Moselfränkische Dialektgruppe
385px|thumb|Das Moselfränkische innerhalb des Mitteldeutschen
Moselfränkisch ist eine Dialektgruppe des Rheinfränkischen, die im Bereich der Mosel vorwiegend in Rheinland-Pfalz gesprochen wird.
| Inhaltsverzeichnis |
Dialekte bzw. Mundarten des Moselfränkischen
Das "Linguasphere Register" (Ausgabe 1999/2000, Seite 430) führt unter dem Moselfränkischen fünf Dialekte auf:
- Trierisch (Rheinland-Pfalz)
- Eifelisch (Rheinland-Pfalz)
- Untermosellanisch (Rheinland-Pfalz)
- West-Westerwäldisch (Rheinland-Pfalz)
- Siegerländisch (Nordrhein-Westfalen)
Mit dem Moselfränkischen eng verwandt sind die Mundarten des Lothringischen, Westpfälzischen und Luxemburgischen. Beispiele für die meisten Gebiete rund um die Mosel (Hunsrück, Eifel und Saar):
Musel = Mosel, Döppen Döppchi Döppchen = Topf, Töpfchen, Päad = Pferd, Coar = Karre (auch abwertend für Auto), Schaaf = Schrank
Satzbeispiel: Wemma am Summer morjens de Viejelcher peifen hert, gäht et eäm scho vill bessa un ma get fit wie dem Noper sein Kaatz.
(Wenn man im Sommer morgens die Vögel pfeifen hört, geht es einem schon viel besser und man wird fit wie Nachbars Katze)
Zum Vergleich das Beispiel auf Luxemburgisch: Wann een am Summer moies d'Villercher päifen héiert, geet et engem scho vill besser an et gëtt een fit wéi dem Noper seng Kaz.
Besonderheiten
Die Mundart kann in Einzelfällen (Worten, Satzbildungen, Betonungen) von Dorf zu Dorf variieren. In der Stadt Trier z.B. hat man wieder eine ganz eigene Dialekt-Variante, das Trierische.
Auch die Siebenbürger Sachsen (Rumänien) sprechen einen dem Moselfränkischen eng verwandten Dialekt, da ihre Vorfahren überwiegend aus dem Rhein-Moselgebiet stammten.
Weblinks
Siehe auch: Franken (Volk), Deutsche Sprache, Moselromanisch
Literatur
- Alexandra N. Lenz: Struktur und Dynamik des Substandards. Eine Studie zum Westmitteldeutschen (Wittlich/Eifel). Stuttgart 2004.
Im Lexikon der Germanistischen Linguistik (Tübingen 1973) zeigt die Einteilungskarte des Westmitteldeutschen, dass unser Moselfränkischer Dialekt (MFD) wohl verwandt ist mit dem Rheinfränkischen, keineswegs aber eine Dialektgruppe des Rheinfränkischen ist. Vielmehr zeigt der sogenannte Rheinische Fächer, dass dieser Dialekt einen Unterdialekt des Mittelfränkischen darstellt.
Die Genzen, die Isoglossen, sind zum nördlich des MFD beginnenden Ribuarischen z.B. die Benrather, Ürdinger und andere Linien. Gegen das Rheinfränkische grenzt sich MFD v.a. durch die dat/das-Linie ab.
