Vermessungspunkt
Ein Vermessungspunkt (Survey point) ist ein im Boden oder an einem Gebäude stabil markierter Punkt, der dem Geodäten als Ausgangs- oder Zielpunkt von Vermessungen dient.
Der Begriff ist jedoch nicht einheitlich definiert. So versteht ihn z.B. das Geoinf.Service enger - im Sinne von Festpunkt: Ein lage- und/oder höhenmäßig bestimmter und meist dauerhaft festgelegter Punkt, an den sich topografische Aufnahmen, Ingenieur- oder Grundstücksvermessungen anschließen.
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Vermessungspunkt im Sinne von Festpunkt
right|thumb|350px|Triangulationspunkt mit Pfeiler und "Pyramide" Zu den Vermessungspunkten zählen in jedem Fall alle Festpunkte, die als Aufstellungspunkt eines Theodolits (bzw. Stativs) geeignet sind:
- geodätische Festpunkte der Landesvermessung - mit stabiler ober- und unterirdischer Vermarkung und typischen Lagegenauigkeiten von 1-5 cm
- insbesondere Punkte einer Triangulierung (Festlegung = Platte und TP-Stein), Messpfeiler oder Stangensignale,
- Festpunkte eines sonstigen Vermessungsnetzes - mit stabiler Vermarkung und Genauigkeiten zwischen 0.1 mm und etwa 10 cm (je nach Netzgröße und Verwendungszweck),
- vermarkte Nivellementpunkte (Höhenbolzen an Kirchen, Bahnhöfen etc., Höhe auf ± 0.1 bis 1 mm genau)
- Punkte, die über längere Zeit mit GPS vermessen wurden, oder Messkonsolen.
Sonstige stabil vermarkte Vermessungspunkte
right|thumb|200px|Messpunkte für Asfalt Im Sprachgebrauch der meisten Geodäten zählen zu den V.P. auch
- Gut bestimmte, kontrollierte "Detailpunkte", die auf Gebäuden oder an Grenzen klar definiert und stabilisiert sind - z.B. Hausecken, Mauer- und Grenzpunkte
- Gut bestimmte, unverrückbare Punkte in der Natur - z.B. Marken auf Fels oder an großen Blöcken bei Geodynamik-Messungen an Berghängen oder Gletschern
- Bodenmarken in festem Straßenbelag oder auf Gehwegen - meist Bolzen oder Nägel mit der Aufschrift "Vermessungspunkt" oder "Messpunkt"
- Schraubmarken oder stabil eingeschlagene Pflöcke, möglichst mit Hinweispflock oder Schutzgerüst
- und sonstige dauerhaft vermarkte Punkte.
Punkte und Messgrößen in Datenbanken
Im Zeitalter der EDV werden die Vermessungspunkte bei fast allen Arbeiten in Datenbanken verspeichert. Außer Namen und Koordinaten wird möglichst auch die "Entstehungsgeschichte" und der Zusammenhang der Punkte vermerkt, sodass die genaue Lage jedes Vermessungspunktes an Hand neuer Messdaten jederzeit aktualisiert werden kann. Solche Messungen sind vor allem:
- Schnitte mit Strahlen (Richtungen) und Strecken (Distanzen), also meistens Vorwärtsschnitt und Bogenschnitt
- Polarpunkte (Richtung + Distanz)
- Sperrmaße (Kontrolldistanzen) zwischen einzelnen Punkten, Definition von Kreisbögen etc., sowie
- Polygonzug und Freie Stationierung für die Aufstellungspunkte des Theodolits
In Geo-Informationssystemen werden einzelne Elemente häufig mit Vermessungspunkten verknüpft, um beispielsweise eine Transformation von lokalen Koordinaten in ein übergeordnetes Bezugssystem durchzuführen. Die Information, zu welchen Punkten solche Links existieren, wird meist in der Geometrie des GIS-Elementes abgelegt.
Siehe auch
Aussichtspunkt, Geländepunkt, Exzenter, Geodäsie, Hochstand, Kirchturm, Netz erster Ordnung, Passpunkt, Senkblei, Vermarkung, Vermessungsamt, Vermessungsnetz, Zentrieren
Literatur und Weblinks
- H.Kahmen, Vermessungskunde. De Gruyter-Lehrbuch, Berlin 1997 (19.Aufl., 732p.)
- W.Torge, Geodäsie. De Gruyter-Lehrbuch, Berlin 2003 (2.Aufl., 370 p.)
- http://www.geoinformatik.uni-rostock.de/lexikon.asp - Geoinformatik-Lexikon
- http://www.bev.gv.at/fr_1.html - Datenbanken BEV Wien
- http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/1193963 - rostiger Messpunkt-Bolzen
