Modulor
Der Architekt und Maler Le Corbusier (1887-1965) entwickelte ab 1942 bis 1955 ein Proportions-System. Der Modulor stellte den Versuch dar, der Architektur eine am Maß des Menschen orientierte mathematische Ordnung zu geben.
Er veröffentlichte es 1948 in seiner Schrift „Der Modulor“, die zu den bedeutendsten Schriften der Architekturgeschichte beziehungsweise Architekturtheorie gezählt wird. In „Modulor 2“ (erschienen 1955) erläutert Corbusier die Anwendung der Maßlehre, die er seinem gesamten architektonischen Schaffen zugrunde gelegt hat.
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System
Das System basiert auf den menschlichen Maßen und dem Goldenen Schnitt. Zuerst nahm Corbusier 175cm, später 183cm zum menschlichen Maß. Von dieser angenommenen Standardgrösse des menschlichen Körpers ausgehend markierte er Intervalle, die zueinander ungefähr in der Proportion des Goldener Schnitts stehen. Seine Maße (die dem Goldenen Schnitt nur ungenau entsprechen) betragen 1,13m Bauchnabelhöhe und 2,26 Gesamthöhe mit ausgestrecktem Arm. Durch sukzessive Teilung des Modulors entsteht die blaue Reihe (226, 140, 86, 53cm, etc.). Aus der Nabelhöhe ist die rote Reihe (113, 70, 43, 27) ableitbar.
Anwendung
Die erste große Anwendung des Modulors findet man bei der Wohneinheit von Marseille (auch „Unité d'Habitation à Marseille“ genannt), die vollständig nach Modulor-Maßen gebaut wurde. Eine weitere Wohneinheit findet sich u.a. in Berlin. Das Maßsystem fand auch bei vielen anderen Entwürfen Corbusiers Anwendung.
Auf der 10 Franken-Banknote der Schweiz ist sowohl Le Corbusier als auch sein Modulor abgebildet. Siehe Swiss 10 CHF.
Weiterführende Informationen
Literatur
- Le Corbusier: Der Modulor, ISBN 3421025215
- Le Corbusier: Der Modulor2, ISBN 3421025096
Siehe Auch
Weblinks
- Titelbild des Modulor
- Le Corbusier: Modulor
- Anwendungsbeispiel des Modulors.
Kategorie:Architekturtheorie
