Mogadischu
Mogadischu, auch Mogadiscio (Somali: Muqdisho [mʊkˈdiːʃoː]) ist die Hauptstadt Somalias. Sie ist die größte Stadt des Landes und liegt am Indischen Ozean. Sie hat 1.226.654 Einwohner in der eigentlichen Stadt und 2.590.180 in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005).
Geschichte
Mogadischu wurde im 10. Jahrhundert von arabischen Kolonisten besiedelt. Ross Dunn beschreibt die Stadt neben anderen arabischen Siedlungen zu dieser Zeit als "eine Art mittelalterliches Amerika, ein fruchtbares, gut bewässertes Land mit wirtschaftlichen Möglichkeiten" und als "einen Ort, der von Dürre, Hunger, Überbevölkerung und Bürgerkrieg erlöst wurde." Viele Zuwanderer kamen von der Arabischen Halbinsel, ihr relativer Wohlstand stärkte sie wirtschaftlich und Mischehen mit den Einheimischen sorgten schnell für Verbreitung des Wohlstands. In jener Zeit profitierte die Stadt auch stark vom Inlandshandel.
Im 16. Jahrhundert fiel Mogadischu unter portugiesische Herrschaft. 1871 nahm der Sultan von Sansibar die Stadt ein und verpachtete sie 1892 an die Italiener. Am 26. November 1896 wurde hier der italienische Generalkonsul Antonio Cecchi von Somalis ermordet. 1905 wurde die Stadt von Italien aufgekauft und zur Hauptstadt der neuen Kolonie Italienisch-Somaliland erhoben. Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie schließlich von aus Richtung Kenia anrückenden britischen Truppen erobert.
1977 befreite auf dem städtischen Flughafen die deutsche Anti-Terror-Einheit GSG 9 des deutschen Grenzschutzes die entführte Lufthansa-Maschine Landshut (siehe Operation Feuerzauber)
Am 3. Oktober 1993 fanden bei der Schlacht von Mogadischu schwere Kämpfe zwischen UNO-Soldaten und einheimischen Milizen statt. Obwohl militärisch formal erfolgreich führen die unerwartet hohen Verluste auf beiden Seiten letztlich zum Verlust des politischen Willens zur weiteren Durchsetzung der Mission.
Heute ist Mogadischu eine der gefährlichsten Städte der Welt, geprägt von Bandenkämpfen und politischen Unruhen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Mogadischu besitzt einen Seehafen und ist das ökonomische und finanzielle Zentrum Somalias. Die wichtigsten Industriezweige sind die Lebensmittel-, Getränke- und Textilindustrie. Die Stadt ist über Straßen mit Kenia und Äthiopien verbunden. Es findet ein begrenzter Flugverkehr statt.
Literatur
- Ross E. Dunn: The Adventures of Ibn Battuta, Berkeley 1986. ISBN 0520243854
Koordinate: 2,40° N; 45,22° E
