Nächstenliebe

Die Nächstenliebe ist ein zentraler Begriff der jüdischen und christlichen Ethik und die wesentliche Forderung, die Jesus in seinen Predigten aufstellt. Die Liebe zu Gott und zum Nächsten gelten als gleichrangige Forderungen. In der entsprechenden Stelle im Matthäusevangelium Kap. 22, 37-40 werden ihrerseits zwei Stellen aus der Tora zitiert, nämlich ein Vers aus dem Schma-Gebet sowie Levitikus 19, 18, üblicherweise als Liebe deinen Nächsten wie dich selbst wiedergegeben. Näher beim hebräischen Urtext wäre jedoch die Übersetzung: Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du. Die Nächstenliebe ist eine Form der Liebe. Liebe ist aktiv, „tätige Liebe“ (Caritas).

Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben. Selbstliebe bedeutet in diesem Fall nicht, egoistisch zu sein, sondern sich selbst annehmen und akzeptieren zu können und die ethischen Werte der Bibel auf sich selbst anzuwenden, weil man es wert ist.

Zitate

„Ihr drängt euch um den Nächsten und habt schöne Worte dafür. Aber ich sage euch: eure Nächstenliebe ist eure schlechte Liebe zu euch selber.
Ihr flüchtet zum Nächsten vor euch selber und möchtet euch daraus eine Tugend machen: aber ich durchschaue euer Selbstloses.
Das Du ist älter als das Ich; das Du ist heilig gesprochen, aber noch nicht das Ich: so drängt sich der Mensch hin zum Nächsten.
Rathe ich euch zur Nächstenliebe? Lieber noch rathe ich euch zur Nächsten-Flucht und zur Fernsten-Liebe!
...
Meine Brüder, zur Nächstenliebe rathe ich euch nicht: ich rathe euch zur Fernsten-Liebe.
Also sprach Zarathustra.” (Friedrich Nietzsche)

Siehe auch

Weblinks


Kategorie:Ethik

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