Moses
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[[Bild:Mose (Michelangelo).jpg|thumb|250px|Der gehörnte Mose von Michelangelo (San Pietro in Vincoli)]] Moses (Mose, hebräisch: מֹשֶׁה Moshe, griechisch: Moyses, arabisch: Musa, jiddisch: Moische) ist ein in den 5 Büchern Mose vorkommender Prophet des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs und der Anführer des israelischen Volkes auf seiner Wanderung aus der Sklaverei in Ägypten ins verheißene Land (Auszug aus Ägypten, etwa im 13. Jahrhundert v. Chr.). Diese Befreiung aus der Gefangenschaft feiern die Juden jedes Jahr mit dem Pesachfest.
Im 2. Buch Mose 34,29 „Als nun Mose vom Berg Sinai herabstieg, hatte er die zwei Tafeln des Gesetzes in der Hand und wusste nicht, dass die Haut seines Antlitzes glänzte, weil er mit Gott geredet hatte.“) steht die hebräische Konsonantenfolge k r n. Sie bedeutet „Horn“ oder „Lichtstrahl“. Die falsche Übersetzung musste Michelangelo veranlasst haben Moses mit zwei Hörnern darzustellen.
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Thesen zur historischen Person Moses
Unter Historikern wird diskutiert, dass Moses auf einen rebellischen Pharao in der Zeit des Neuen Reiches zurück zu führen sein könnte. Amun-Masesa heißt der ca. im Jahr 1230 v.Chr. lebende Gegen-Pharao (ein Enkel von Ramses_II.) mit Parallelen zur Biographie von Moses, die auch in jüdischen Legenden beschrieben wurden. Masesa - Moses - die Namen könnten verwandt sein. Beide haben sich zehn Jahre lang im Lande Kusch aufgehalten, beide haben eine kuschitische Frau geheiratet - und beide kehren nach Ägypten zurück, um den Pharao zu bekämpfen. Es erscheint möglich, dass dieser Gegen-Pharao im Gegensatz zum regierenden Pharao noch dem monotheistischen Glauben von Echnaton folgte, was seine Rolle als Religionsstifter für verbündete hebräischen Sklavenclans plausibler macht. Wenn Masesa und Moses ein und dieselbe Person sind, dann ist eine kürzlich entdeckte Inschrift Masesas zugleich ein Beleg für die Geschichte der Bibel.
Die wunderbare Errettung
Der Bibel zufolge war Moses ein Israelit aus dem Stamm der Leviten. Sein Vater war der Sklave Amram, seine Mutter die Sklavin Jochebed. Er hatte zwei ältere Geschwister: den Bruder Aaron und die Schwester Miriam. Moses wurde nach seiner Geburt in einem "Kästlein von Rohr" am Ufer des Nils ausgesetzt - denn der Pharao hatte befohlen, alle männlichen Nachkommen der Hebräer aufgrund ihrer ihm bedrohlich erscheinenden Fruchtbarkeit umzubringen - und von einer ägyptischen Prinzessin gefunden. Zunächst bestellte sie Moses' leibliche Mutter als Amme, später nahm sie ihn als ihren eigenen Sohn auf und nannte ihn Mose (ägyptisch: "der Sohn"; die Deutung des Wortes als hebräisches Verb "herausziehen" in dem Satz "Denn sie sprach: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen" ist wohl nachträglicher Natur). So wuchs er im Haushalt des Pharao auf.
Das Exil
Als junger Mann floh er ins Exil nach Midian, nachdem er einen ägyptischen Sklavenaufseher im Zorn erschlagen hatte, als dieser einen Israeliten misshandelte. Dort heiratete er die Tochter des Priesters Jitro, Zippora, eine kuschitische (d. h. vermutlich: äthiopische oder allgemein schwarzafrikanische) Frau. Sie gebar ihm zwei Söhne, Gerschom und Elieser.
Die 10 Gebote
Einige Jahre später hatte er eine Begegnung mit JHWH als er gerade die Schafe seines Schwiegervaters hütete. Er kam am Gottesberg Horeb vorbei und erlebte, wie aus einem Dornenbusch Flammen schlugen, der Busch jedoch nicht verbrannte. JHWH gab sich zu erkennen und Moses wurde von diesem nach Ägypten zurückgesandt, um das Volk Israel aus der Sklaverei zu führen. Pharao wollte sie nicht ziehen lassen, bis Mose die Zehn Plagen auf Ägypten herabbeschwor. Danach zogen sie durch das Schilfmeer, in dem hinter ihnen die sie verfolgenden ägyptischen Truppen samt Pharao ertranken.
