Mittelmeerraum

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right|250px|Mittelmeerraum Der Mittelmeerraum bezeichnet das Gebiet, das sich - grob gesehen - rund um das Mittelmeer befindet sowie das Mittelmeer selbst und die darin befindlichen Inseln. Die Staaten innerhalb dieses Raumes werden Mittelmeerländer genannt. Diese Definition bleibt allerdings vage, denn einige dieser Länder liegen nur teilweise im Mittelmeerraum, andere wiederum verfügen über keine Mittelmeerküste.

Die Abgrenzung des Mittelmeerraumes kann anhand verschiedener Kriterien vorgenommen werden, die geographisch, kulturell, politisch, vor allem aber klimatologisch gelten. Gemeinhin wird das natürliche und potenzielle Verbreitungsgebiet des Olivenbaums als Faustregel für die Bezeichnung des Mittelmeerraums akzeptiert. Diese Definition stellt auf klimatische Eigenschaften ab, indem der Mittelmeerraum mit der Verbreitung des Mittelmeerklimas gleichgesetzt wird. Da der Olivenbaum aber einerseits nicht überall gedeiht, wo klimatypische Ausprägungen mediterranen Klimas vorherrschen (z. B. in den Gebirgen), andererseits einige Küstenregionen des Mittelmeeres bereits in benachbarten Klimaregionen liegen, wird der Mittelmeerraum auch weiter gefasst. Zudem herrscht Einigkeit darüber, dass bestimmte Regionen, in denen zwar Mittelmeerklima herrscht, aber die zu weit vom Mittelmeer entfernt liegen, nicht als Mittelmeerraum gelten. Dies betrifft beispielsweise Gebiete um das Schwarze Meer und die Höhenlagen des Zagros-Gebirges im Iran.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Der Mittelmeerraum erstreckt sich über ein Gebiet zwischen 30° und 45° nördlicher Breite, 9° westlicher und 38° östlicher Länge. Als nördlichster Punkt gilt das Rhône-Tal flussaufwärts bis etwa Montélimar, der westlichste Punkt ist das Kap Roca bei Lissabon. Im Osten und Süden markieren die Übergänge zur Syrischen Wüste bzw. zur Sahara die Grenzen, wobei die Grenzziehung im Süden willkürlich ist, denn dort reicht das Wüstenklima (z. B. bei El-Alamein und im Norden des Sinai) unmittelbar bis an die Küste heran.

Der Mittelmeerraum teilt sich über die drei Kontinente Europa, Afrika und Asien auf. In Europa erstreckt er sich ganz oder teilweise über Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Jugoslawien, Griechenland und die europäische Türkei, die Kleinstaaten Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt sowie die Inselstaaten Malta und Zypern. Der asiatische Teil liegt in der asiatischen Türkei sowie Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Jordanien. In Afrika gehören die nördlichen Landesteile von Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien und Marokko zum Mittelmeerraum.

Klima

Der Mittelmeerraum ist fast ausschließlich vom nach ihm benannten Mittelmeerklima bestimmt. Der mediterrane Klimatyp wird der subtropischen Klimazone zugerechnet und heißt auch Winterregenklima der Westseiten. Dieses Klima ist gemessen am gesamten Landanteil der am weltweit geringsten verbreitete - nur zwischen 1,7 und 3% der Landoberfläche werden ihm zugerechnet. Der Mittelmeerraum nimmt allein zwischen 50 und 60% dieses Anteils ein, ähnliche Klimate finden sich in recht kleinen Abschnitten anderer kontinentaler Westseiten (Kalifornien, Mittelchile, Südafrika, Südwestaustralien).

Dieses Klima kommt dadurch zustande, dass sich die Region im Einflussbereich zweier Großwetterlagen befindet: Im Sommer bestimmt das Azorenhoch das Geschehen, indem es sich praktisch über den ganzen Mittelmeerraum ausbreitet. Windarmes, sonnenscheinreiches Wetter ist die Folge - vereinfacht gesagt wandert die Wüste der Rossbreiten im Sommer nach Norden. Im Winter stellt sich ein umgekehrter Effekt ein: das Hoch zieht sich nach Süden zurück und lässt den Mittelmeerraum im Einflussbereich der Westwinde zurück. Es stellt sich eine typische Zugbahn winterlicher Zyklonen ein, die im Norden oft von sibirischen und skandinavischen Hochs nach Süden abgedrängt werden und über Frankreich in den Mittelmeerraum ziehen. Dort können sie sich über dem Mittelmeer immer wieder mit Wasser anreichern, so dass sie bis in den Nahen Osten Regen bringen.

