Museologie

Die Museologie - und mit ihr die sie betreibenden Museologen / Museumskundler - widmet sich den musealen Kernaufgaben der Sammlung, Bewahrung / Bestandserhaltung, Dokumentation, Erforschung und Vermittlung (siehe Museumspädagogik) dreidimensionaler Sachzeugen, sowie der Geschichte und Einrichtung der musealen Sammlungen als materielle Archive (Kulturbehälter).

Inhaltsverzeichnis

Musealität

Als Wissenschaft untersucht die Museologie das Phänomen der Musealität. Also die Frage weshalb und nach welchen Kriterien bestimmte Objekte von der Gesellschaft und dem Einzelnen als Repräsentaten einer bestimmten Lebenswirklichkeit (an-)erkannt werden. Vergleichbar mit derm "latenten Bild" auf einem noch nicht entwickelten Film ist jedes Objekt ein latent museales Objekt. Aufgabe des Museologen ist es diese Eigenheit vor dem Hintergrund einer bereits existierenden Sammlungskonzeption oder einer zunächst zu schaffenden Sammlungskonzeption zu erkennen, herauszuarbeiten und möglichst optimal zu vermitteln (siehe auch Museumspädagogik). Dies kann entweder im verdichteten Bild einer Ausstellung von mehreren Objekten, am einzelnen Objekt oder mittels sekundärer Medien (Publikation, Film, Audio, Internet...) erfolgen.

Sammlung, Sammlungsstrategien, Inventarisierung

Eine wesentliche Aufgabe des Museolgen ist es, in Abstimmung mit den Fachwissenschaftlern und benachbarten Institutionen, Strategien für die Sammlungstätigkeit seines Museums zu entwickeln. Er hat in diesem Zusammenhang generell und später im Einzelnen zu entscheiden nach welchen Kriterien ein Objekt in die Sammlung des Museums aufgenommen werden soll. So können Objekte gesammelt werden:

...

Wurde die Übernahme des Objektes in den Sammlungsbestand beschlossen, so erhält das Objekt zunächst eine Eingangsnummer, der die Erwerbsunterlagen im Eingangsbuch zugeordnet werden. Im nächsten Schritt steht die Inventarisierung an. Hierbei wird das Objekt offiziell in das Inventar, also den Bestand des Museums übernommen und in das Inventarbuch eingetragen. Gleichzeitig wird die Inventarnummer am Objekt - möglichst dauerhaft, aber reversibel - am Objekt angebracht. Bewährt haben sich hierbei Nummern der Form:

Museumskürzel Jahr/Objektnummer.Unterpunktnummer/Gesamtzahl der Teile

also z.B. JM 1999/00333.1/12 für das erste von 12 Teilen des Objektes JM 1999/00333

Bestandserhaltung

Unter dem Begriff der Bewahrung / Bestandserhaltung werden alle Maßnahmen subsumiert die der langfristigen Bewahrung musealer Sachzeugen dienen. Ziel ist die unter konservatorischen Gesichtpunkten möglichst optimale Lagerung der Musealien. Hierbei sind externe und interne Faktoren zu berücksichtigen, die den Erhalt des Objektes jeweils in Abhängigkeit von dessen Materialien und Machart beeinflussen:

Extern

Intern

Dokumentation und Katalogisierung

Der Teilbereich der musealen Dokumentation hat das Ziel ein museales Objekt und seinen Ursprungskontext, seine Provinienz möglichst umfangreich und erschöpfend zu dokumentieren und zu erschließen.

Parallel zur Dokumentation erfolgt die Katalogisierung, also die Einarbeitung des Objektes in die Systematik des Museums. Geschah dies früher zumeist mittels einer auf Karteikarten basierenden Systematik, so werden heute hierfür immer häufiger moderne Datenbanksysteme eingesetzt. Verfügen Bibliotheken und Archive häufig über konkrete Titel nach denen sich ihre Objekte relativ exakt einordnen lassen, so ist die Erschließung musealer Objekte ungleich schwieriger. Aus diesem Grund kommen Thesauren, Klassifikationen und Schlagwortkatalogen auch in der Museolgie große Bedeutung zu. Für kulturgeschichtliche Museen hat vor allem der Schweizer Walter Trachsler auf diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet.

Leihverkehr

Zwischen Dokumentation und Vermittlung liegt bei nahezu jedem Ausstellungsprojekt die Planung und Organisation des Leihverkehrs. Organisatorisch wird diese Tätigkeit in vielen Museen durch die Abteilung "Sammlung" wahrgenommen; manche größere Museen haben eigene Leihbüros. Zentrale Aufgaben sind hierbei:

Die Zeichnung der Leihverträge erfolgt in der Regel durch die Museums- oder Amtsleitung. Es wird zwischen befristeten Leihverträgen und Dauerleihverträgen unterschieden.

Vermittlung und Besucherforschung

Die Vermittlungsarbeit im Museum gliedert sich in die Bereiche

Einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung der Ausstellungsdidaktik hat in den letzten Jahren die Besucherforschung geliefert, die die Rezeption von Ausstellungen mit qualitativen und quantitativen Methoden systematisch erfasst und analysiert. So hat sich aus der Besucherforschung heraus zum Beispiel die Methode des "Mock up", einer provisorischen Präsentation bestimmter Ausstellungselemente vor einem Testpublikum entwickelt, die das Ziel hat die Wirkung der Präsentation zu optimieren.

Historische Museologie

Die historische Museologie beschäftigt sich mit der Lehre von der Geschichte und Einrichtung der musealen Sammlungen als materielle Archive (Kulturbehälter) wie sie z.B. für Bodenfunde gesetzlich vorgeschrieben ist.

Weblinks

Hochschulen und Studiengänge

Forschungseinrichtungen

Literatur

Allgemein:

Dokumentation:

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See also: Museologie, Museologe, Museumspädagogik, Ausstellungsdidaktik, Besucherforschung, Walter Trachsler, Museolgen