Nasennebenhöhle

Die Nasennebenhöhlen (Sinus paranasales) sind luftgefüllte Schleimhautaussackungen der Nasenhöhle die sich zwischen die beiden Deckplatten (Tabula externa und interna) einiger Schädelknochen schieben. Dadurch werden diese Knochen "pneumatisiert". Der Sinn dieser Bildungen besteht vermutlich in einer Vergrößerung des Schädels und damit der Muskelansatzflächen, ohne dass das Gewicht des Kopfes übermäßig erhöht wird. Da die Nasennebenhöhlen an die Nasenhöhle angeschlossen sind, werden sie dem Atmungsapparat zugeordnet.

Bei Säugetieren unterscheidet man, je nach dem jeweils pneumatisierten Schädelknochen, verschiedene Nasennebenhöhlen, wobei nicht bei jeder Spezies alle ausgebildet sein müssen:

Da die Nasennebenhöhlen mit dem mittleren Nasengang (der deshalb auch als Sinusgang bezeichnet wird) in offener Verbindung stehen, können Infektionen der Nase (Schnupfen, Rhinitis) auch auf die Nasennebenhöhlen übergreifen (Sinusitis). Da die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen relativ gering durchblutet ist und sie nur enge Zugänge haben, kann es schnell zu Sekretansammlungen in diesen Hohlräumen kommen. Eine Eiteransammlung wird als Empyem bezeichnet. Zudem werden hier nicht so hohe Antibiotikaspiegel erreicht, so dass Infektionserreger hier ein ideales Rückzugsgebiet finden. Nicht ausgeheilte Entzündungen der Nasennebenhöhlen können so zu ständig wiederkehrenden (rezidivierenden) Reinfektionen der Nasenhöhle führen. Schließlich sei erwähnt, dass bestimmte Parasiten (z.B. Nasendassel, Nasenwurm) sich bevorzugt in Nasennebenhöhlen ansiedeln.

Auch bei Vögeln treten umfangreiche Pneumatisierungen der Schädelknochen auf. Von größerer praktischer Bedeutung ist der Sinus infraorbitalis, dessen Wand nur aus Weichteilen besteht und der bei Eiteransammlungen zu deutlichen Anschwellungen unterhalb des Auges führt. Kategorie: Atmungsapparat

See also: Nasennebenhöhle, Antibiotikum, Eiter, Empyem, Gaumenhöhle, Infektion, Keilbeinhöhle, Kieferhöhle, Nasengang, Nasenhöhle