Nahverkehr in Frankfurt am Main
Der Öffentliche Personennahverkehr in Frankfurt am Main wird durch die Verkehrsmittel Omnibus, Straßenbahn, Stadtbahn (teilweise als U-Bahn geführt) sowie S-Bahnen und Regionalzüge abgewickelt. Zuständig für die Organisation und Bestellung von Verkehrsleistungen in Frankfurt am Main ist die TraffiQ - Lokale Nahverkehrsgesellschaft mbH. Größtes Verkehrsunternehmen für den lokalen Verkehr in Frankfurt ist die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VgF). Im Stadt- und Regionalbusbereich sind außerdem noch die zur Connex-Gruppe gehörende Firma Alpina Rhein-Main GmbH und die Bundesbusgesellschaft Verkehrsgesellschaft Untermain (VU) tätig.
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S-Bahn
Die Frankfurter S-Bahn wurde 1978 eröffnet und befährt die meisten Vorortstrecken in der Umgebung Frankfurts, wobei sie sich in der Regel die Gleise mit dem Güter-, Regional- und Fernverkehr teilen muss. In der Innenstadt befährt die S-Bahn einen sieben Stationen umfassenden Tunnel, die so genannte Stammstrecke, die zwischen 1978 und 1992 erbaut wurde. Näheres zur S-Bahn Frankfurt siehe S-Bahn Rhein-Main.
Vorortbahnen
Die Frankfurt-Königsteiner Eisenbahn (FKE) betreibt im Westen der Stadt drei S-Bahn-ähnliche Vorortlinien mit dieselelektrischen Triebzügen:
- Linie 12: Hauptbahnhof - Höchst - Königstein
Diese Strecke bildet die Kernstrecke der FKE. Die Hauptwerkstatt befindet sich in Königstein.
- Linie 13: Höchst - Bad Soden
Zur S-Bahn-Eröffnung 1978 wurde hier noch ein S3-Pendel mit ET420 angeboten, der seit den 90er Jahren durch die VT2E der FKE ersetzt wurde. Der Grund waren Klagen der Fahrgäste und Anwohner über die zu hohe Geräuschbelästigung durch die S-Bahn-Züge. Zur Zeit finden auf dieser Strecke die Ausbildungsfahrten der Vectus-LINT statt.
- Linie 15: Hauptbahnhof - Bad Homburg - Brandoberndorf.
Die heutige Taunusbahn bildete einst einen Teil der Alternativ-Verbindung zwischen Weilburg bzw. Albshausen und dem Rhein-Main-Gebiet. 1969 wurde jedoch die Strecke Weilburg - Grävenwiesbach stillgelegt, die Strecke Albshausen - Brandoberndorf - Grävenwiesbach folgte 1988. Der Rest wurde heruntergewirtschaftet. 1993 übernahm der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) die noch verbliebene Strecke von der DB und modernisierte sie komplett. Heute gilt sie als eines der Vorbilder für reaktivierte Nebenstrecken. Am 15. November 1999 wurde auch der Abschnitt Grävenwiesbach - Brandoberndorf mit einem 1300m langen Tunnel wieder eröffnet.
Regionalverkehr
Im Verkehrsverbund RMV verkehren zahlreiche Regionalexpress- und Regionalbahn-Linien, ganz überwiegend zwischen dem Hauptbahnhof und Zielen in den Außenbereichen der Region. Für eine Übersicht, siehe Liste der RMV-Linien.
Bus
Die ersten Pferdeomnibuslinien zwischen Bockenheim und dem "Hanauer Bahnhof" (Ostbahnhof) über die Hauptwache sowie zwischen dem Westendplatz und dem "Offenbacher Bahnhof" (Lokalbahnhof) wurden 1863 eröffnet. Eine dritte Linie folgte später zwischen Hauptwache und Bornheim. Mit dem Bau der Pferde- bzw. Straßenbahnlinien zu Ende des 19. Hahrhunderts wurde der Omnibusverkehr allerdings wieder eingestellt.
Erst 1925 wurde in Frankfurt wieder ein Busverkehr mit 8 Kraftomnibussen eingerichtet. Mit der Eingemeindung 1928 wurde der Busbetrieb der bis dahin selbständigen Stadt Höchst übernommen.
thumb|Ein Omnibus der Firma Büssing 1951 gab es dann eine Neuentwicklung. Die so genannten Schnellbuslinien versorgten die äußeren Stadtteile und Vororte, wie Offenbach, Bad Homburg und den Flughafen, ab 1964 auch die Nordweststadt. Auf den Linien wurden z.T. Doppeldeckerbusse der Firma Büssing eingesetzt. Schnellbusse gibt es zwar schon lange nicht mehr in Frankfurt, aber in den Tarifinformationen der RMV tauchten die zuschlagpflichtigen Buslinien noch bis vor kurzem auf.