Charakteristisch für das Mittelmeerklima sind daher milde, regenreiche Winter und heiße, trockene Sommer. Das Verbreitungsgebiet des Olivenbaums fällt mit der 5°-Januarisotherme zusammen, das entsprechende Klima wird auch als Ölbaumklima bezeichnet. In den höheren Lagen sind die Winter kälter und die Sommer kühler (heißester Monat unter 22°C) - hier wird von Erikenklima gesprochen. Unterschiede in den Klimaausprägungen bestehen aber nicht nur zwischen Tief- und Hochlagen, sondern auch zwischen nördlichem und südlichem, westlichen und östlichen Mittelmeerraum.

Im westlichen Mittelmeerraum fällt tendenziell höherer Niederschlag. Dies betrifft insbesondere die Westseiten der Kontinentalmassen, an denen sich winterliche Zyklonen abregnen können. So übersteigen die Niederschlagsmengen z. B. an der Ligurischen Küste (Genua) und in Nordportugal die 1000-mm-Marke, auch Rom, Algier und Gibraltar erhalten reichliche winterliche Regenmengen. Der östliche Mittelmeerraum ist dagegen deutlich kontinentaler geprägt - nur die Westseiten der Gebirge (Levanteküste, Westgriechenland) erreichen noch Niederschlagshöhen über 500 mm im Jahr, während die Ostseiten schnell sehr trocken werden können.

Zudem sind die nördlichen Regionen grundsätzlich kühler und feuchter als die südlichen. Auch die Länge der sommerlichen Trockenheit nimmt von Nord nach Süd und von West nach Ost zu. Sind in Avignon beispielsweise nur etwa 45 Tage im Jahr arid, steigt dieser Wert in Jerusalem auf fast 200 Tage an.

Am Südrand des Mittelmeeres erfolgt bereits der Übergang zu Steppen- und sogar Wüstenklima. Das Steppenklima beginnt unterhalb von 300 mm Jahresniederschlag und betrifft weite Teile der libyschen und ägyptischen Küste, aber auch einige kleinräumige Regionen in Spanien: Im Windschatten des zentralspanischen Hochlandes (der Meseta) und der angrenzenden Gebirge erhält das Kap Gata bei Cartagena beispielsweise nur noch etwa 200 mm. Gaza muss mit 130 mm auskommen. Im äußersten Süden reicht die Wüste bis an die Küste heran.

Der Nordrand der Adria dagegen wird bereits häufig in die gemäßigte Zone gerechnet. In der Poebene, Venetien und an der slowenischen Küste tritt keine geschlossene Trockenperiode mehr auf, obwohl die Temperaturen auch dort sehr mild ausfallen.

Bezeichnend für mediterranes Klima sind zudem starke Variabilitäten in Niederschlag und Temperatur. So können insbesondere im kontinentalen Ostteil späte Wintereinbrüche mit Schneefall noch im März auftreten, andererseits sind Hitzeperioden von deutlich über 40°C und lange Dürren keine Seltenheit. Die winterlichen Regen können sintflutartige Ausmaße annehmen und erreichen teilweise an einem einzigen Tag das Mehrfache eines ganzen Monatsdurchschnitts. Überschwemmungen und verstärkte Erosion sind die Folgen. Katastrophal für die Landwirtschaft kann das Aufeinanderfolgen mehrerer nasser oder trockener Jahre sein.

Die typischen vorherrschenden Winde und Stürme sind zum Beispiel der Mistral, der Chamsin, der Scirocco, die Bora und die Etesien.

Geologie

Der Mittelmeerraum ist eine tektonisch sehr aktive Region, die über der Schnittstelle mehrerer Kontinentalplatten liegt. Die südliche Hälfte ist Bestandteil der Afrikanischen Platte, die sich nach Norden bewegt und langsam unter die im Norden befindliche Eurasische Platte schiebt. Zwischen ihnen befindet sich die kleinere Anatolische Platte, entlang derer die stärksten Verkeilungen auftreten, so dass gerade im östlichen Mittelmeerraum häufig starke Erdbeben auftreten. Die kollidierenden Platten haben dazu geführt, dass fast der ganze Mittelmeerraum in die Zone der alpidischen Faltung geraten ist. Mächtige Gebirge bestimmen den größten Teil der Küsten und ihres Hinterlandes.

