Nenzen
Die Nenzen (russisch ненцы) sind ein indigenes Volk mit 30 bis 40 Tausend Angehörigen im Nordosten des europäischen Teils Russlands und im Nordwesten Sibiriens. Die meisten Nenzen leben im Autonomomen Kreis der Nenzen, im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen und im Autonomen Kreis Taimyr. Ihre Sprache ist das Nenzische. Die ca. 1500 Menschen starke Gruppe der Waldnenzen lebt überwiegend im Nordosten des Autonomen Kreises der Chanty und Mansi.
Insbesondere in diesen Regionen bewahren die Nenzen bis heute eine einzigartige auf der Haltung großer Rentierherden beruhende Lebens- und Wirtschaftsweise. Etwa auf der Halbinsel Jamal gehen ca. 5.000 Nenzen bis heute einem ganzjährigen Vollnomadismus nach, wobei sie zum Winter hin mit ihren Herden in die südliche Waldtundra ziehen und die warmen, aber mückenreichen Sommermonate an der Küste des Polarmeeres verbringen.
Von allen indigenen Völkern Westsibiriens haben die Nenzen am erfolgreichsten ihre traditionelle Lebensweise, Sprache und Kultur bewahren können.
Die stärkste Bedrohung für deren Fortbestehen geht von der Erschließung und beginnenden Förderung der reichen Öl- und Gasvorkommen der Jamal-Halbinsel und des Autonomen Kreises der Nenzen aus.
Für die Bundesrepublik Deutschland und Europa insgesamt ist die Heimat der Nenzen die wichtigste Herkunftsregion von Erdgas. Da die Erdgasförderung mit der großflächigen Vernichtung von Rentierweidegründen und der Durchschneidung von Migrationsrouten verbunden ist, steht die Zukunft der Rentierzucht in den ohnehin jetzt schon überweideten, extrem empfindlichen Polargebieten infrage.
Weblinks
- Ясавэй - Yasavei - die Assoziation der Nenzen des Nenzischen Autonomen Bezirks (russisch)
- http://www.forestnenets.info
Literatur
- Golovnev, Andrei V., Osherenko, Gail: Siberian Survival. The Nenets and Their Story. Ithaka/London (Cornell University Press) 1999 (ISBN 0-8014-3631-1)