Moses wurden von Jahwe auf dem Berg Sinai die 10 Gebote und die ganze Thora für sein Volk gegeben. Er führte das Volk während der Wüstenwanderzeit an, zusammen mit seinem älteren Bruder Aaron, den er zum ersten Hohepriester salbte. Moses wurde von Jahwe verwehrt, das Land Israel selbst zu betreten; er starb kurz vor der Überquerung des Jordans auf dem Berg Nebo im Gebiet des heutigen Jordanien. Seine Nachfolge als Volksführer trat nicht einer seiner Söhne an, sondern sein Mitarbeiter Josua aus dem Stamm Ephraim.
Über das weitere Schicksal von Moses' direkten Nachkommen finden sich nur zwei kurze Notizen in der Bibel: Laut dem Buch der Richter dienten einige von ihnen -- entgegen dem jüdischen Gesetz -- als Priester für den Stamm Dan, laut dem 1. Buch der Chronik verwalteten andere von ihnen in späterer Zeit die Schatzkammer des Jerusalemer Tempels.
Der Auszug (Exodus) aus Ägypten
Moses hat von JHWH den Auftrag bekommen, das Volk Israel aus Ägypten in ein Land zu führen, in dem Milch und Honig fließen. Gott: "Aber ich weiß, dass euch der König von Ägypten nicht ziehen lassen wird, es sei denn, er werde gezwungen. Darum werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten mit all meinen Wundertaten schlagen." (2.Mos 3:19ff)
Eine wichtige Rolle spielt Moses Bruder Aaron, der als begnadeter Redner und auch als Wundertäter bekannt ist. Einmal schleudert er vor dem Pharao einen Stab auf den Boden, der sich durch die Macht Gottes in eine Schlange verwandelt. Dies dient dazu den Pharao vom Auszug der Israeliten zu überzeugen. (2.Mos 6:10-12) Ein anderes Mal verwandelt er mit dem selben Stab die Gewässer Ägyptens in eine stinkende, rote Flut.
Nachdem der Pharao durch Plagen endlich überzeugt ist - bei der letzten Plage verlieren alle Ägypter, auch der Pharao, ihren erstgeborenen Sohn - lässt er die Israeliten ziehen.
Vor dem Auszug und den Plagen befiehlt Gott aber den Israeliten noch, von den ägyptischen Versklavern diverse Kleidungsstücke und Schmuck zu verlangen. (2.Mos 3:22 und 12:35-37)
(Auch weiß Gott schon, dass Pharao die Israeliten nicht so einfach ziehen lassen wird.)
Die Israeliten ziehen los. Der Treck beträgt laut Bibel etwa 600.000 Personen zzgl. "viel fremdes Volk", Kinder nicht mitgezählt. (2.Mos 12:37-38) Damit sie die Richtung wissen, "zieht der Herr vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten." (2.Mos 13:21) Nach anderer Übersetzung handelte es sich nicht um 600.000 Personen, sondern um 600 Familienverbände.
Das Volk Israel ist aber unzufrieden mir ihrem neuen Gott und mit Moses und Aaron. Damit sie wieder glauben, läßt Gott einige Wunder geschehen. In einem trocknet er einen Streifen des Meeres aus - damit der gesamte israelische Tross durch das Meer ziehen konnte - um dann später das gesamte ägyptische Verfolgerheer darin ertrinken zu lassen. (2.Mos 14,28) Da die Kinder Israels aber nach einer Weile wieder unzufrieden waren und nicht daran glaubten, es mit einem göttlichen Wesen zu tun zu haben (2.Mos 15,24), ließ ihnen Gott in der Wüste Manna (auch als Wüstenbrot bekannt) vom Himmel fallen.
Der Höhepunkt des Exodus ist, als Moses von JHWH am Berg Sinai (auch Horeb genannt) die Gesetzestafel erhält. Die gesamte Region um den Berg war abgesperrt und als heiliges Gebiet erklärt worden. Der Berg Sinai war in Rauch gehüllt und erbebte stark. Niemand durfte sich dem Berg nähern. (2.Mos 19,18ff)
Der Mosesberg Sinai könnte auf der ägyptischen Halbinsel Sinai gelegen sein, vielleicht aber auch in der heutigen saudi-arabischen Provinz Asir. Denn die Israeliten mussten bei ihrer Wanderung den Fluss Jordan überqueren. Der Jordan liegt in Israel, aber ein gleichnamiger Fluss liegt eben auch in Saudi-Arabien.
