Mutter Courage und ihre Kinder

Im Drama "Mutter Courage und ihre Kinder" von Bertolt Brecht geht es um eine Frau, die als Marketenderin zwar vom Krieg lebt, darin jedoch ihre Kinder verliert.

Handlung

Anna Fierling, bekannt unter dem Namen Mutter Courage, zieht zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges zusammen mit ihren zwei Söhnen Eilif und Schweizerkas und ihrer stummen Tochter Kattrin sowie ihrem Planwagen durch fast ganz Europa. Eilif wird eines Tages als Soldat angeworben. Sie zieht ohne ihn weiter und gerät mit Teilen des finnischen Regiments in Gefangenschaft der Katholiken. Im Zuge dessen wird der inzwischen zum Zahlmeister beförderte Schweizerkas aufgrund eines Missverständnisses exekutiert, nachdem Mutter Courage aufgrund von Geldsorgen zu lange zögert ihn freizukaufen. Eilif wird während eines kurzen Friedens ebenfalls exekutiert, weil er einige Bauern überfallen und ihr Vieh gestohlen hat. Zuletzt wird Kattrin erschossen, als sie durch Trommeln die schlafende Stadt Halle vor dem heranziehenden feindlichen Heer warnt. Alleine macht sich Mutter Courage daher auf den Weg, um ihren noch lebendig geglaubten Sohn Eilif zu suchen.

Charakterisierung der Mutter Courage

Mutter Courage (franz.: Beherztheit, Schneid, Mut) ist eine geschäftstüchtige Marketenderin und zugleich Mutter von drei Kindern. Sie sagt immer klar ihre Meinung und ist dabei gelegentlich etwas respektlos, beispielsweise will sie einen Feldwebel lehren, was sich gehört und wie er mit ihr zu reden hat (Szene 1). Ihr Geschäftssinn, der fast schon an Gier grenzt, und ihre mütterliche Seite - belegbar an der Sorge um Kattrin, wegen der sie in Szene 8 die Chance auf eine gesicherte Zukunft für sich alleine nicht annimmt - stürzen sie in einen tiefen Konflikt, da sich die beiden Eigenschaften eigentlich ausschließen. Deutlich wird dies an der versuchten Rettung Schweizerkas', als Mutter Courage ihn zwar unbedingt freikaufen und so vor der Exekution bewahren will, gleichzeitig aber kein Geld verlieren möchte (Szene 3). Ebenso führt ihre Gier oft zu Unmenschlichkeit gegenüber anderen, zum Beispiel in Szene 5, wo sie sich weigert, Offiziershemden kostenlos zur Rettung von Bauern zur Verfügung zu stellen. Insgesamt ist Mutter Courage sehr uneinsichtig, denn obwohl sie erkennt, dass der Krieg an sich schlecht ist und ihre Kinder aus ihm heraus halten will, lehnt sie den Frieden ab, um weiterhin Geschäfte zu tätigen und Geld zu verdienen.

Bedeutung des Werks

Das Werk ist als Kritik am Nationalsozialismus gedacht. Brecht, der es während seiner Zeit im Exil verfasste, beschreibt zwar bewusst Ereignisse in einem zeitlich weit vom Veröffentlichungszeitpunkt entfernten Krieg, meint aber eigentlich den zweiten Weltkrieg. Hauptmerkmale, an denen die scharfe Kritik deutlich wird, sind einerseits, dass es im Buch praktisch keinen Charakter gibt, den der durchschnittliche Leser sympathisch finden wird, und andererseits, dass Mutter Courage am Ende durch den Krieg, von dem sie offensichtlich lebt, alles verliert.

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