MDR-1 Gendefekt
Beim MDR-1 Gendefekt handelt es sich um einen Defekt in der Blut-Hirn-Schranke bei einigen Hunderassen.
Bei der Grenze zwischen den Hirnblutgefässen und des Hirnervengewebes stellt der sogenannte MDR1-Transporter eine Schutzbarriere für das Gehirn dar, dieser (Multidrug-Resistenz-) Transporter ist Teil der sich dort befindlichen Blut-Hirn-Schranke. Der Defekt im MDR1-Gen bei Ivermectin-empfindlichen Collies führt zu starken neurotoxischen Nebenwirkungen aufgrund einer erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke.
Der MDR1-Transporter welcher sich normalerweise auf der Oberfläche der Endothelzellen (Zellen, die die Wände der Blutgefäße auskleiden) befinden,sorgen dafür, dass toxische Verbindungen und Arzneistoffe, wie das Antiparasitikum Ivermectin, in den Gehirnkapillaren zurückgehalten werden, und über das Blut nicht in das Gehirn eindringen kann. Besteht nun bei einem Hund der MDR-1 Gendefekt, funktioniert der Schutz vor Substanzen wie Ivermectin nicht mehr, und können ungehindert ins Nervengewebe übergehen. Bei betroffenen Tieren treten daher nach der Verabreichung von Ivermectin starke neurotoxische Nebenwirkungen auf, welche auch lathal enden können. Aus Untersuchungen an Mäusen, bei welchen der MDR1-Transporter bewusst ausgeschaltet wurde, traten nicht nur Ivermectin, sondern auch zahlreiche andere Arzneistoffe bis zu 90-fach mehr ins Gehirn als bei Vergleichstieren mit intakter Blut-Hirn-Schranke.
MDR1-Defekte wurde bei folgenden Hunderassen gefunden: Collie (Kurzhaar- und Langhaar Collies) (~76%), Shetland Sheepdog (~58%), Australian Shepherd (~30%) und Border Collie (~1%). (~58%), Australian Shepherd (~30%) und Border Collie (~1%). Weiters ist der Defekt bei folgenden Rassen bekannt: English Shepherd, Longhaired Whippet, McNab, Old English Sheepdog und Silken Windhound.
