Studium der Medizin

Mit dem Studium der Medizin oder Medizinstudium bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch das Studium der Medizin.

Inhaltsverzeichnis

Studium der Medizin

Geschichtliches

Das Medizinstudium hat eine sehr lange Tradition. Seine Wurzeln liegen bereits in der Urzeit und erstrecken sich über die Antike, das Mittelalter und insbesondere über die Aufklärung bis in die Neuzeit.

Es ließ sich anhand von archäologischen Funden die Fähigkeit der Urmenschen zur Durchführung überraschend präziser chirurgischer Eingriffe belegen. So wurden z. B. urzeitliche, perfekt angepaßte chirurgische Instrumente gefunden, die ausschließlich der Behandlung von Schädelverletzungen gedient haben können; einem medizinisch äußerst kritischem Betätigungsfeld. Es steht zu Vermuten, dass in dieser Zeit bereits grundlegendes, quasi-medizinisches Wissen tradiert wurde.

In der Antike erhielt das Medizinstudium zum erstem Mal eine klare formale Definition, vor allem durch die Lehre des Hippokrates und dem Eid des Hippokrates.

Im Mittelalter setzte eine oftmals unheilvolle Verschmelzung von Medizin und Alchemie ein, die die bisher geschaffenen Grundlagen eines vormals bereits in Ansätzen bestehenden Studiums der Medizin zunichte machte und in die Nähe hexerischen Wirkens rückte.


Siehe auch: Medizingeschichte

Heute

Das Medizinstudium ist in Deutschland bundesweit durch die Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) einheitlich geregelt. Der Studiengang Medizin wird nur an Universitäten und technischen Universitäten bzw. Hochschulen angeboten. Zugangsvoraussetzung ist die Allgemeine Hochschulreife oder ein entsprechend anrechenbarer Schul- oder Berufsausbildungsabschluss.

Zudem ist das Medizinstudium bundesweit zulassungsbeschränkt. Die Studienplätze werden entweder von der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen nach den Kriterien Durchschnittsnote und Wartesemester an die Bewerber verteilt oder von den Universitäten direkt vergeben. (Der Prozentsatz der Studiumsplätze, die von den Universitäten vergeben werden steigt rapide an)

Die Regelstudienzeit beträgt 12 Semester und 3 Monate (die durchschnittliche Studienzeit liegt selbstredent höher)

Das Studium ist in zwei Abschnitte geteilt: den vorklinischen Teil erstes bis viertes Semester an dessen Ende das Physikum steht (nach neuer Approbationsordnung heißt dieses zukünftig erstes Staatesexamen) und einen klinischen Teil geteilt.

Um zum Physikum zugelassen zu werden, muß vorgelegt werden:

Pflegepraktikum (90 Tage, die in Abschnitte von jeweils 30 Tagen gegliedert werden koennen)

Erste-Hilfe Schein ( 8 Doppelstunden, nicht zu verwechseln mit dem Fuehrerscheinkurs "Sofortmaßnahmen am Unfallort! )

Anatomie-Seminar; Berufsfelderkundung; Biochemie (Praktikum); Biochemie-Seminar; Biologie; Biologie-Seminar; Chemie; Makroskopische Anatomie (Praktikum); Mikroskopische Anatomie/ Histologie (Praktikum); Physik; Physiologie (Praktikum); Physiologie-Seminar; Psychologie-Praktikum; Soziologie-Praktikum; Terminologie;

Im klinischen Abschnitt: Müssen die Folgenden Diziplinen durchlaufen werden:

Anästhesie; Arbeitsmedizin; Augenheilkunde; Biomathematik; Chirurgie(Allgemeinchirurgie/ Herzchirurgie/ Neurochirurgie/ Thorax-, Viszeral- und Gefäßchirurgie/ Unfallchirurgie); Dermatologie; Gynäkologie; Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde; Innere Medizin; klinische Chemie; Medizinische Mikrobiologie; Neurologie; Notfallmedizin; Orthopädie; Pädiatrie; Pharmakologie (allgemeine & spezielle); Psychiatrie; Radiologie; Sozialmedizin; Urologie;

Es müssen bis zum PJ (praktischen Jahr) 4 Monate Famulatur gemacht werden mindestens 2 davon im Krankenhaus und mindestens eine in Praxis oder öffentlichem Gesundheitssystem(Gesundheitsamt, Bundeswehr...)

Das praktische Jahr ist in 3 Teile geglieder: ein Tertial in der Chirurgie / ein Tertial in der inneren Medizin / ein Tertial das frei wählbar ist /

Die Doktorarbeit (Dissertation) ist innerhalb und nach dem Medizinstudiums nicht zwingend vorgeschrieben. Man schließt das Medizinstudium mit dem Staatsexamen als Arzt ab und kann nach Erhalt der Approbation regulär als Arzt arbeiten. Man hat dann allerdings keine Promotion und kann sich nicht Dr. med. nennen, was oftmals zu Verwirrung bei Patienten führt und in Deutschland leider immer noch einen nicht unerheblichen Nachteil im späteren Berufsleben darstellt. Auch der Weg zu einer späteren Habilitation in Deutschland ist so versperrt.

Die Ärztlichen (Vor-)Prüfungen bestehen aus schriftlichen Multiple Choice Fragen, ergänzt durch mündliche Prüfungen. Nach zwei Jahren wird das erste Staatsexamen (alt:Physikum) abgelegt. Dann folgte nach der alte ÄAppO nach einem Jahr der erste Teil der klinischen Prüfung und nach weiteren zwei Jahren folgte der zweite (und umfangreichste) Teil der klinischen Prüfung. Nach dem Praktischen Jahr endete das Studium mit dem dritten Teil der klinischen Prüfung und man erhielt nach erfolgreichem Abschneiden das medizinische Staatsexamen. Nach der neuen ÄAppO sind alle 3 Prüfungen zusammengefasst und (sog. "Hammerexamen"). Diese Prüfung findet nach dem PJ statt.

Deutsche Universitäten mit der Möglichkeit des Medizinstudiums

Österreichische Universitäten mit der Möglichkeit des Medizinstudiums

Schweizer Universitäten mit der Möglichkeit des Medizinstudiums

Siehe auch: Liste bedeutender Mediziner und Ärzte, Liste der Fachgebiete

Weblinks

See also: Studium der Medizin, Abitur, Alchemie, Approbationsordnung, Archäologie, Aufklärung, Chirurgie, Dissertation, Eid des Hippokrates, Habilitation