Mod (Subkultur)
Mods (aus dem Englischen von Modernist abgeleitet) waren eine Subkultur, welche hauptsächlich im England der sechziger Jahre, aber auch in anderen europäischen Ländern präsent war und dann erneut Ende der 70er bis Anfang der 80er Jahre zeitgleich zum Punk wieder in Mode kam. Vereinzelt findet man Mods in diversen Großstädten dieser Welt auch heute noch.
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Geschichte
Die Bewegung hatte Anfang der sechziger Jahre ihren Ursprung in der britischen Arbeiterjugend, doch versuchte man diese Herkunft zu verdecken, indem man sich in Kleidung, „Stil“ und Verhalten den oberen Schichten annäherte. Dies äußerte sich im Tragen von Anzügen und teurer Markenkleidung, woraus sich mit der Zeit ein eigener Kleidungsstil entwickelte. Prinzipiell galt der Leitspruch: „Der Schein bestimmt das Sein“. Als Haupterkennungsmerkmal der Mods gilt sicherlich der Parka. In den 60er Jahren wurde der Parka, um die gute Kleidung zu schützen, als stilvolle Alternative zur Lederjacke beim Rollerfahren benutzt. In den 60er Jahren noch eher schlicht, wurde der Parka bei der zweiten Mod-Welle Ende der 70er Jahre gerne mit Aufnähern von Bands oder Veranstaltungen verziert.
Musik
Als Wiege der Mod-Bewegung gilt jedoch das damalige gemeinsame Interesse an "schwarzer" Musik. Von jamaikanischen Rude Boys und ihrem Kleidungsstil sowie deren Ska-Musik inspiriert entwickelten sich in England, besonders in London, die ersten Mods. Hinzu kamen die seltenen Soul-Singles von amerikanischen G.I.'s und die Szene wuchs. Diese Faszination durch den Soul der 60er und 70er Jahre von obskuren U.S.-amerikanischen Labels brach in England übrigens fast nie ab, auch heute noch gibt es in England eine ausgeprägte Northern Soul-Szene.
Aber die Mods hatten auch Bands aus ihren eigenen Reihen. The Who, The Small Faces, The Yardbirds und auch spätere Superstars wie David Bowie und Rod Stewart entstammen der britischen Mod-Szene. Trinken, Tanzen aber auch Drogen und Randale waren die Freizeitbeschäftigung der Jugendlichen, die tagsüber ihrer normalen Arbeit in der konservativen englischen Gesellschaft nachgingen.
Besondere Vorliebe galt dem Fahren von verchromten Motorrollern. Diese Scooter wurden wie das eigene Leben gehütet und instandgehalten. Es gab an jedem Wochenende große Ausfahrten mit der ganzen Clique, die teilweise aus zwischen 50 und 200 Leuten bestand. Bevorzugtes Ziel war das Seebad Brighton mit dem "Electric Ballroom", ein zentraler Treffpunkt. Oftmals trafen in Brighton an Wochenenden die Mods auf ihre Erzfeinde, die Rocker. Sie lieferten sich oft Straßenschlachten, bei denen die Innenstadt teilweise verwüstet wurde. Ziel der "stilvollen" Randalierer war es, am Montag wieder gepflegt am Arbeitsplatz zu erscheinen, was jedoch bei einigen Wochenendausflüglern durch das Festsetzen durch die Polizeibehörden verhindert wurde.
Symptomatisch für diese Subkultur war ein exzessiver Drogenkonsum, der später die Bewegung in Hardmods und Psychedelic Mods spalten sollte. Die Hardmods bildeten später einen der Einflüsse der Skinhead-Bewegung.
Die Zweite Welle
1979 entstand der Film Quadrophenia nach der Musik der Rockgruppe The Who, der eindrucksvoll die damalige Mod-Szene zeigt. Dieser Film unterstützte die in England gerade durch Band wie The Jam, mit Paul Weller, oder Merton Parkas wieder aufkommende Modwelle. Abgeschreckt vom monotonen und harten Punk sowie dem Schmuddellook der Punks, legten einige Jugendliche wieder mehr Wert auf Kleidung und schwarze Musik und entdeckten somit die Subkultur der Mods erneut für sich. Plötzlich waren Lambrettas und Vespas wieder 'in'. Auch in Deutschland und Frankreich florierte die Mod-Szene bis circa Mitte der 80er Jahre mit ihren Rollertreffen und den dazugehörigen Allnighters. Die zweite Welle der Mod-Bewegung ging später in die Northern Soul- sowie Scooter Boy-Szene auf.
Der Einfluss
Vom Acid Jazz und Brit-Pop, wie Oasis oder Blur der frühen 90er bis zu heutigen englischen Gitarrenbands, hat die Subkultur der Mods noch besonders auf die britische Popkultur nachhaltig einen Einfluss.
Weblinks
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