Oberleitungsbus
Die Geschichte des Oberleitungsbusbetriebs in Frankfurt dauerte nur 15 Jahre. Von 1944 bis 1959 fuhren Obusse einer Linie 60 von Heddernheim zur Endhaltestelle der Straßenbahn in Praunheim Brücke. Die Gründe für die Schaffung dieser Linie war der prekäre Treibstoffmangel während des Krieges und die Möglichkeit, an beiden Endstationen die Stromversorgung der Straßenbahn nutzen zu können.
Der Nachbarbetrieb Stadtwerke Offenbach besaß von 1951 bis 1972 drei Obuslinien.
Straßenbahn
Frankfurt besitzt seit 1872 eine (regelspurige) Straßenbahn. Wie damals üblich wurde diese zunächst als Pferdebahn betrieben. Ab 1888 gab es Dampfstraßenbahnen und im Jahr 1884 eine der ersten elektrischen Straßenbahnen der Welt (siehe Frankfurt-Offenbacher Trambahn-Gesellschaft).
Eine umfassende Beschreibung finden Sie unter Straßenbahn Frankfurt am Main.
U-Bahn
Eine als U-Bahn bezeichnete Stadtbahn gibt es in Frankfurt seit 1968. Teile des Netzes sind mittlerweile als echte U-Bahn ausgebaut (darunter die komplette Linie U4). Die Trennung von Straßenbahn und U-Bahn schreitet aber immer weiter voran, nicht zuletzt seit durch die Einführung von Niederflurfahrzeugen bei der Straßenbahn die Fahrzeuge nicht mehr ohne weiteres miteinnander kompatibel sind.
Das U-Bahn/Stadtbahn-Netz besteht aus drei Stammstrecken, die sich in den Außenbezirken in sieben Linien aufteilen.
Die ausführliche Beschreibung ist unter U-Bahn Frankfurt zu finden.
SkyLine
Die SkyLine ist eine Hochbahn auf dem Rhein-Main-Flughafen, die die beiden großen Terminals miteinander verbindet: Siehe Artikel SkyLine.
Zweisystemstadtbahn
Regionaltangente West
Ein Einsatzgebiet von Zweisystemstadtbahnfahrzeugen ist im Westen Frankfurts vorgesehen: Von Bad Homburg und vom Nordwestzentrum soll die so genannte Regionaltangente West (RTW) über Frankfurt-Höchst und den Flughafen nach Neu-Isenburg Zentrum verkehren. Die RTW soll als Mischbetrieb von Zweisystemstadtbahnwagen auf größtenteils vorhandenen Stadtbahn- und Eisenbahn-/S-Bahnstrecken verkehren, was ihre Realisierung - trotz der großen Streckengesamtlänge - recht preisgünstig macht. Ihre Aufgabe liegt primär darin, den Tangentialverkehr zu stärken und somit den Fahrgästen lästige und zeitaufwendige Umwege über die Frankfurter Innenstadt zu ersparen.
Siehe auch: Regionaltangente West
Regionaltangente Ost
Langfristig soll der Regionaltangente West auch eine Regionaltangente Ost folgen - diese soll Neu-Isenburg mit Bad Vilbel über Offenbach, Frankfurt-Fechenheim und Frankfurt-Bergen-Enkheim verbinden. Hierbei soll vor allem die Infrastruktur der Frankfurter Straßenbahn mitbenutzt werden.
Stadtbahn nach Hanau
Seitens der Fahrgastverbände kamen starke Bedenken gegen die nordmainische S-Bahnline auf, da sie in weitem Abstand an der Bebauung der Städte Maintal und Hanau vorbeifährt, damit wird die Linie nicht viel attraktiver werden, als der bisherige Regionalverkehr und das trotz ihrer hohen Kosten von fast 300 Millionen Euro.
Hierzu haben die Fahrgastverbände eine günstigere und besser erschließende Alternative entwickelt: Eine Zweisystemstadtbahn nach Karlsruher Modell könnte die bisherige Straßenbahnstrecke in Frankfurt mitbenutzen und am Ostbahnhof auf die Regionalbahntrasse übergehen. Einerseits lässt sich so ein Schnellbahnverkehr über Hanau hinaus ins bayrische Aschaffenburg oder über Bruchköbel und Nidderau bis nach Friedberg kostengünstig realisieren, der auf den tatsächlichen Bedarf besser angepasst werden kann, andererseits ist auch eine innerstädtische Erschließung in Maintal und in Hanau möglich. Dieses RegioTram-Netz hätte eine bedeutend größere Erschließung bei etwa gleichen Kosten, wie die S-Bahn.