Nachdem Moses die 10 Gebote erhalten hat, wächst jedoch abermals die Unruhe im Volk Isarael. Das gemeine Volk schmilzt allerhand Schmuck und Gold und baut sich ein goldenes Kalb, welches als neuer Gott angebetet wird. Moses ist erbost darüber, und befielt 3000 Mann zu töten. (2.Mos 32,27ff)
Ein anderes Mal lehnen sich 250 Leviten (die die Bundeslade und die anderen heiligen Gegenstände betreuten) gegen Moses und den Herrn auf. "Feuer ging vom Herrn aus, und er verzehrte die 250 Männer." (4.Mos 16,33)
Kurz vor dem gelobten Land angekommen, stellt der Herr den Israeliten als Stellvertreter einen Engel zur Verfügung, der die dort ansässigen Völker vertrieb. "Und ich will einen Engel vor dir hersenden und die Kanaaniter, Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Hewiter und Jebuster vertreiben." (2.Mos 33,2)
Das Volk zieht danach im gelobten Land ein. Moses muss jedoch sterben, nachdem er einen Blick über den Jordan geworfen hat, aber bevor er überquert wurde, da er sich selbst einmal gegen seinen Herrn aufgelehnt hatte.
Bedeutung
Moses ist der Begründer der Mosaischen Religion, die sich zum Judentum weiterentwickelte.
Im Islam gilt Moses (Musa) als bedeutender Prophet; besonders die Geschichte seiner Konfrontation mit dem Pharao und dessen Hofmagiern erscheint öfters im Koran.
Die Darstellung des Moses mit Hörnern in manchen älteren (west-)christlichen Kunstwerken (wie auf dem obigen Foto zu erkennen) geht auf einen Schreibfehler in der lateinischen Bibel zurück -- cornuta, gehörnt, erscheint statt coronata, gekrönt.
Als Moses (Schiffsjunge) wird auch das jüngste Besatzungsmitglied an Bord eines Schiffes bezeichnet, von spanisch mozo = Bursche. Vielfach wird auch das kleinste Boot (das Beiboot einer Yacht) mit Moses bezeichnet.
Die ehemalige Sklavin Harriet Tubman arbeitete unter dem Decknamen Moses in der Underground Railroad.
Die Bundeslade und das Manna
Über das Manna-Problem gibt es einen schon Jahrhunderte andauernden Gelehrtenstreit. Allgemein wird angenommen, dass Manna ein Sekret der Schildlaus Tamarix mannifera ist, der von Beduinen gesammelt und dann verspeist wird.
Hingegen keine Akzeptanz in der Wissenschaft hat eine Deutung von 1976 (George Sassoon und Rodney Dale), die sich auf eine moderne Deutung alter jüdischer Bücher stützt, und besagt, dass das Manna von einer Maschine, in Verbindung mit der Bundeslade, hergestellt wurde. Die Maschine mit dem Namen "Uralter der Tage" sollte laut diesen Autoren, genau wie die Bundeslade, von Moses gebaut werden. Diese Maschine wurde demnach von den Levitenpriestern bedient und gereinigt. Angeblich sollte das Manna durch eine biochemische Reaktion hergestellt werden. Wurde die Maschine nicht richtig bedient ging das Manna aus. Der Prophet Joshua beklagt das. "An eben diesem Tage hörte das Manna auf." (Jos. 5,12) Die Bundeslade wurde später von den Philistern erbeutet. (Sam. 5,11+12, 2.Sam 6,3-7)
Es gibt auch Ansichten (ebenfalls ohne Akzeptanz in der Wissenschaft), dass die Bundeslade und "der Uralte der Tage" eine Art göttliche Universalmaschine waren. In einer Stelle in der Bibel wird beschrieben: Die Bundeslade zog "drei Tagesreisen vor ihnen her, um eine Ruhestätte für sie zu erkunden." (4.Mos 10,33). Die Bundeslade -- und laut dieser Theorie auch "Der Uralte der Tage" -- wurden im "Zelt der Zusammenkunft" aufbewart.
Literatur
- Sigmund Freud: Der Mann Moses und die monotheistische Religion
- Richard Müller: Mose, der Knecht Gottes, Dillenburg, 2. Aufl. 1991, ISBN 3-921292-51-4
Weblinks
- Artikel Moses mit Bibliographie (BBKL)
