Micky Maus (Zeitschrift)

Micky Maus ist eine Comic-Zeitschrift, die seit 1951 im Ehapa-Verlag erscheint und Comics aus der Disney-Produktion enthält, vor allem mit den Figuren Donald Duck und Micky Maus.

Von Anfang an nehmen die Geschichten um Donald Duck mehr Seiten ein als die titelgebende Maus. Übersetzt wurden die Geschichten von Dr. Erika Fuchs, die bis 1988 Chefredakteurin der Micky Maus war, und Aussprüche wie "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör" oder den sogenannten "verkürzten Infinitiv" ("schepper, "klirr", "ächz") schuf.

Die Reihe erscheint anfangs monatlich, bis 1955 ergänzt um anfangs unregelmäßig, später ebenfalls monatlich erscheinende Micky Maus Sonderhefte. 1956 wird die Erscheinungsweise auf zweiwöchentlich erhöht; die Sonderhefte werden eingestellt. Längere Geschichten, die bisher für die Sonderhefte vorgesehen waren, erscheinen seitdem als Fortsetzungsgeschichten über mehrere Ausgaben verteilt. Ende 1957 wird auf eine wöchentliche Erscheinungsweise umgestellt, die bis heute beibehalten wurde.

Seit Ausgabe 1/1956 findet sich auf den Mittelseiten der Micky Maus ein redaktioneller Teil, anfangs als MMK Nachrichten (MMK = Micky Maus Klub), später MMK Zeitung und MMK Magazin. Aufgrund der Ergebnisse einer Leserbefragung 1975 wird der redaktionelle Teil nach 993 Heften wieder aus dem Heft genommen, letztmalig erscheint er in Ausgabe 1/1976, allerdings mit der Nummer 995, weil 1961 versehentlich die Nummrn 216 und 217 übersprungen wurden.

Inhaltsverzeichnis

Preis

Die erste Ausgabe erschien am 29. August 1951 zum Preis von 75 Pfennig. Der Preis wurde erstmals 1964 auf 80 Pfennig erhöht, und wird seitdem nahezu jährlich angehoben. Aktuell beträgt der Preis 1,90 Euro. (Stand: Mai 2005)

Auflage

Die Auflage der ersten Ausgabe betrug 300.000 Exemplare, von denen 135.103 verkauft wurden. 1991 lag die Druckauflage bei über einer Million Exemplaren, von denen rund 650.000 verkauft wurden. Inzwischen sinkt die Auflage wieder.

Beilagen

In der Ausgabe 29/1958 wurde erstmals eine Sonnenblende aus Pappe beigelegt.

In den Ausgaben 51/1959 bis 24/1963 gab es je zwei lose beigelegte Papierstreifen mit zusätzlichen Comicseiten. Aus mehereren dieser Streifen konnte man sich ein zusätzliches Comicheft zusammenbasteln. In den Ausgaben 37-48/1966 erschienen nochmals weitere Streifen.

1976 wird als regelmäßige Beilage ein Bastelbogen eingeführt, der Mitte der 1980er-Jahre nach und nach durch aufwändigere Gimmicks wie Bügelbilder, Schallplatten oder Furzkissen ersetzt wird.

1999 kauft der Ehapa-Verlag die Konkurrenz-Comicreihe Yps auf, die seit 1975 immer bei beilegtem Gimmick, meist ein Plastikspielzeug, verschweisst in Folie verkauft wird. 2000 wird Yps eingestellt. Micky Maus Ausgabe 28/1999 wird erstmals ebenfalls mit lose beigelegem Spielzeug in Folie verschweisst angeboten, was seitdem unregelmässig wiederholt wird. Auch finden sich bekannte Yps-Gimmicks wie die Urzeitkrebse regelmässig in der Micky Maus wieder.

Besondere Ausgaben

10/1986: In diesem Heft gab es als Beilage einen Schlüsselanhänger aus Weichplastik in der Form eines angebissenen Leibniz Butterkeks. Diese Ausgabe wurde zurückgezogen, weil die Gefahr bestand, daß Kleinkinder Teile dieses Schlüsselanhängers abbeissen und verschlucken könnten.

23-42/1988: Von diesen Nummern erschien eine eigenständige Österreich-Ausgabe, die andere Titelbilder und teilweise auch unterschiedliche Comics enthielt.

Vorgänger

Bereits im Dezember 1936 brachte der schweizer Bollmann-Verlag die erste Ausgabe einer deutschsprachigen Micky Maus Zeitung heraus. Bis Oktober 1937 erschienen in unregelmäßigen Abständen 18 Hefte sowie eine Probenummer.

Sammlerwert

Laut Allgemeiner Deutscher Comic-Preiskatalog (Ausgabe 2005) beträgt der Sammlerwert der ersten Ausgabe von 1951 in sehr gutem Zustand 6200 Euro. Das Heft befindet sich damit auf Platz 10 der teuersten deutschsprachigen Comichefte. Bereits bei kleineren Beschädigungen (z.B. Knicke), die bei einem über 50 Jahre altem Heft kaum ausbleiben, sinkt der Sammlerwert allerdings erheblich.

Die sogenannte Null-Nummer, ein vierseitiges Werbeblatt, das im August 1951 an Zeitschriftenhändler verteilt wurde, liegt mit einem Sammlerwert von 10000 Euro sogar auf Platz 5. Von diesem Werbeblatt sind nur noch drei erhalten gebliebene Exemplare bekannt. Ein Nachdruck erfolgte 2001 in der Zeitschrift Die Sprechblase Nr. 181.

Nachdrucke

Seit 1985 wurden die ersten Ausgaben mehrfach nachgedruckt. Weil nicht alle Nachdrucke eindeutig als solche kennzeichnet wurden, werden diese oft fälschlich für wertvolle Originale gehalten.

1985 - 1988 wurden die Ausgaben 1/1951 - 3/1952 nachgedruckt und aktuellen Ausgaben der Micky Maus beigelegt. Diese Nachdrucke enthielten keinen Nachdruckhinweis, sie lassen sich jedoch durch die fehlende Preisangabe auf der Titelseite vom Original unterscheiden.

1996 - 2004 wurden die kompletten Jahrgänge 1951-1957 sowie die Sonderhefte für den Sammlermarkt in geringer Auflage in 11 Reprint-Kassetten nachgedruckt, diesmal mit Preisangabe auf der Titelseite, jedoch mit Nachdruckhinweis auf der Rückseite.

Ab 2000 wurden die ersten Heften erneut in 12 Büchern nachgedruckt. Jedes Buch enthielt den Nachdruck von 6 Heften. Die Sonderhefte wurden hierbei chronologisch einsortiert.

Nachdrucke einzelner Geschichten

Einzelne Comics werden seit 1966 in Heftreihen wie Die tollsten Geschichten von Donald Duck nachgedruckt. Dies betrifft insbesondere die von Carl Barks gezeichneten Donald Duck-Geschichten. Hierbei werden die Texte oft überarbeitet.

Literatur



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See also: Micky Maus (Zeitschrift), 1936, 1937, 1951, 1956, 1957, 1958, 1959, 1961