Natürliches Monopol

Unter einem natürlichen Monopol versteht man in der Volkswirtschaftslehre eine Marktsituation, die dadurch entsteht, dass ein einziges Wirtschaftssubjekt ein Gut zu niedrigeren Kosten produzieren kann, als zwei oder mehr Wirtschaftssubjekte. Dieses ist genau dann der Fall, wenn über dem gesamten relevanten Outputbereich strikte Subadditivität in den Kosten besteht.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Ein natürliches Monopol entsteht insbesondere immer dann, wenn die Durchschnittskosten im relevanten Nachfragebereich streng monoton fallen. Dies ist überwiegend dann der Fall, wenn hohe Fixkosten, aber vergleichsweise geringe variable Kosten für die Produktion bzw. das Angebot eines Produktes oder einer Dienstleistung entstehen.

Die Produktion von Gütern erfolgt dabei unter steigenden Skalenerträgen. Dadurch kann jede zusätzliche Einheit eines Gutes günstiger produziert (bereitgestellt) werden als die vorherige Einheit. Für Unternehmen in einem Markt mit steigenden Skalenerträgen besteht daher der Anreiz, über Preissenkungen den Absatz zu steigern und so Konkurrenten aus dem Markt zu drängen.

Dieser Effekt ist insbesondere in Wirtschaftszweigen mit hohen Fixkosten und niedrigen variablen Kosten zu beobachten.

Gegenmaßnahmen

Oft wird vom Staat erwartet bei Marktversagen (s. dort) durch natürliche Monopole regulierend einzugreifen, wogegen andere dieses Eingreifen als Gefahr für den Markt sehen.

Manche natürlichen Monopole beseitigen sich jedoch mit der Zeit von selbst. Beispielsweise hat die Erfindung des Autos vormalige natürliche Monopole von Eisenbahnanbietern bedroht. Der technische Fortschritt sorgt also mitunter für eine Auflösung eines natürlichen Monopols. Man spricht in diesem Zusammenhang von Substitutionskonkurrenz.

Beispiele

Beispiele für natürliche Monopole sind Stromversorger und Telekommunikation. Insbesondere sind Güter, die auf Netzen basieren (Strom, Telekommunikation, Verkehr) anfällig für natürliche Monopole.

Bei der Stromversorgung ist so ausschließlich die Durchleitung von Strom eine mit steigenden Skalenerträgen verbundene Aktivität. Für die Produktion der doppelten Energiemenge sind zumeist die doppelte Anzahl von Kraftwerken notwendig. Für die Durchleitung hingegen können die bestehenden Infrastrukturen (Strommasten, etc.) relativ kostengünstig auf die doppelte Kapazität erweitert werden. Ein Anbieter mit zwei Leitungen an einem Strommast kann günstiger das Produkt anbieten, als es zwei Anbieter mit je einem Strommast mit einer Leitung könnten. Daher ergeben sie natürliche Monopole.

Siehe auch

See also: Natürliches Monopol, Automobil, Fixe Kosten, Gut, Höchstpreisregulierung, Kosten, Marktversagen, Skalenerträge, Substitutionskonkurrenz, Technischer Fortschritt