Museumspädagogik

Die Museumspädagogik ist die Lehre von der Vermittlung des Sammlungsgutes. Sie entwickelt eigenständige methodisch-didaktische Konzepte um z.B. junge oder behinderte Besucher von Museen an Ausstellungsobjekte heranzuführen und sie ihnen näher zu bringen.

Inhaltsverzeichnis

Zum Begriff der Museumspädagogik

Terminologisch ist der Begriff der Museumspädagoik nicht unumstritten, da er häufig verkürzt und lediglich auf die Betreuung von Kindern und jugendlicher Museumsbesuchern angewandt wird. Tatsächlich widmet sich die Museumspädagogik jedoch allen Gruppen von Museumsbesuchern. Zudem verbindet man mit "Pädagogik" eher Begriffe wie "Erziehung" und "Lehre" als "Erlebnisse vermittlen" und "Beziehung schaffen". Noch immer sind Kinder eine wichtige Zielgruppe für die Angebote von Bildung und Vermittlung, doch gewisse Angebote richten sich auch an bestimmte Erwachsenengruppen z.B. Lehrpersonen und SeniorInnen.

Verankerung in den Museen

Vor dem Hintergrund dieser Debatte ist die Verortung der Museumspädagogik von Haus zu Haus sehr unterschiedlich. So gibt es neben Museen mit einer klassischen "museumspädagogischen Abteilung", Museen die lediglich eine "Kommunikationsabteilung" haben, die die Gesamte nach Außen gerichtete Kommunikation (Öffentlichkeitsarbeit, Vermittlungsarbeit...) des jeweiligen Museums abwickelt; sowie Museen, die einen "Besucherservíce" anbieten... andernorts spricht man bewußt nur noch von "Kulturvermittler" und ist von der Bezeichnung Museumspädagoge gänzlich abgekommen. Im Großstädten gibt es neben den "normalen" museumspädagogischen Abteilungen der Museen häufig noch übergeordnete museumspädagogische Dienste, die gemeinsam mit den Museen eigene Vermittlungsabgebote anbieten. Die Einbindung museumspädagogischer Abteilungen in die Ausstellungsplanung ist neben der "normalen" Vermittlungsarbeit ein weiteres wichtiges Arbeitsgebiet der Museumspädagogen. Sie wird jedoch in der Praxis leider häufig vernachläßigt.

Schulpädagogik vs. Museumspädagogik

Im Vergleich mit der Schulpädagogik ergibt sich für die Museumspädagogik (sofern man unter ihr mehr als das Führen von Schulklassen durch das Museum versteht) ein grundsätzlich anderer Ansatz. Steht in der Schulpädagogik die langfristige Wissensvermittlung vor dem Hintergrund der allgemeinen Schul(besuchs)pflicht im Vordergrund, kann die Museumspädagogik von einem grundsätzlich freiwilligen Besuch der Museumsbesucher und so auch von einem tendenziell aufgeschlossenerem Publikum ausgehen. Im Vordergrund steht dabei die momentane Auseinandersetzung mit den dreidimensionalen Sachzeugen des Museums, ihrer Geschichte und den davon ausgehenden Wechselwirkungen mit dem persönlichen Erfahrungsschatz des Besuchers. Problematisch für die Museumspädagogik ist der häufig nur über kurze Zeit bestehende Kontakt zu den Besuchern. Eine Situation der die Museen durch diverse Aktivitäten zur Besucherbindung entgegenzuwirken versuchen. Neben dem Ansatz über die traditionellen Besucherschichten hinaus auch Kinder und Jugendliche durch Museumspässe und Fördervereine stärker an das jeweilige "Haus" zu binden, dürfte das Internet zu einem auch in diesem Zusammenhang immer wichtiger werdenden Medium werden.

Beispiele museumspädagogischer Arbeit

Als Beispiel für museumpädagogische Angebote können integrative Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung gelten, wie sie z.B. von den museumspädagogischen Diensten am Überseemuseum Bremen und an Kölner Museen angeboten werden. Dabei werden Themen oft projektartig in handlungsorientierter Form erarbeitet.

Liste bedeutender Museumspädagogen (im Aufbau)

Museumspädagogische Literatur

Museumspädagogische Literatur in englischer Sprache

Weblinks

MuseumspädagogInnen]

See also: Museumspädagogik, Adolf Reichwein, Alfred Lichtwark, Didaktik, Georg Michael Kerschensteiner, Museum, Oskar von Miller, Schulpädagogik, Hugo von Tschudi