Multikulturelle Gesellschaft

thumb|Symbolfoto: Kinder verschiedener Kulturen

Als multikulturelle Gesellschaft bezeichnet man in der Soziologie eine Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher Herkünfte, Nationalitäten, Sprachen, Religionen und Ethnien zusammenleben. Durch die kulturellen Unterschiede ergeben sich verschiedene Traditionen, Lebensstile und Vorstellungen von Werten und Ethik.

In Deutschland wurde der Begriff in der öffentlichen Diskussion um die Ausländerpolitik Ende der 1980er Jahre bekannt.

In der liberalen Politik verbindet man damit ein erstrebenswertes Ideal einer Gesellschaft, um Vorurteile, Diskriminierung und Fremdenhass abzubauen und dadurch ein friedvolles Zusammenleben zu fördern. In einem typischen Modell einer multikulturellen Gesellschaft wird eine Assimilation genauso wenig angestrebt wie verhindert; die Selbstbestimmung jeder Kultur wird nicht angetastet. Dabei beruht das Modell auf dem gegenseitigen Verständnis der beteiligten Menschen. Idealerweise sollte weder eine Gruppe dominieren, noch irgendeine Gruppe ausgeschlossen sein, was naturgemäß nur schwer realisierbar sein wird. Befürworter einer multikulturellen Gesellschaft argumentieren, dass die Migration von Völkern einen natürlichen Prozess darstellt, der im Verlauf der Geschichte beobachtet werden kann.

In der konservativen Politik wird die multikulturelle Gesellschaft abgelehnt, da bei der Umsetzung ein durch die kulturellen Unterschiede bedingtes erhöhtes Konfliktpotential befürchtet wird. Mit einer toleranten Fremdenpolitik wird eine Erhöhung der Terrorismusgefährdung und der Gefahr für die innere Sicherheit einer Gesellschaft verbunden. Das Spottwort dafür ist "Multikulti".

Siehe auch

Literatur

Weblinks

See also: Multikulturelle Gesellschaft, Assimilation, Ausländer, Diskriminierung, Ernest Renan, Ethik, Ethnie, Frieden, Gesellschaft, Herkunft