Naturwissenschaft
Naturwissenschaften sind die Wissenschaften, die sich mit der unbelebten und belebten Natur beschäftigen.
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Prinzipien der Naturwissenschaften
Das Grundprinzip der Naturwissenschaft ist die Suche nach erklärbaren Ursachen aller Erscheinungen. Dabei schließt die Naturwissenschaft übernatürliche, willkürliche und wiederholbaren Experimenten widersprechende Ursachen aus und setzt seine Hoffnung auf eine mathematisch beschreibare, eindeutige Form der Wirklichkeit (Einsteins Ausspruch "Gott würfelt nicht !" stellt dies anschaulich dar). Diese Auffassung erzeugt auch Kritik, da sie sich nicht beweisen lässt: siehe unter anderem Radikaler Konstruktivismus.
Die Naturwissenschaften versuchen, verlässliche und allgemein gültige Theorien (s.a. Naturgesetze) zu erstellen, die sich - gemäss dem weithin anerkannten Postulat des Kritischen Rationalismus immer wieder der Kritik stellen und bei auftretenden Widersprüchen überarbeitet werden müssen.
Gebiete
Zu den Naturwissenschaften gehören die:
Die Mathematik ist - obwohl vielfach so bezeichnet -, da sie keine empirischen Untersuchungen über die Wirklichkeit anstellt, keine Naturwissenschaft, sondern eine Strukturwissenschaft, deren Ergebnisse prinzipiell in allen Wissenschaften angewendet werden können. Allerdings bedienen sich insbesondere die Naturwissenschaften weitgehend mathematischer Methoden und Ergebnisse.
Von den Naturwissenschaften unterschieden werden die Geisteswissenschaften. Daneben gibt es noch die Gesellschaftswissenschaften und die Ingenieurwissenschaften. Auch sie werden im allgemeinen nicht zu den Naturwissenschaften gezählt. (Ein Auflistung, der zu diesen 4 Wissenschaftsgebieten gehörenden Teilgebiete, findet sich im Artikel Wissenschaft.)
Die Naturwissenschaften sind selbst keine Weltanschauungen, jedoch begründen viele Menschen ihre eigene Weltanschauung mit der Naturwissenschaft.
Als einer der wichtigsten Begründer der (eher beobachtenden oder theoretischen) Naturwissenschaften und Naturphilosophie gilt Aristoteles. Als Begründer der experimentellen Naturwissenschaft kann man Galileo Galilei nennen.
Zunächst befanden sich die Naturwissenschaften in einer großen Nähe zur Philosophie. In der Antike waren die meisten Philosophen auch Naturwissenschaftler. Die durch Descartes, über Leibniz, Hobbes, John Locke und Hume eingeleiteten Veränderungen in der Frühen Neuzeit führten unter Abspaltung der Metaphysik zur Entstehung der Naturwissenschaften als Einzeldisziplinen.
Zitate
"Der Beginn aller Wissenschaften ist das Erstaunen, dass die Dinge sind, wie sie sind." Aristoteles
"Das Ziel der Wissenschaft ist es immer gewesen, die Komplexität der Welt auf simple Regeln zu reduzieren." Benoit Mandelbrot
"Es geht alles mit rechten Dingen zu!"
"Die naturwissenschaftliche Frage ist die logische Hypothese, welche von einem bekannten Gesetz durch Analogie und Induction weiterschreitet; die Antwort darauf gibt das Experiment, welches in der Frage selbst vorgeschrieben liegt. ... Die Naturforschung setzt also Kenntnis der Thatsachen, logisches Denken und Material voraus; diese drei, in methodischer Verknüpfung, erzeugen die Naturwissenschaft". Rudolf Virchow
"Jeder Fortschritt, den eine Kirche in dem Aufbau ihrer Dogmen macht, führt zu einer ... Bändigung des freien Geistes; jedes neue Dogma ... verengt den Kreis des freien Denkens ... Die Naturwissenschaft umgekehrt befreit mit jedem Schritte ihrer Entwickelung ... Sie gestattet ... dem Einzelnen in vollem Maße wahr zu sein". Rudolf Virchow
Zeitschriften
Zwei der wichtigsten Zeitschriften, die sich mit neuen Forschungsergebnissen aus den Naturwissenschaften beschäftigen, sind Science und Nature.
Literatur
- Antike & Moderne
- * Kullmann, Wolfgang: Aristoteles und die moderne Wissenschaft, Stuttgart 2001
- Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen.
- Kuhn, Thomas S.:
- Suhrkamp Taschenbücher Wissenschaft Nr.25. 2., rev. u. erw. Aufl. Nachdr. 2001. 238 S.
- ISBN 3-518-27625-5, KNO-NR: 00 47 37 36 10.00 EUR - 18.70 sFr
- Kuhns Thema ist der Prozess, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse erzielt werden. Fortschritt in der Wissenschaft - das ist seine These - vollzieht sich nicht durch kontinuierliche Veränderung, sondern durch revolutionäre Prozesse. Dabei beschreibt der Begriff der wissenschaftlichen Revolution den Vorgang, bei dem bestehende Erklärungsmodelle, an denen und mit denen die wissenschaftliche Welt bis dahin gearbeitet hat, abgelöst und durch andere ersetzt werden: es findet ein Paradigmenwechsel statt.
- Was ist ein Naturgesetz?
- Schrödinger, Erwin: .
- Beiträge zum naturwissenschaftlichen Weltbild. Scientia Nova. 5. Aufl. 1997.
- ISBN 3-486-46275-X, KNO-NR: 01 61 96 05
- -OLDENBOURG- 19.80 EUR
- Philosophia naturalis:
- Archiv für Naturphilosophie und die philosophischen Grenzgebiete der exakten **Wissenschaften und Wissenschaftsgeschichte. Hrsg. v. Bernulf Kanitscheider, **Bernd-Olaf Küppers, C. U. Moulines u. a..
- Bd.37/2 Was sind und warum gelten Naturgesetze?.
- Hrsg. v. Peter Mittelstaedt u. Gerhard Vollmer. 2000. IV, S. 190-475. 23,5 cm.
- ISBN 3-465-03118-0, KNO-NR: 09 33 32 36
- -KLOSTERMANN- 45.00 EUR - 73.00 sFr
Siehe auch
Wissenschaft, Wissenschaftssoziologie, Natur, Experiment.
Links
- Hilfe in Sachen Physik
- Naturwissenschaft-Newsblog (dt.)
- Naturwissenschafts-Newsticker (dt.)
- wissenschaftliche Methode
