Mitochondrium

Ein Mitochondrium (auch: "Mitochondrion", Plural: Mitochondrien) ist ein von einer Doppelmembran umschlossenes Organell, das als "Kraftwerk" der eukaryontischen Zelle fungiert. Die Hauptfunktion des Mitochondriums ist es, im Rahmen der Zellatmung unter Sauerstoff-Verbrauch ATP, die universelle Energiewährung der Zelle, herzustellen. Mitochondrien kommen verteilt im Cytosol der meisten Eukaryoten vor. Ihre Größe beträgt meist etwa 1 bis 10µm in der Länge.

Besonders viele Mitochondrien finden sich in Zellen, die viel Energie verbrauchen (z.B. Muskelzellen, Nervenzellen, Sinneszellen, Eizellen). Bis vor kurzem nahm man an, dass Mitochodrien über das Plasma der Eizelle nur von der Mutter vererbt werden, was Anlass zur Erforschung mütterlicher Verwandtschaftslinien gab. Doch hat sich mittlerweile herausgestellt, dass auch bei der Befruchtung durch das Spermium einige männliche Mitochondrien in das Plasma der befruchteten Eizelle (Zygote) importiert werden.

Der Transport von Proteinen in die Mitochondrien erfolgt über die äußere Membran durch den TOM-Komplex (Translocase of outer mitochondrial membrane) und über die innere Membran durch den TIM-Komplex (Translocase of inner mitochondrial membrane) und beinhaltet die Funktion von Chaperonen, besonders Hsp70. Durch eine defekte Mitochondrien-Funktion (Mitochondriopathien) können Krankheiten hervorgerufen werden. Mitochondrien vermehren sich durch Teilung, wobei die Anzahl der Mitochondrien einer Zelle deren Energiebedarf angepasst werden kann. Eine eukaryotische Zelle, die alle ihre Mitochondrien verliert, ist nicht in der Lage diese zu regenerieren.

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Aufbau der Mitochondrien

thumb|220px|Abb.1: Mitochondrium

Abbildung 1 : Mitochondrium - (1) Innere Membran, (2) Äußere Membran, (3) Cristae, (4) Matrix

Anmerkung zu Abbildung 1: Der Intermembranraum steht nicht - wie man bisher annahm - mit den Cristae in Verbindung.

Funktionen der Mitochondrien

Herkunft der Mitochondrien

Nach der Endosymbiontentheorie geht man davon aus, dass sowohl die Mitochondrien als auch die Chloroplasten aus einer Symbiose von aeroben Bakterien mit Eukaryoten hervorgegangen sind. Hinweise darauf sind der Besitz eigener genetischer Information (mtDNA), eine eigene Proteinsynthese (mit Ribosomen, tRNA ...) und das Vorhandensein einer inneren Membran, die sich deutlich vom Bau der äußeren Membran unterscheidet und die der Erzeugung von ATP aus ADP dient. Die Mitochondrien aller heutigen Arten sind jedoch so spezialisiert, dass sie allein nicht lebensfähig sind. Zuletzt wurde auch gefunden, dass die Mitochondrien relativ eng mit anderen, selterner auftretetnden Organellen, den Hydrogenosomen verwandt sind. Ein Verbindungsglied stellt das Wasserstoff-synthetisierende Mitochondrium dar (Nature, 434, 74).

Das Mitochondriengenom

Die Mitochondrien besitzen ein eigenes Genom, das etwa 1% der genetischen Information des Menschen ausmacht. Sie besitzen wie die Bakterien eine ringförmige DNA (mtDNA) mit einem eigenständigen Teilungszyklus. 37 Gene kontrollieren die Synthese von 13 Proteinen. Veränderungen im Mitochondriengenom werden in der Forschung zur Aufklärung von Abstammungslinien verschiedener ethnischer Gruppen genutzt (siehe auch ausfühlichen Artikel Eva_der_Mitochondrien).

See also: Mitochondrium, Acetyl-CoA, Adenosindiphosphat, Adenosintriphosphat, Apoptose, Atmungskette, Bakterien, Befruchtung, Chaperon, Chemiosmotische Kopplung