einer gewissen Isolation, die durch seine Lage als Binnenstaat ohne direkten Zugang zum Meer verstärkt wird. Die Schattenwirtschaft macht in Mazedonien 45 Prozent des BIP aus.

Das Land leidet unter den typischen Krankheiten eines post-sozialistischen Staates, wie z.B. eine ausgeprägte Korruption, ein zu großer Beamtenapparat und die Veraltung der industriellen Betriebe.

Die nach wie vor hohe Arbeitslosigkeit stellt immer noch eines der wirtschaftlichen Hauptprobleme dar. Das Handelsbilanzdefizit bleibt bislang hoch, die Einfuhren übertreffen die Ausfuhren um über 70%. Ausgeglichen wird es bislang überwiegend durch Transferzahlungen der im Ausland lebenden Mazedonier.

Grösster Direktinvestor im Lande ist Griechenland, gefolgt von der Republik Zypern und Bulgarien. Im Prozess der Privatisierung wurden die grössten und profitablesten Unternehmen des Landes bereits verkauft. Verblieben sind nunmehr zahlreiche unrentable Unternehmen und Sanierungsfälle. Um ausländische Investoren dennoch anzulocken, wurde in den vergangenen Jahren ein ambitioniertes Steuerprogramm durchgesetzt mit einer verhältnismäßig niedrigen Unternehmensbesteuerung (Körperschaftsteuer 20%, zahlreichen temporären Steuerbefreiungen und Steuerermäßigungen auf thesaurierte Gewinne).

Infrastruktur

Hauptverkehrsachse ist das in Richtung Südost-Nordwest verlaufende breite Vardar-Tal mit der wichtigsten Eisenbahnlinie. Sie verbindet - wie auch die parallel laufende Autobahn - die Hauptstadt Skopje mit Belgrad und dem griechischen Hafen Thessaloniki (slawisch Solun).

Zu Zeiten des Handelsembargos durch Griechenland und während des Kosovokonfliktes kam es zu Einschränkungen im Transitverkehr. Um die Abhängigkeit von den Nachbarn im Norden und Süden zu verringern, bemüht man sich deshalb um den Ausbau der Ost-West-Verbindungen mit Albanien und Bulgarien. Internationale Flugverbindungen bestehen von Skopje und von Ohrid aus.

Feiertage

Literatur

Daskalovski Židas: The Macedonian Conflict of 2001: Problems of Democratic Consolidation. Libertas Paper 56, Sindelfingen 2004. ISBN 3-921929-4

Siehe auch

Weblinks

Mazedonien !

See also: Mazedonien, 14. April, 1991, 2. August, 2002, 2004, 2005, 8. September, 9. April