Nazca-Kultur
thumb|380px|Vorkolumbische Kulturen in Südamerika Die Nazca-Kultur stellt eine untergegangene indianische Hochkultur in Peru dar. Benannt ist diese Kultur nach der südperuanischen Küstenstadt Nazca.
Ihre Zentren besaß die Kultur in den Flussoasen der Küstenwüste am Pazifik.
Sie entwickelte sich zwischen 200 v. Chr. und 800 n. Chr. an der Pazifikküste unter extremen klimatischen Bedingungen. In der trockenen Wüste fällt oft jahrzehntelang kein Regen. Im Winter dehnen sich die Nebelbänke des Ozeans bis ins Landesinnere aus und sorgen dort für so viel Feuchtigkeit, dass sich sogar Pflanzen entwickeln. El Niño bringt in den letzten Jahren heftige Regenfälle ins Land und sorgt für massive Zerstörungen.
Die Nazca-Kultur wurde maßgeblich durch die zeitlich vorher gelegene Kultur von Paracas beeinflusst. In der Spätphase der Nazca-Kultur (7. - 8. Jahrhundert) finden sich dominierende Einflüsse der Wari.
Die Siedlungen der Nazca bestanden aus leichten Holz- und Schilfbauten. Massivere Bauten aus getrockneten Schilfziegeln (Adobe) wurden fast ausschließlich in der untergegangenen Stadt Cahuachi im Nazcatal gefunden.
Das Volk von Nazca war kein zentral verwaltetes Reich, sondern setzte sich aus mehreren kleinen Stämmen zusammen. Sie betrieben Ackerbau und bewässerten ihre Felder über ein künstliches unterirdisches Kanalsystem. Zur Versorgung pflanzten sie Bohnen, Kartoffeln, Kürbisse, Maniok, Avocados, Erdnüsse und Pfeffer an. Baumwolle, Schilfrohr und Binsen lieferten das Grundmaterial für das alltägliche Leben. Sie verwendeten bereits Netze für den Fischfang und jagten auch Robben. Die Nazca verstanden sich auf das Weben und stellten großartige Keramikarbeiten her, die sie mit leuchtenden Farben mit Szenen aus dem Alltag verzierten.
Eine längliche Kopfform galt bei den Nazca als Schönheitsideal. Bereits den Säuglingen wurde ein Brett auf die Stirn gebunden, um während des Wachstums den Schädel zu deformieren. Die Toten wurden in prachtvolle Tücher gewickelt und in sitzender Stellung im trockenen Wüstenboden begraben. Die extreme Trockenheit mumifizierte die Toten. Teilweise sind sie noch heute im versteinerten Zustand erhalten. Plünderer zerstörten aber viele dieser Gräber.
Auf der Hochebene zwischen dem Pazifik und den Anden schufen sie riesige Figuren, die Nazca-Linien, die sie in den Boden scharrten.
Kategorie:Südamerikanische Ethnie
