Modulation (Musik)

In der Musiktheorie bezeichnet Modulation das allmähliche Verlassen des tonalen Zentrums einer Tonart mit der folgenden, eventuellen, aber nicht zwangsweisen Herstellung eines anderen. Die Festigung des neuen tonalen Zentrums kann durch Kadenzierung stattfinden und notationstechnisch von Akzidenzien begleitet sein.

Wird eine Zieltonart erreicht, so spricht man von einer echten Modulation, andernfalls von einer vagierenden. Eine Reihe von unmittelbar hintereinander stattfindenden Modulationen - mit oder ohne Festigung temporärer tonaler Zentren - nennt man eine Modulationskette.

Ein einfaches Beispiel für die Modulation ist das Lied "Morning has broken" von Cat Stevens. Es beginnt in C-Dur und moduliert nach der zweiten Strophe über die Akkordfolge Am, F#, Hm, G, D, A7, D nach D-Dur. Die dritte Strophe (Mine is the sunlight...) wird in D-Dur gespielt und gesungen; anschließend wird über die Akkordfolge D, G, A, F#, Hm, G7, C, F, C wieder zu C-Dur zurückmoduliert. Die vierte Strophe ist wieder identisch mit der ersten.

Geschieht der Tonartwechsel nicht allmählich, sondern abrupt, so nennt man dies nicht Modulation, sondern Rückung.

Modulationstechniken

Folgende Modulationstechniken werden unterschieden:

  1. Diatonische Modulation. Diese bezieht ihre Modulationsschritte hauptsächlich aus Zwischendominanten, gelegentlich auch aus Gegenklängen und Medianten. Sie beruht in der Umdeutung der Akkorde:

Eine Funktion der Ausgangstonart wird in eine andere Funktion der Zieltonart umgedeutet. Die Subdominante von C-Dur ist gleichzeitig die Dominante von B-Dur, vgl. auch Stufentheorie

    • Beispiel: Ausgangstonart C-Dur, Zieltonart d-Moll. d-Moll ist die II. Stufe in C-Dur. Man moduliert wie folgt: C - d - g - A - d.
  1. Chromatische Modulation. Hier werden Stammtöne zur Veränderung des harmonischen Felds alteriert, die schrittweise Stammtöne der Zieltonart erreichen. Die chromatische Modulation ist eng mit der enharmonischen verwandt. Oft fungieren die alterierten Töne als Leittöne
    • Beispiel: Von C-Dur nach a-Moll. C - Caug - a - E - a
  2. Enharmonische Modulation. Diese Technik gründet die harmonische Progession auf das enharmonische Verwechseln von Intervallen, hauptsächlich des Tritonus. Die enharmonische Modulation ist eng mit der chromatischen verwandt. Sehr oft findet der sogenannte doppelt verminderte Septakkord Verwendung, da er auf 4 verschiedene Arten umgedeutet werden kann:
    • Beispiel: Von C-Moll nach H-Dur: c - Bdim7 H

Die Zieltonart kann nach der Modulation durch eine Kadenz mit charakteristischen Kon- und Dissonanzen gefestigt werden.

Siehe auch

See also: Modulation (Musik), Alteration, Cat Stevens, Chromatische Tonleiter, Diatonik, Dominante, Enharmonische Verwechslung, Gegenklang, Harmonielehre, Kadenz (Musik)