Mittelgebirge

Ein Mittelgebirge ist ein Gebirge, das im Gegensatz zum Hochgebirge eine bestimmte Höhe nicht überschreitet.

Diese Höhe ist nicht genau festgelegt, sie liegt etwa zwischen 500 und 1500 m. Mittelgebirge sind oft alte Rumpfgebirge oder Tafelbergländer und weisen wegen der geringen Höhe keine glazialen Formen auf, so dass flachwellige Oberflächenformen vorherrschen. Im Unterschied zu den Hochgebirgen gibt es wegen der geringen Höhe der Mittelgebirge nur wenige oder gar keine unterschiedlichen Höhenstufen der Vegetation.

Bei einer entsprechenden Exposition der Mittelgebirge zur Hauptwindrichtung sind häufig stark ausgeprägte Steigungsregen zu beobachten.

Das in Tschechien und Polen gelegene Riesengebirge kann man als Grenzfall zwischen Hoch- und Mittelgebirge einordnen, es überschreitet in mehreren Bereichen die 1500m-Marke und weist dort auch eine typische Hochgebirgsvegetation auf, seine Oberflächenformen sind jedoch überwiegend denen von Mittelgebirgen vergleichbar.

Alle Gebirge in Deutschland mit Ausnahme der Alpen sind Mittelgebirge.

Das höchste deutsche Mittelgebirge ist der Schwarzwald.

Entstehung der Salzlagerstätten im Mittelgebirge

Vor vielen Millionen Jahren entstanden im Mittelgebirge Deutschlands große Salzlagerstätten. Man kann die Entstehung der enormen Menge an Salz nicht auf ein Ereignis in der Geschichte der Erde zurückführen, doch haben Geowissenschaftler festgestellt, dass ein ungefähr sechs Mal vollständig eingetretener Zyklus die Ursache für die Salzanreicherung im deutschen Mittelgebirge darstellt:

Das Gebiet auf der Erde, das man nun schon seit vielen Jahre als Deutschland bezeichnet, existierte nicht schon immer in der Form, wie wir sie heute vorliegen haben. Nachdem sich durch Verschiebung und Kollision der Erdplatten unter anderem das deutsche Land bildete (begleitend: Variskische Gebirgsbildung), wurde besonders das Gebiet des heutigen Mittelgebirges oft von gewaltigen Wassermassen überschwemmt (Transgression). So kam es, dass sich nachgewiesen mindestens sechs Mal über dem deutschen Mittelgebirge ein vom offenen Meer durch eine flache Schwelle (Barre) abgeschlossenes salzhaltiges Binnenmeer befand.

Mit der Zeit verdunstete das Wasser und das in ihm gelöste Salz blieb auf dem Meeresgrund, der hauptsächlich aus Salz und kleinen Steinen bestand, zurück. Das nun ausgetrocknete Meer wurde wieder und wieder mit Wasser vom offenen Meer gefüllt und der Verdunstungsvorgang setzte erneut ein. Es ist vorgekommen, dass das Binnenmeer nicht ganz austrocknete, sondern gleich mit Wasser aus dem offenen Meer "versorgt" worden ist.

Dieser Zyklus, der von 45 Millionen Jahren v. Chr. bis 10 Millionen Jahren v. Chr. andauerte (Höhepunkt: Perm), wird als Salinarzyklus bezeichnet. Am Ende waren große Teile des Bodens im Mittelgebirge in Schichten von abwechselnd Salzen und Tonlagen und Steinen unterteilt. Diese Schichten wurden durch das Wirken von endogenen und exogenen Kräften verformt und in andere Höhenlagen befördert.

Heute sind im Mittelgebirge folgende Salze wiederzufinden: Chloride (z.B. Steinsalz), Anhydrit, Gips, Kalisalze

Inntal

Als Mittelgebirge bezeichnet man auch die eiszeitlich geformten Terrassen des Tiroler Inntales südwestlich und südöstlich von Innsbruck. Sie überragen den Talboden um etwa 100-500 m.

Deutsche Mittelgebirge in alphabetischer Reihenfolge

See also: Mittelgebirge, Alpen, Bayerischer Wald, Bergisches Land, Bückeberg, Deister, Deutschland, Eifel, Elbsandsteingebirge, Elm (Höhenzug)