Montbéliard

Region Franche-Comté
Département Doubs
Arrondissement Montbéliard
Bezeichnung für die
Einwohner
Montbéliardais
Einwohner (1999) 27.570
Ballungsraum
im engeren Sinne (1999)
113.059 Einwohner
Ballungsraum
im weiteren Sinne (1999)
180.064 Einwohner
Fläche 1.501 ha

Montbéliard (deutsch Mömpelgard) ist eine Stadt im Département Doubs im Osten Frankreichs mit 27.570 Einwohnern (Stand: 1999).

Inhaltsverzeichnis

Verwaltung

Montbéliard ist Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements Montbéliard sowie Hauptort der Kantone Montbéliard-Ost (Montbéliard-Est) und Montbéliard-West (Montbéliard-Ouest), die jeweils einen Teil der Stadt sowie weitere Gemeinden umfassen.

Die Stadt Montbéliard bildet zusammen mit 18 weiteren Gemeinden (Allenjoie, Arbouans, Audincourt, Badevel, Bart, Bavans, Bethoncourt, Brognard, Courcelles-lès-Montbéliard, Dambenois, Dampierre-les-Bois, Dasle, Étupes, Exincourt, Fesches-le-Châtel, Grand-Charmont, Hérimoncourt, Mandeure, Mathay, Nommay, Sainte-Suzanne, Seloncourt, Sochaux, Taillecourt, Valentigney, Vandoncourt, Vieux-Charmont und Voujeaucourt) den Gemeindeverband des Montbéliarder Landes (Communauté d'Agglomération du Pays de Montbéliard), der insgesamt 121.101 Einwohner hat (Stand: 2004).

Die Stadt Montbéliard und die Communauté d'Agglomération sind auch Glieder Syndicat mixte des Ballungsraumes Belfort-Montbéliard-Héricourt-Delle (Aire urbaine Belfort-Montbéliard-Héricourt-Delle). thumb|280px|Mömpelgard um 1600

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt datiert aus dem Jahr 985; sie soll bereits damals befestigt gewesen sein.

Durch das von seinem Vater Graf Eberhard III. abgegebene Eheversprechen des späteren Grafen Eberhard IV. (1415-1417) mit Gräfin Henriette von Mömpelgard (Montfaucon) kam Montbéliard 1397 an das Haus Württemberg, da Henriettes Vater Heinrich von Mömpelgard ohne männliche Erben blieb. Im Wappen der Herzöge von Württemberg erscheinen die Fische (Barben) von Mömpelgard bis 1817.

Da in der Folgezeit keine starken Persönlichkeiten in Württemberg regierten, gelang es nicht, die französischen Besitzungen weiter zu vergrößern und zu einem geschlossenen Gebiet zu vereinigen. Als die Grafschaft Württemberg 1442 geteilt wurde, trat Herzog Eberhard genannt Eberhard im Bart alle linksrheinischen württembergischen Besitzungen - neben der Grafschaft Mömpelgard auch die Herrschaften Reichenweiher (Riquewihr) und Horburg an seinen Vetter Heinrich ab, so dass nun ein eigener Regent im Schloss in Montbéliard saß. Allerdings war die Herrschaft durch Machtansprüche Burgunds ständig bedroht. Im Münsinger Vertrag von 1482, der das geteilte Land wieder vereinigte, fielen die linksrheinischen Besitzungen dann wieder an Herzog Eberhard im Bart.

Bedeutsam wurden die württembergischen Besitzungen, weil Herzog Ulrich im Jahr 1524 - zehn Jahre vor Württemberg - die Reformation einführte. Als er aus Württemberg vertrieben worden war, hatte er hier Zuflucht gefunden. Seit der Reformation war Montbéliard damit eine protestantische Enklave inmitten einer katholischen Umgebung. Die Pfarrer für Mömpelgard und Horburg-Reichenweier wurden mit den württembergischen Theologen im "Stift" an der Universität Tübingen ausgebildet. Durch das gemeinsame lutherische Bekenntnis entstand eine starke Verbindung zwischen Württemberg und den linksrheinischen Gebieten, obwohl die württembergischen Herzöge zeitweise wieder eigene Regenten aus den Nebenlinien des Hauses einsetzten. Immer blieben vor allem die Herrschaften um Mömpelgard von Frankreich bedroht. Allerdings gingen von ihnen auch wichtige kulturelle Impulse aus. Im 17. Jahrhundert befestigte der bedeutende Baumeister Heinrich Schickhardt die württembergische Residenzstadt Montbéliard und erbaute in der Stadtmitte eine große protestantische Kirche.

Allerdings stürzte der Dreißigjährige Krieg auch die linksrheinischen württembergischen Gebiete in tiefes Elend. Im Zuge der französischen Eroberungspolitik unter König Ludwig XIV. suchte Frankreich auch die württembergischen Besitzungen unter seine Herrschaft zu bringen. Seit 1617 regierte wieder ein Zweig der Herzöge von Württemberg in Mömpelgard. Der letzte Herzog Leopold Eberhard versuchte absolutistisch zu regieren, was zu schweren Spannungen führte. Nach seinem Tod 1713 fiel Mömpelgard wieder an den Herzog in Stuttgart; allerdings waren alle Herrschaften noch bis 1736 von Frankreich besetzt. Die letzten Jahrzehnte der württembergischen Herrschaft verliefen ruhig, seit 1769 residierte Herzog Friedrich Eugen in Mömpelgard und hielt vor den Toren der Stadt in Etupes Hof, von wo aus er einige seiner Kinder sehr vorteilhaft verheiraten konnte. Die Tochter, Herzogin Sophie Dorothee, wurde 1776 als Maria Fjodorowna Gattin des Zaren Paul I. von Russland.

Im Zuge der Französischen Revolution kam es seit 1789 in den württembergischen Herrschaften zu Aufständen. Die revolutionäre Schreckensherrschaft tobte auch hier. 1796 trat Herzog Friedrich Eugen die linksrheinischen Herrschaften im Pariser Sonderfrieden an Frankreich ab. Dafür erhielt der Herzog von Württemberg 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss große weltliche und geistliche Gebiete.

Aus der langen Zugehörigkeit zu Württemberg rührt auch die - bei französischen Städten sonst unübliche - deutschsprachige Variante des Namens: Mömpelgard.

Obwohl die Einwohner der ehemals linksrheinischen Herrschaften heute französische Bürger sind, macht sich die württembergische Tradition heute noch bemerkbar. Es gibt noch Bauwerke, die an die einstige Herrschaft erinnern. Vor allem in der lutherischen Ausrichtung der Städte und Dörfer aber hat sich eine Eigenart erhalten, die einzig und allein auf die ehemalige Zugehörigkeit zu Württemberg zurückgeht. Als erste deutsch-französische Städtepartnerschaft nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine Verbindung zwischen Ludwigsburg und Montbéliard, beide Städte ehemalige Residenzen der Herzöge von Württemberg. Weiterhin werden von der Evangelischen Landeskirche in Württemberg auch heute noch Pfarrerinnen und Pfarrer zu Unterstützung der evangelischen Gemeinden entsandt.

In Montbéliard wurden geboren:

Literatur

Weblinks

See also: Montbéliard, 1442, 1482, 1524, 1617, 1713, 1736, 1776, 1789, 1796