Meteosat

Meteosat (Kurzbez. für Meteorological Satellite) ist der europäische Beitrag zum globalen Wettersatelliten-System. Er bezeichnet eine Serie von geostationären Wettersatelliten die am 23. November 1977 mit dem ersten Satellit Meteosat begann. Sie werden von der europäischen Organisation Eumetsat betrieben.

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Meteosat (erste Generation)

Mit nur kurzen Unterbrechungen liefern die Meteosat-Satelliten für die um den Nullmeridian liegenden Regionen der Erde seit 1977 Wetterinformationen. Die verwendete geostationäre Position bei 0° geographischer Länge im Erdabstand von 36 000 km über dem Äquator ist für die Beobachtung des Wetters über Afrika, dem östlichen Atlantik und Südeuropa optimal.

Inhaltsverzeichnis

Technik und Daten

Das Radiometer an Bord ist der zentrale Kern eines jeden Meteosat-Satelliten. Es liefert die eigentlichen Messwerte des Meteosat-Systems in Form von Strahldichten vom sichtbaren und infraroten Bereich des elektomagnetischen Spektums.

Die Satelliten der ersten Generation hatten (und haben) alle ein Radiometer als Kernkomponete, welches in 3 Bändern (oder Kanälen) misst.

Meteosat 1 bis 7 lieferten jede halbe Stunde Bilder. Die in einer SSP-Auflösung (Sub Satellite Point - SSP) von 5 km (WV und IR) und 2,5 km (VIS) gescannt wurden. Diese Bilddaten werden in weniger als 5 Minuten am Boden bearbeitet und anschließend in digitaler Form an Kunden weltweit verschickt. Zu diesen Kunden gehört auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach.


Zur Stabilisierung dreht sich der Satellit 100 mal pro Minute um seine Achse. Dabei tastet sein Radiometer die Erde zeilenweise ab. Die von der Erde und den Wolken zurückgelieferte Strahlung wird über ein kompliziertes Spiegelsystem erfasst, digitalisiert und zur Empfangstation nach Furino in Italien gefunkt. Von dort werden die Daten zum Kontrollzentrum nach Darmstadt weitergeleitet. Die Abtastung beginnt mit dem Südpol und endet 26 Minuten später am Nordpol. In den folgenden 4 Minuten wird das Spiegelsystem in die Startposition zurückgedreht, so dass alle halbe Stunde ein neues Bild aufgenommen werden kann.

Aktueller Stand

Seit Anfang 2004 liefert der 1. Meteosat-Satellit der zweiten Generation operationell Daten. Dieser wurde in der Projekt- und Testphase als MSG-1 (Meteosat Second Generation) bezeichnet, aber zum Start des operationellen Betriebes in Meteosat-8 umgetauft.

Meteosat-8 liefert nunmehr alle 15 Minuten aktualisierte Bilddaten in einer gesteigerten Auflösung, die umgerechnet der Auflösung einer 64-Megapixel-Digitalkamera entspricht. Er erkennt somit Strukturen die drei mal drei Kilometer groß sind. Der neue Satellit besitzt 12 Beobachtungskanäle. Jeder Einzelne entspricht einer Kamera, die nur in einer bestimmten Region des Lichtspektrums arbeitet. Vier Kanäle erfassen den sichtbaren Bereich des Lichts, sechs den Infrarotbereich und zwei Kanäle sind für die typische Strahlung von Wasserdampf in der Atmosphäre zuständig. Mit diesen verschiedenen Beobachtungskanälen kann man die Erdatmosphähre in ihrer Schichtung erfassen. Damit ist die Möglichkeit einer dreidimensionalen Beobachtung des Wettergeschehens gegeben. Alle Kanäle zusammen schicken 20 mal mehr Daten zur Erde als die Vorgängersatelliten und die gesteigerte Frequenz der Bilddaten ermöglicht sogar eine ziemlich genaue Windvorhersage. Durch die Kombination mehrerer Kanäle lässt sich auch die auf den Bildern dargestellte Wolkenart erkennen. Zusätzlich können kalte Schneeflächen eindeutig von Eiswolken unterschieden werden. Der neue Satellit soll insgesamt 7 Jahre betrieben werden und es ist beabsichtigt, drei weitere, baugleiche nach und nach im Orbit zu stationieren. Diese sollen dort bis zum Jahre 2018 arbeiten.

Parallel dazu liefern die Satelliten Meteosat-7 und Meteosat-6 auch weiterhin Bilder (als Reserve-Satelliten). Wobei beispielsweise Meteosat-6 in einem speziellen Rapid Scan geannten Modus läuft. Dieser liefert aller 10 min (also dreimal so schnell wie normal) Bilder eines Teils der nördlichen Hemisphäre (ca. Europa, Mittelmeer und Nordafrika).

Seit Anfang 1998 liefert Meteosat-5 Informationen über die Regionen um den 63. östlichen Längengrad (Westafrika, westlicher Indischer Ozean, Mittelasien) als Ersatz für den dort eigentlich positionierten INSAT.

2006 ist beabsichtigt, einen Wettersatelliten des neuen Eumetsat Polar Systems (EPS) in eine Umlaufbahn zu bringen. Dieser soll bei erneut gesteigerter Vorhersagequalität jedoch in einer niedrigen Umlaufbahn von 850 Km Höhe die Erde umkreisen. Ein Mikrowellenradar zur Geschwindigkeitsmessung von Winden in unterschiedlichen Höhen über dem Meer ist ebenfalls vorgesehen. Das ist von besonderer Bedeutung, da besonders die Ozeane als Wetterküchen gelten.

Geschichte

[[Bild:EUMETSAT headquarter.jpg|thumb|right|EUMETSAT-Zentrale]]

Siehe auch

Weblinks

See also: Meteosat, 1977, 1998, 2004, 2006, Afrika, Atlantik, Atmosphäre, Cape Canaveral, DWD