Narziss und Goldmund

Narziss und Goldmund ist ein Roman von Hermann Hesse und wurde von ihm im Jahre 1930 veröffentlicht. (ISBN 3518398717)

In dem Roman, dessen Handlung im Süddeutschland des Mittelalters spielt, geht es um die Geschichte des Goldmund, der als Kind von seinem Vater in die Schule eines Klosters geschickt wird, weil er später Geistlicher werden soll. Dort befreundet er sich mit dem asketisch lebenden Mönch Narziss. Dieser erkennt die künstlerische Seite in Goldmund.

Goldmund entflieht später dem Kloster, zieht als Lebenskünstler umher und hat einige Liebschaften. In Notwehr tötet er einen Vagabunden. Die Pest bricht aus, doch Goldmund ist davon nicht betroffen. Durch einen Zufall, Goldmund wird des Diebstahls beschuldigt, begegnen sich Goldmund und Narziss wieder, doch nach einer kurzen Zeit im Kloster zieht Goldmund erneut umher. Als er ein erneutes Mal zurückkehrt, ist er sehr krank und stirbt kurze Zeit später.

Kennzeichnend für dieses Werk ist der ständige Kontrast zwischen dem Künstlerischen und dem Geistig-logischen. Goldmund repräsentiert dabei die Seite der Kunst. Die Schaffung einer Madonnenstatue wird zum Höhepunkt seines bewegten Lebens. Narziss hingegen steht auf der Seite der Theologie und Logik. Durch Goldmund erkennt er am Ende, dass jeder Mensch in seinem Leben neben der geistigen Erkenntnis auch das Element der mütterlichen Liebe braucht. Hesse zeigt, dass jeder Dualismus doch endgültig zur Synthese führen muss.

Der Roman beeindruckt einmal mehr durch seine empathische Gestaltung der Hauptfigur, Goldmund, und durch die leidenschaftliche Schilderung des Lebens eines Künstlers: Die Erfahrungen eines bewegten, manchmal schweren, doch oft auch schönen Lebens werden schließlich sublimiert in einem künstlerischen Werk, das diese Erfahrungen direkt reflektiert. Hesse zeigt, dass Kunst immer auch Spiegel des Lebens ist, und wie der einzelne Mensch mit all seinen Irrungen und Torheiten, seiner Leidenschaft und Hingabe, seiner Angst vor dem Tod und auch seinem Glauben die Welt erfahren kann.

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