Neben der Faltung hat es im Tertiär jedoch auch Bruch- und Wanderungstendenzen gegeben: Iberien löste sich von Afrika und trieb separat auf Eurasien zu, bevor der afrikanische Kontinent folgte. Zudem lösten sich Korsika und Sardinien von der europäischen Halbinsel und bewegten sich unter Beschreibung einer 90°-Grad-Kurve auf Italien zu.

Die ältesten Gesteinsformationen finden sich in Nordostafrika, das Bestandteil des afrikanischen Schildes ist. Auch die Iberische Halbinsel besteht zum größten Teil aus alten Gesteinen. Hier sind mächtige Granitmassive zu finden. Der Rest des Mittelmeerraums wird größtenteils aus Gebirgsformationen des Tertiär gebildet, als die Kollision der Platten alten Meeresboden um tausende Meter nach oben drückten. Hier haben sich die prägenden Kalksteingebirge erhoben, die aufgrund schneller Verwitterung oft ein sehr steiles Relief bilden. Diese werden ergänzt durch Ergussgesteine (Basalt) aufgrund hoher vulkanischer Aktivität entlang der Plattengrenzen. Somit ist der Mittelmeerraum geologisch gesehen als jung zu bezeichnen. Bis auf einige Sedimentablagerungen der Flussebenen fehlen allerdings die erdgeschichtlich jüngsten Ausprägungen, insbesondere der tertiären Eiszeiten, die das Erscheinungsbild Nord- und Mitteleuropas geprägt haben.

Relief

Die Lage innerhalb einer bis heute tektonisch aktiven Zone begünstigt ein insgesamt steiles Relief, das zum größten Teil von hohen Faltengebirgen, zu einem geringeren Teil aber auch von Vulkanen gebildet wird. Die Gebirgszüge sind aufgrund ihrer Höhe gleichzeitig oft die Grenzen mediterranen Klimas, das sie vom gemäßigten beziehungsweise Trockenklima abtrennt. In Europa wird so der Mittelmeerraum durch einen fast durchgehenden Riegel nach Norden abgegrenzt, der vom Kantabrischen Gebirge über die Pyrenäen, das Zentralmassiv, die Alpen und deren südöstliche Fortführung besteht: Das Dalmatische Gebirge rückt sogar bis unmittelbar an die Küste heran, so dass das mediterrane Gebiet hier auf wenige Kilometer Breite gestaucht wird. Im Balkangebirge findet dieser Riegel seinen Abschluss. Innerhalb des Mittelmeerraums befinden sich die iberischen Zentral- und Randgebirge (Sierra Nevada, Küstenkordillere und Kastilisches Scheidegebirge), der Apennin in Italien und die griechischen Gebirgszüge. Auch auf allen größeren Inseln finden sich Massive, die teils die Fortführung kontinentaler Gebirge darstellen.

Die Türkei ist vom Relief ähnlich aufgebaut wie Spanien: Hohe Randgebirge umschließen eine zentrale Hochebene. Im Unterschied zum kastilischen wird das anatolische Hochland aufgrund des raueren Klimas allerdings nicht mehr zum Mittelmeerraum gezählt, so dass das Taurus-Gebirge, das die ganze Südtürkei durchzieht, ebenfalls als Klimascheide zählt. An der Levanteküste riegelt das Libanon-Gebirge den Mittelmeerraum gegen die luvseitig gelegene Wüste ab. In Afrika schafft der Atlas ebenfalls eine eindeutige Grenze zur Wüste. Einzig die libysche und ägyptische Küste weisen kein ausgeprägtes Relief auf.

Da die Hauptkämme der nördlichen Grenzgebirge definitiv nicht zum Mittelmeerraum gezählt werden, gilt der Toubkal (4165 m) im Hohen Atlas als dessen höchste Erhebung. In Europa stellt der Mulhacén (3482 m) in der Sierra Nevada den höchsten Gipfel. Höchster Berg der Inseln und gleichzeitig höchster Vulkan Europas ist der Ätna mit ca. 3380 Metern, wobei aufgrund der regen Tätigkeit die Gipfelhöhe über die Jahre schwankt.

