Mut (Tugend)
Mut, zumeist als Tugend angesehen, bezeichnet die Fähigkeit und das Selbstvertrauen, bereitwillig etwas zu wagen, vor dem man für gewöhnlich Angst hat. Das Wort stammt aus dem Altgermanischen muod und bedeutete eigentlich erregt sein, nach etwas trachten. Auch im Sinne eines seelischen Erregungszustand wie Zorn wurde es verwendet.
Die heutige Bedeutung erlangte es erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Ältere Wortbedeutungen siehe unter "Mut".
Dies muss nicht zwingend etwas tatsächlich Gefährliches sein. Wer vor Situationen Angst hat, die objektiv nicht gefährlich sind (etwa aufgrund einer Phobie), verhält sich insofern mutig, sich ihnen auszusetzen.
Vor einer gefährlichen Situation keine Angst zu haben wird ebenfalls gelegentlich als Mut bezeichnet, obwohl dies auch ein Zeichen von Erfahrung (Sicherheit, die Situation bewältigen zu können) oder auch von Naivität sein kann (das mögliche Gefahrenpotenzial wird gar nicht erkannt).
Ähnliches wie "Mut" umschreiben die Wörter "Kühnheit", auch "Bravour" (bes. für soldatischen Mut) und (sehr umgangssprachlich-berlinisch) "Traute". "Tapferkeit" betont gegenüber dem "Mut" eher die Charakterstärke, unter widrigen Umständen auszuharren.
Etlicher Mut wird auch moralisch getadelt ("Übermut", "Leichtsinn", schärfer: "Torheit"); getadelt vor allem, wenn der Mut einer unwürdigen Sache dient.
Gegenbegriffe zum "Mut" sind "Zaghaftigkeit", moralisch noch absprechender: "Innerer Schweinehund", "Feigheit". Wird aber der Mut verurteilt ("Dreistheit", "Tollkühnheit" oder gar Mutwillen), so wird sein Gegenteil ggf. als "Besonnenheit" gelobt.
Der Mut ist in einigenorts eine Berufstugend, nicht etwa nur bei Soldaten – zu denken ist an Streifenpolizisten, Feuerwehrleute, Sprengmeister, Küstenfischer, Akrobaten, Journalisten in Diktaturen, Politiker oder Klettersportler. Man merkt es erst an der Verachtung, wenn er dort fehlt. Zuschreibungen und Aberkennungen von "Mut" sind im Übrigen ein Tummelplatz der Vorurteile; vgl. nur Männlichkeit/Weiblichkeit.
Sprichwort, Redewendung, Zitat
- Dem Mutigen gehört die Welt.
- an jemandem sein Mütchen kühlen
- Mut zeiget auch der Mameluck - Gehorsam ist des Christen Schmuck. (So ein Ordensgeneral bei Friedrich Schiller.)
