Mondkarte
Klassische Mondkarten sind mit Landkarten kaum zu vergleichen - sie zeigen den Erdtrabanten aus großer Entfernung in jener Perspektive, wie man an ihn von der Erde sieht: als grau-gelb hervortretende Kugel mit dunklen "Meeren" und hellen Kraterflächen. Die Gebiete am Mondrand erscheinen dabei wegen der streifenden Sichtlinie in radialer Richtung stark verkürzt.
Landkarten wären mit dieser Eigenschaft sinnlos, doch bei Mondkarten wünscht der Betrachter meist einen ähnlichen Eindruck wie am Fernrohr.
Neuere Mondkarten sind meist "Fotomosaike", zusammengefügt aus mehreren Fotos. Beleuchtungseffekte werden mit Bildverarbeitung gemildert und alle Krater rings um den Mond haben die Schatten auf derselben Seite.
thumb|Foto-Mondkarte - Im Weltraum erscheint der Mond als graugelbe, kraterbedeckte Kugel. Die Erde wäre 5-6m rechts; das "Mare Orientale" (Mitte, 500km) schlug ein 20km-Körper vor 4 Mrd.Jahren
Unser Foto entspricht einem dritten Typ: es zeigt den halben Mond aus großer Distanz, doch das linke Drittel liegt auf der Mondrückseite: eine Sonde fotografierte aus etwa halber Monddistanz, die Erde wäre 5m seitlich von Deiner rechten Schulter. Zur Foto-Mondkarte in fast orthogonaler Projektion fehlt nur wenig: die Breiten- und Längenkreise; und die Mitte liegt auf 15° Südbreite.
Der Mond hat am 15" Bildschirm einen zentralen Maßstab von 1:60 Millionen und in vergrößerter Version etwa 1:18 Millionen. Die Schärfe des großen Bildes ist mit ~1mm begrenzt - was demnach 18 km am Mond entspricht. Weil solche Unschärfen bei Karten unter 0.2 mm bleiben sollen, wäre nur das kleine Bild als "Mondkarte" anzusprechen.
Eine detailreiche Ansicht der erdzugewandten Mondseite bei Vollmond zeigt das folgende Bild:
thumb|none|Detailreiches Bild vom Vollmond