Die orographischen Verhältnisse lassen nur wenig Platz für Ebenen: Laut Geländeklassifikation der FAO gelten nur 29% der Fläche als flach bis wellig gegenüber 53% welligem bis bergigem Land (dominante Hangneigung über 8%) und immerhin 18% gebirgigem Land mit einer Hangneigung über 30%. Ebenen finden sich vor allem in geologisch alten Regionen (spanische Meseta und Nordafrika ohne Atlas) und in den wenigen Sedimentbecken.

Gewässer

Fast alle Flüsse im Mittelmeerraum münden in das Mittelmeer. Soweit diese in der selben Region entspringen, sind sie zumeist kurz und weisen ein starkes Gefälle auf. Längere Flüsse bilden sich, wenn das Quellgebiet in feuchten Klimaregionen liegt (Nil, Rhône, Po) oder ein größeres Gebiet entwässert wird (Ebro, in Richtung Atlantik auch Tajo, Duero, Guadalquivir). Je höher die Wasserführung, desto stärker ist der Sedimenttransport, so dass weite Schwemmlandebenen entstehen können. Flüsse, die ins Mittelmeer münden, neigen dann zur Delta- und Neulandbildung im Mündungsbereich. Diese Regionen sind zugleich die fruchtbarsten des ganzen Mittelmeerraumes.

Seen existieren im Mittelmeerraum zumeist nur in kleinem Ausmaß. Entlang der französischen Mittelmeerküste liegen eine Reihe Süß-, Brack- und Salzwasserreservoire, die durch die speziellen Windverhältnisse gebildet wurden: Flugsand wird durch den Mistral parallel zur Küste getrieben, wodurch sich ehemalige Buchten vom offenen Meer abgeschnürt haben. Je nach nachträglichem Süßwassereintrag variiert die Salinität des entsprechenden Sees. Der größte dieser Seen ist das Bassin du Thau bei Sète. Weitere Seen bilden sich in hügeligem oder gebirgigem Gelände, sind aber zumeist klein. Ein bekannter Vertreter ist der Trasimenische See in Umbrien. Soweit im Mittelmeerraum abflusslose Gebiete existieren, können sich außerdem Salzseen (Schotts) bilden, die im Sommer bisweilen völlig austrocknen. Dies ist vor allem auf den Hochlagen des Atlas der Fall.

Eine Besonderheit der iberischen Halbinsel ist die hohe Zahl von künstlichen Stauseen, die sich entlang der großen Flüsse fast ununterbrochen aneinander reihen. Die tiefen Flusstäler in sonst relativ flachem Gebiet erleichtern den Bau von Staudämmen, die durch die reichliche winterliche Wasserzuführung genügend Wasser für jahreszeitenunabhängige Wasserwirtschaft zurück halten können. Im restlichen Mittelmeerraum ist für wirtschaftlich betriebene Stauseen kaum geeignetes Gelände zu finden.

Böden

Im Mittelmeerraum sind die Bodenverhältnisse aufgrund der kleinteiligen Landschaft uneinheitlich. Zudem ist keiner der auftretenden Bodentypen als ausschließlich mediterran klassifiziert, denn alle Böden treten ebenfalls in benachbarten Regionen auf. Im Allgemeinen weisen sie eine rote bis bräunliche Farbe auf. Bodentypen mit roter Farbe werden auch als Terra Rossa und am ehesten als typisch mediterran bezeichnet. Dieser Boden eignet sich recht gut für die Landwirtschaft, denn trotz partieller Nährstoffarmut weist er eine gute Speicherfähigkeit auf, ist daher gut belüftet und hält Wasser auch über die Sommermonate. Ausgesprochen nährstoffreich sind Fluvialböden, die aber unter winterlicher Staunässe leiden können.

Insgesamt sind nur 40% der Böden für die Landwirtschaft geeignet, da der Rest entweder zu flachgründig, zu felsig oder zu stark geneigt ist. Dieser Bodenanteil wird allerdings sehr intensiv bewirtschaftet.

Ökosystem

Insgesamt zeichnet sich der Mittelmeerraum durch eine besondere Artenvielfalt aus: Die Biodiversität wird auf 400.000 bis 600.000 Tier- und Pflanzenarten geschätzt, was etwa einem Zwölftel der weltweiten Biodiversität entspricht. Eine große Rolle spielt dabei die Kleinräumigkeit der Region, die Platz für ökologische Nischen lässt. Damit einher geht andererseits eine geringe Anzahl von Individuen pro Art, so dass eine Störung des Gleichgewichts weitreichende Folgen hat. Die Empfindlichkeit des Ökosystems und erhebliche Schädigungen durch menschliche Eingriffe haben dazu geführt, dass etliche Arten vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben sind.

