Modalpartikel
Modalpartikel (auch Abtönungspartikel, despektierlich auch Füllwort) sind eine zu den Partikeln gehörende Wortart, die Modalität in einem Satz ausdrücken können. Ihre modalen Funktionen sind vielfältig, häufig sind sie wertend oder vermitteln die Haltung des Sprechenden. Im Deutschen markieren die Modalpartikeln darüber hinaus den Fokus eines Satzes.
Beispiele für deutsche Modalpartikel sind:
- "ja" in "Ich bin ja vorhin schon einmal da gewesen" (= wie du weißt)
- "doch" in "Ich bin doch vorhin schon einmal da gewesen" (= wie du wissen müsstest)
- "vielleicht" in "Ich bin vielleicht ein Tollpatsch" (= es ist kaum zu fassen, wie sehr)
- "freilich"
Das Fränkische markiert mit dem Modalpartikel "fei" einen Hinweis des Sprechers, der im Hochdeutschen unmarkiert bleibt.
- "Die hat ihm fei einen Korb gegeben!" (="falls du es noch nicht weisst, pass auf, was ich dir jetzt sage")
Da Modalität oft fälschlicherweise als etwas "Subjektives" im Kontrast zu der "objektiven" Grammatik einer Sprache gesehen wird, hat man oft den Eindruck, die Modalpartikel könnten wegfallen, ohne die Bedeutung zu ändern. Das stimmt nicht: Die Wendung, die Modalpartikel der Satzbedeutung geben, ist auch Teil der Satzbedeutung.
Dennoch ist unstrittig, dass die Definition der Bedeutung von Modalpartikel sehr schwer ist. Eine germanistische Magisterarbeit hat angeblich einmal über 200 verschiedene Verwendungsweisen von doch aufgeführt.
