Nabucco

thumb|Aufführung von 'Nabucco' der schlesischen Nationaloper auf der Freilichtbühne Eberswalde im August 2004 Nabucco, die italienische Namensform von Nebukadnezar, ist der Titel einer Oper von Giuseppe Verdi, 1841 komponiert und am 9. März 1842 in Mailand uraufgeführt. Das Libretto stammt von Temistocle Solera (1815-1878). Die Oper hat das Streben des jüdischen Volkes nach Freiheit aus der babylonischen Gefangenschaft zum Thema.

Zur Entstehungszeit identifizierte sich das italienische Volk mit diesem Freiheitsstreben, sehnte es sich doch selbst nach der Einheit Italiens. So wurde der bekannte Freiheitschor "Va pensiero, sull'ali dorate" (deutsch "Steig, Gedanke, auf goldenen Flügeln") zu einer Art Nationalhymne, ein Protest gegen Tyrannei und politische Willkür.

„Nabucco“ markiert den Beginn der „Galeerenjahre“ Verdis, in denen er sich von immer neuen Verträgen zum Schreiben von nicht immer erfolgreichen Opern treiben ließ. Der Begriff geht auf einen Brief Verdis von 1858 zurück: „Seit Nabucco habe ich sozusagen keine ruhige Stunde mehr gehabt. Sechzehn Jahre Galeerenarbeit“, schrieb der Komponist da – also von 1842 bis 1858.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Handelnde Personen

Abigaille: Sopran, angeblich erstgeborene Tochter von Nabucco
Fenena: Mezzo-Sopran, zweitgeborene Tochter von Nabucco
Anna: Sopran, Zaccarias Schwester
Nabucodonosor (Nabucco): Bariton, König von Babylon
Ismaele: Tenor, Neffe von Sedecia, König von Jerusalem, liebt Fenena
Zaccaria: Bass, Hohepriester
Hohepriester des Baal, Bass
Weitere: Soldaten, Volk

Hintergrund: 586 v.Chr.

Akt I - Jerusalem

Im Tempel des Solomon in Jerusalem

Die Hebräer und Leviten sind in Solomons Tempel versammelt um das Schicksal der Israeliten zu beklagen, welche vor kurzem vom Babylonischen König Nabucco besiegt wurden. Dieser marschiert gerade in die Stadt ein. Der Hohepriester ermutigt seine Gefolgsleute die Hoffnung nicht aufzugeben, da sie noch eine wertvolle Geisel, Fenena - Nabuccos Tochter, besitzen. Fenena wird durch Ismaele, Neffe des Königs Sedecia von Jerusalem, bewacht. Ismaele ist allerdings in Fenena verliebt, welche ihn unter großem persönlichen Risiko befreit hatte, als er Gefangener in Babylon war. Diese Gunst möchte er nun zurückgeben. Die zwei planen fortzulaufen, wenn Abigaille, von der jeder glaubt sie sei Nabuccos erstgeborene Tochter, an der Spitze von Babylonischen Soldaten, die als Hebräer verkleidet sind, den Tempel betritt. Abigaille offenbart Ismaele flüsternd ihre Liebe und bietet an alle Hebräer freizulassen, wenn er ihre Liebe erwidert. Ismaele will sich nicht erpressen lassen. Während dessen begehrt eine Menge von Hebräern, die von Nabuccos Soldaten gejagt wurden, Zuflucht im Tempel. Dann taucht der König selbst an der Tür auf. Zaccaria droht Fenena zu töten, wenn Nabucco und seine Leute es wagen den heiligen Platz zu missachten. Er hebt den Dolch, aber Ismaele schreitet ein und rettet sie vor dem Tod. Zaccaria verdammt den Verräter. Nabucco umarmt seine Tochter und befiehlt den Tempel niederzubrennen.

Akt II - Sakrileg

Szene 1 - Die königlichen Zimmer im Palast in Babylon

Aus einem von Nabucco geheimgehaltenen Dokument erfährt Abigaille ihre wahre Herkunft. Sie ist nicht Nabuccos Erstgeborene sondern die Tochter einer Sklavin.

