Erdrutsch
thumb|Schuttstrom auf einer alpinen Viehweide Bei einem Erdrutsch gleiten größere Erd- und Gesteinsmassen durch Einwirkung der Schwerkraft von einem Hang mit ausreichend großer Hangneigung ab.
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Ursachen
Die häufigste Ursache ist, dass der Erdboden am Hang zu große Mengen an Wasser, beispielsweise infolge heftiger Gewitterregen oder durch Schneeschmelze, aufgenommen hat. Wegen zu geringer innerer Haftreibung folgt daraus ein Verlust der Stabilität.
Andere mögliche Ursachen sind
- Erdbeben
- ganz allgemein tektonische Bewegungen
- Erosion durch Wind und Frost
- Schädigung des Erdbodens durch starke Abholzung und ausgedehnten Bergbau
Das Risiko eines Erdrutsches ist abhängig von:
- Der Wasserdurchlässigkeit und Wasseraufnahmefähigkeit der Bodenschichten.
- Dem Gefälle des Geländes.
- Dem Vorhandensein oder Fehlen einer schützenden Vegetation, deren Wurzelwerk die Bodenkrume zusammenhält.
- Dem Vorhandensein rutschiger Grenzflächen, beispielsweise entlang von Tonschichten.
Formen des Erdrutsches
Ein Erdrutsch bewegt sich meist in komplexer, rotierender Bewegung nach unten. Je nach Entstehungsort können auch Bäume, Eis- oder Schneemassen oder Bestandteile menschlicher Bauwerke zum Materialstrom beitragen.
Besondere Formen des Erdrutsches sind:
- Die Mure, bei der sich Schlamm oder ein Gemisch von Schlamm und Geröll fließend nach unten bewegen.
- Der Schuttstrom, bei dem Wasser und Schutt plötzlich und kanalisiert freigesetzt werden.
- Die Rutschung, bei der Erdmaterial entlang einer Schwächezone als Block abrutscht.
Tektonische Erdrutsche mit globalen Folgen
Ein Erdrutsch ist eine häufig vorkommende, aber in der Regel lokale Naturkatastrophe.
Tektonische Erdrutsche können jedoch eine der schlimmsten weiträumigen Katastrophen auslösen: Überall um die Sockeln der Hawaii-Inseln herum findet man unter Wasser mehr als 20 riesige Schuttkegel. Teilweise enthalten sie mehrere Kubikkilometer Material. Sie wurden verursacht durch tektonische Kräfte, nämlich teilweise durch normale Erdbeben und teilweise durch so genannte stille Beben, das heißt rasche tektonische Bewegungen ohne die für ein Erdbeben typischen schlagartigen Erschütterungen.
Wenn eine solche Menge Gestein ins Meer rutscht, dann entstehen gewaltige Tsunamis. Aus Korallenablagerungen an Berghängen weit oberhalb der Wasserline schließen Geologen, dass diese eine Höhe von deutlich mehr als 100 m erreichen können. Eine solche Welle würde das schlagartige Ende aller großen Bevölkerungszentren und Industrieregionen an der japanischen, chinesischen und indochinesischen Ostküste und an der amerikanischen Westküste bedeuten.
Geologen schätzen das mittlere Risiko eines solchen Ereignisses auf rund einmal pro 100.000 Jahre.
Verwandte Themen
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Weblinks
Mure auf der Brenner-Autobahn: Artikel der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie
