Naturkost

Naturkost ist der gebräuchliche Begriff für gesunde, möglichst naturbelassene Ernährung und als Synonym für Nahrung aus biologischem Anbau zu betrachten.

Das Marktvolumen in Deutschland betrug nach Angaben des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) gut drei Mrd. Euro im Jahr 2004, Tendenz steigend: Immer mehr Verbraucher achten auf eine gesunde Ernährung, zumal die Wissenschaft davon ausgeht, dass ungesunde Ernährung der Haupt-Faktor im Entstehen von Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Krebs ist.

Naturkost wird zunehmend gesellschaftsfähig: Wurde man noch zu Beginn/Mitte der 1990er Jahre belächelt und als "Öko" bezeichnet, wenn man im Bioladen eingekauft hat, schießen mittlerweile Biosupermärkte wie Pilze aus dem Boden - oft organisiert in Handelsketten.

Auch etablierte Lebensmittel-Einzelhandelsketten haben mittlerweile Naturkost im Sortiment, oft unter einem eigenen Label.

Wer kauft Biolebensmittel?

• In einer aktuellen Untersuchung wurden folgende wichtigste Motive für den Kauf von Biolebensmitteln angegeben (meistgenanntes Motiv an erster Stelle usw.):

1. Weil Biolebensmittel ohne Chemikalien und Zusatzstoffe hergestellt sind (47 %) 2. Weil sie mich an frühere Zeiten erinnern, als es noch wirklich geschmackvolles Obst und Gemüse gab (30%) 3. Um damit Krankheiten vorzubeugen (29 %) 4. Weil Bio-Lebensmittel sehr viel besser schmecken (21 %) 5. Um damit unsere Erde für künftige Generationen zu erhalten (16 %) 6. Weil ich tierlieb bin (15 %) 7. Um Bio-Bauern zu unterstützen (14 %) (Mehrfachnennungen möglich, die angegebene Prozentzahl zeigt die Personen, welche die Aussage mit "trifft ganz genau zu" bewerteten)

Die Käuferinnen und Käufer von Bio-Lebensmitteln sind heute also eher gesundheits- und genußorientiert. Sie sehen ihren Kauf weniger als soziale Tat an. Dies ist ein entscheidender Wandel im Vergleich zu der Gründerzeit von Bioläden.

Als viele Bioläden in den 70er und 80er Jahren öffneten, hatten sie ihre eigene, sehr enge Zielgruppe: Menschen, die oft gleichzeitig in Umweltbewegungen und sozialen Initiativen engagiert waren. Diese Kunden sind den Bioläden - und heute den Biosupermärkten - treu geblieben. Über 65 Prozent des Umsatzes mit Biolebensmitteln werden aber heute mit neuen Zielgruppen gemacht. Die größte Käufergruppe von Biolebensmittel nennt man -wissenschaftlich gesehen- "Ganzheitlich Überzeugte": Diese Kundinnen und Kunden möchten ein sinnerfülltes Leben, sie möchten schmecken, riechen, genießen und sich an schönen Dingen erfreuen können. Viele von ihnen haben Kinder. Aber eine große Kundengruppe ist auch schon aus der Elternzeit heraus und möchte sich neu orientieren, möchte mehr auf sich selbst, den eigenen Körper und die eigene Gesundheit achten. Diese Käufer von Biolebensmitteln haben im Durchschnitt ein überdurchschnittliches Bildungsniveau, leben eher in großen Städten und kochen sehr gerne selbst - am liebsten kreativ mit frischen, hochwertigen Zutaten..

Erstaunlich vielleicht folgendes Ergebnis der Untersuchung:

Junge Käufer von Biolebensmitteln (Kundengruppen unter 30 Jahren) haben meist kleinere und mittlere Einkommen, sind sowohl Frauen wie Männer, haben eher einfache bis mittlere Schulabschlüsse und: sie wollen Spaß haben, interessieren sich für neue Technologien und wollen etwas erleben. Sie greifen öfters zu Bio-Fertiggerichten als ältere Besucher.

60 Prozent der Bioladenkund/innen sind Frauen, 40 Prozent sind Männer.

Und: Biolebensmittel sind im Kommen. Von allen bisherigen Käufern von Biolebensmitteln möchten 68 Prozent etwas gleich viel Biolebensmittel kaufen wie bisher möchten 28 Prozent mehr Biolebensmittel kaufen wie bisher möchten 4 Prozent eher weniger Biolebensmittel kaufen wie bisher Da von dem bisherigen Anteil der Nichtkäufer von Biolebensmitteln (welche nicht befragt wurden) sicherlich einige oder gar zahlreiche zukünftig auch Bio kaufen werden, kann in Deutschland von einem deutlich wachsenden Markt für Biolebensmittel ausgegangen werden.

Quelle: Studie "bio+pro" - Zielgruppen für den Bio-Lebensmittelmarkt unter 1.575 Käufer/innen von Biolebensmitteln. Institut für sozial-ökologische Forschung GmbH, Frankfurt/Main im Auftrag der Geschäftsstelle Bundesprogramm Ökologischer Landbau, Oktober 2003

Verfasser:' Bernd Schüßler, freier Journalist, u.a. tätig für Biolüske, Biosupermarkt und Kochstudio in Berlin ( www.biolueske.de )

Siehe auch

Weblinks

See also: Naturkost, 1990er, Bildschaffende Methoden, Bioladen, Biologischer Anbau, Biosupermarkt, Bundesverbände Naturkost Naturwaren, Deutschland, Ernährung, Fairer Handel