Sie wird unterbrochen, aber ist entschlossen sich an Fenena zu rächen, der Nabucco den Thron anvertraut hat während er die Hebräer bekämpft. Sie will ihre Rivalin töten, den Thron übernehmen und die Nachricht verbreiten dass Nabucco tot sei. Ihr Vorhaben wird durch den Hohepriester des Baal unterstützt.

Szene 2 - In einem anderen Flügel des Palastes

Zaccaria und seine Leute gehen zu Räumen um sie zum jüdischen Glauben zu bekehren. Der Chor der Leviten verwünscht Ismaele, da er Fenena das Leben gerettet hat. Er scheint für jeden ein Verräter zu sein. Zaccaria befiehlt dem Chor Einhalt - Ismaele sei kein Verräter, da er das Leben einer Konvertierten gerettet hat. Abigaille ist gerade dabei ihren Plan auszuführen als Nabucco unerwartet zurückkehrt. Er greift die Krone und erklärt sich selbst zum alleinigen König und Gott, den die Leute bis in alle Ewigkeit anbeten sollen. Bei diesen Worten schlägt ein Gewitter von Blitzen neben dem eingeschüchterten König. Eine übernatürliche Kraft hebt die Krone von seinem Kopf. In der folgenden Lähmung ergreift Abigaille die Krone.

Akt III - Die Weissagung

Szene 1 - Die hängenden Gärten im königlichen Palast in Babylon

Abigaille, die sich selbst zur Königin ernannt hat sitzt auf dem Thron im Beisein des Hohepriesters um die Huldigung der Adligen zu empfangen. Plötzlich erscheint der wahnsinnig gewordene Nabucco. Abigaille überlistet ihn, um das königliche Siegel zu bekommen, mit dem das Todesurteil der Hebräer, inklusive der konvertierten Fenena, ratifiziert werden kann. Nabucco erkennt den Trick zu spät, protestiert und droht Abigaille die Details ihrer Geburt offenzulegen. Er sucht nach der Geburtsurkunde, aber Abigaille hat sie schon und zerreisst sie lachend in kleine Stücke. Sie übergibt den alten König den Wachen und lässt ihn einsperren. Nabucco verspricht den Thron abzutreten, wenn Abigaille Fenena verschont. Abigaille lehnt den Vorschlag aber mit einem sardonischen Lächeln ab.

Szene 2 - An den Ufern des Euphrats

Die Hebräer, zur harten Arbeit verdammt, beklagen ihr "schönes und entferntes Heimatland" und rufen den Herrn um Hilfe. Zaccaria ermutigt die Leute mit einer pathetischen Prophezeihung dass eine furchtbare Rache Babylon heimsuchen wird.

Akt IV - Der zerbrochene Götze

Szene 1 - Räume des königlichen Palastes in Babylon

Nabucco, der aus einem tiefen Schlaf voller Alpträume erwacht, hört Fenenas Name von der Straße. Er stürzt zum Balkon und wieder zurück aus Verzweiflung, seine Tochter in Ketten zu sehen. Vergebens versucht er den Palast zu verlassen, nur um festzustellen dass er selbst ein Gefangener ist. Dann kniet er nieder um den Gott der Hebräer um Erbarmen anzuflehen. Plötzlich öffnet sich das Tor und eine Gruppe königstreuer Wachen erscheint. Mit gezogenem Schwert folgen sie ihm um seine Krone zurückzuforden und Fenena zu befreien.

Szene 2 - In den hängenden Gärten des königlichen Palastes in Babylon

Fenena wurde mit anderen Hebräern zum Opferaltar in den Hängenden Gärten gebracht. Der Hohepriester des Baal führt gerade die Opferzeremonie durch, als Nabucco und seine Gefolgsleute eintreten. Er befiehlt, das Götzenbild umzustürzen. Der Götze fällt, bevor er berührt wurde, zu Boden und zersplittert. Die Juden sind befreit und Nabucco ermahnt seine Leute, sich vor dem Gott der Juden, Jehovah, zu verneigen. Abigaille, besiegt auf ganzer Linie, vergiftet sich selbst. Bevor sie stirbt, bittet sie ihre Schwester um Vergebung.

Weblinks

See also: Nabucco, 1841, 1842, 9. März, Adel, Baal, Babylon, Gebet, Giuseppe Verdi, Götze