Michael Tomasello
Michael Tomasello ist als Anthropologe Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.
Er beschäftigt sich mit dem Unterschied zwischen Mensch und Tier. Besondere Bedeutung schreibt er dabei einer kulturellen Entwicklung des menschlichen Denkens zu, wie etwa den kulturellen Erfindungen oder einem kollektiven Erfinden von Sprache oder der Mathematik.
Seine These ist: Vor allem die Kulturfähigkeit des Menschen macht ihn einzigartig, nicht das bloße Denken an sich. Der Mensch ist einzigartig, sowohl durch seine Fähigkeit zum Lernen durch Imitation als auch dem Verstehen der Welt in intentionalen und kausalen Begriffen. Es gibt einen großen Unterschied beim Lernen: die Schimpansen können nicht besonders gut imitieren (trotz des Wortes nachäffen), Kinder sind die um vieles besseren Imitatoren. Würde in einem Gedankenexperiment ein Kind auf eine Insel ausgesetzt werden, dann wären seine kognitiven Fähigkeiten wahrscheinlich ähnlich denen der Menschenaffen ausgeprägt: Die einzigartigen menschlichen Fähigkeiten hängen vom Lernen von anderen Menschen ab.
Der Hintergrund ist eine soziale Konnotation, die Vorstellung sich an eine fremde Stelle setzen zu können. Dies ist bei Menschenaffen weniger ausgeprägt als bei Menschen. Menschenaffen können sich nicht in andere Menschenaffen hineinversetzen. Dieser Vorstellung widersprechen allerdings andere Anthropologen wie Volker Sommer, der z. B. in seinem Buch Lob der Lüge die These vertritt, daß nichtmenschlische Primaten bis zu einem gewissen Grad sehr wohl in der Lage seien, Artgenossen und andere Wesen als intentionale Wesen zu begreifen und sich dies bei Täuschung und Gegentäuschung zunutze machen.
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Tomasello, Michael Tomasello, Michael Tomasello, Michael
| Personendaten | |
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| NAME | Tomasello, Michael |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Anthropologe |
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