Ein anderes Konzept sieht die Verlängerung der U6 von Fechenheim aus bis nach Hanau als Zweisystemstadtbahn nach Karlsruher Vorbild vor - dabei wäre ein jahrzehntelanger Streit über eine S-Bahn nach Hanau oder einer Stadtbahn nach Fechenheim endlich gelöst, denn der Bund will nur eines von beiden Projekten finanzieren. Während sich das Umland eher für die S-Bahn interessierte, wollte Frankfurt zuerst die Stadtbahn in Betrieb nehmen - die Konsequenz des Streites ist, dass bisher keine von beiden Projekten verwirklicht wurde. Nachteil hierbei ist jedoch, dass die Erschließung von Hanau und Maintal nicht anders als bei der S-Bahn möglich ist, so dass hier die Stadtbahn U6 nicht ihre Vorteile ausspielen kann, da eine Integration von Hochbahnsteigen und durchgängig separaten Bahnkörper an den geringen Straßenquerschnitten in Hanau und Maintal scheitern würde.
Mittlerweile hat sich vorläufig das Zweisystembahnmodell durchgesetzt. Die Hanauer Straßenbahn AG betreibt dieses unter der Bezeichnung MainLinie. Die Strecke führt von Hanau über Maintal, Frankfurt am Main, Flughafen Regionalbf. nach Rüsselsheim und Opelwerk. Dies wird als Versuch betrieben, bei dem verschiedene Neuerungen im Regionalverkehr des Rhein-Main-Gebietes erprobt werden, wie das Vorhandensein eines Bistros und einer Toilette in einem schnellbahnmäßigen Fahrzeug, sowie der Einsatz von Zweisystemstadtbahnwagen im Großraum Rhein-Main. Außerdem soll das Fahrgastwachstums durch verdichten des bestehenden Angebotes und die Schaffung einer neuen Direktverbindung zwischen Hanau, Maintal und dem Frankfurter Flughafen sowie dem Opelwerk in Rüsselsheim.
Farbgebung
Bis 1972 waren die Busse und Straßenbahnen in Frankfurt in elfenbein (RAL 1014) gestrichen. Lediglich die Stadtbahnwagen machten mit ihrer roten Farbgebung mit weißer "Bauchbinde" eine Ausnahme. Mit Lieferung neuer Straßenbahnwagen und Busse im Jahr 1972 wurde das Farbschema reinorange (RAL 2004) / hellelfenbein (RAL 1015) / beigegrau (RAL 7006)eingeführt. Als 1990 die erste Serie Niederflurbusse an die damaligen Stadtwerke Frankfurt ausgeliefert wurde, wählte man für diese eine türkisblaue Farbgebung namensSubaruvistablau (kein RAL-Farbton) aus. Diese Farbe sollte zunächst neuen Fahrzeugen vorbehalten bleiben. Später übernahm die aus den Stadtwerken ausgegliederte VgF die Farbe als Hausfarbe und ließ auch ältere Fahrzeuge umstreichen. Im Frankfurter Nahverkehr tätige Privatunternehmen benutzten derzeit noch ihre Hausfarben. So sieht man das Rot/Weiß der Verkehrsgesellschaft Untermain oder das Blau/Weiß der Alpina. Für die Lokale Nahverkehrsgesellschaft TraffiQ ist dies jedoch nur eine Übergangslösung. TraffiQ möchte ein einheitliches Erscheinungsbild aller im Frankfurter Nahverkehrs eingesetzten Fahrzeuge erreichen. Dafür wurde eine Designvorgabe in Rot/Weiß erarbeitet. Begründet wird diese Entscheidung mit der Auffälligkeit der Farben und dem Bezug zu den Stadtfarben der Stadt Frankfurt.
Siehe auch: Regionaltangente West, VgF, TraffiQ.
Weblinks
Offizielle Links
- http://www.traffiq.de Lokale Nahverkehrsgesellschaft
- http://www.stadtbahn-hanau.de Projektvorschlag (Zweisystemstadtbahn nach Hanau)
- http://www.rmv.de Rhein-Main-Verkehrsverbund
- http://www.pvfrm.de Umlandverband Frankfurt am Main (Regionaltangente West)
- http://www.vgf-ffm.de Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main
Private Links
- http://www.nahverkehr-ffm.de Nahverkehr Frankfurt
- http://ffm.tramania.de Tramania - Nahverkehr in Frankfurt
- http://www.trampage.de Die Trampage - ÖPNV in Frankfurt
- http://stadtregion.org/welt/bahnen/frankfurt-u.htm ÖPNV in Frankfurt, mit Netzplansammlung
- http://absence-of-fear.de/ Stationsarchitektur in Frankfurt
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