Vegetation

Die Vegetation im Gebiet um das Mittelmeer ist durch die tertiäre Klimaveränderung und natürliche Selektion entstanden. Mit Ende der Eiszeiten hat sich in dieser Region jeweils der sommertrockene, subtropische Klimatyp eingestellt, so dass feuchtigkeitsliebende Pflanzen nach Norden abgedrängt und - je nach Biotop - immergrüne Hartlaubgewächse oder Nadelhölzer bestimmend wurden. Zwar ist aufgrund Jahrtausende alten menschlichen Eingriffs die ursprüngliche Vegetation nur schwer zu bestimmen, aber es ist wahrscheinlich, dass der Mittelmeerraum einst vollständig von Wäldern dieser Arten bedeckt war. Typische Vertreter sind im Westen die Steineiche (Quercus ilex) und die Korkeiche (Quercus suber), im Osten der Olivenbaum (Oliva europaea) und der Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua). In feuchteren Gebieten haben sich bis heute Restbestände von Lorbeerwäldern erhalten. Pinien, Zypressen und Zedern dominieren in der höher gelegenen Nadelwaldstufe. Laubabwerfende Bäume wie Ulme, Pappel, Platane und Kastanie sind in den Auen und Flusstälern verbreitet. Grenzen dieser Vegetationsformen werden durch Feuchtigkeit im Norden, Trockenheit im Süden und Osten sowie Kälte in den Höhenlagen gebildet.

Seit den ersten Hochkulturen befindet sich diese vom Menschen kaum nutzbare Vegetationsform auf dem Rückzug in unzugängliche Gebiete mit schlechter Bodenqualität. Im Gefolge von Rodung, Beweidung oder Brand (der durch Blitzeinschlag allerdings auch natürlich vorkommt) bildet sich eine degenerierte Form des Hartlaubwaldes. Dieser Sekundärwald erreicht nur noch bis zu 5 Metern Höhe und ist bedeutend artenreicher, da hier dichtes bis undurchdringliches Unterholz gedeihen kann. Im Allgemeinen wird er mit dem aus dem Italienischen stammenden Wort Macchie bezeichnet, trägt aber in jedem Sprachraum einen eigenen Namen. Hier gedeihen Erdbeerbaum (Arbutus unedo), Baumheide (Erica arborea) und die zu Sträuchern degenerierten immergrünen Eichenarten, oft auch Lorbeer (Laurus nobilis) und der Mastixstrauch (Pistacia lentiscus).

Je intensiver die Übernutzung, desto niedriger und lichter wird die Vegetation: Die nächste Degenerationsstufe stellt die Garrigue dar, deren Sträucher und Zwergsträucher noch höchstens mannhoch werden. Baumarten kommen nur noch in Krüppelform vor, der Boden ist oft locker mit Ginsterbüschen und Kräutern wie Minze, Thymian, Salbei, Lavendel und Rosmarin bedeckt. Über das Stadium der Trockengrasrasen kann im Extremfall schließlich die nackte Felstrift zum Vorschein kommen, die nur noch wenigen resistenten Arten in Felsspalten Lebensraum bietet.

Bis zu einem gewissen Grad ist diese Entwicklung umkehrbar, jedoch nur solange eine ausreichende Humusdecke erhalten bleibt. Erodiert diese aufgrund mangelnder Durchwurzelung, bilden sich Karstlandschaften, auf weichem Untergrund auch so genannte Badlands, in die abfließendes Wasser tiefe Schluchten gräbt. Diese Gebiete sind für menschliche Nutzung verloren.

Tierwelt

Im Mittelmeerraum leben deutlich mehr Reptilien als im Norden Europas. Dies hängt damit zusammen, dass diese Tiere warme Gebiete bevorzugen.

Geschichte

Am Mittelmeer haben sich viele Hochkulturen gebildet, die teilweise die Vorfahren unserer heutigen Kultur sind. Hierzu gehörten das Alte Ägypten, Griechenland und vor allem das Römische Reich, welches einst den ganzen Mittelmeerraum umfasste. Ebenfalls zu erwähnen sind die Phönizier. Zu den wichtigsten Städten zählten Karthago, Rom, Troja, Mykene und Athen.

See also: Mittelmeerraum, Afrika, Algerien, Algier, Alpen, Altes Ägypten, Andorra, Apennin