Neobarock
Neobarock (auch: Neubarock oder Zweites Barock) ist die Bezeichnung einer Stilrichtung in der Architektur, der Bildhauerei und in der Musik.
| Inhaltsverzeichnis |
Architektur
Neobarock wird der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zugeordnet, und war vor allem nach 1880 am weitesten verbreitet. Es gilt als Erscheinungsform des Historismus, der den Klassizismus ablöste. Neobarock wurde besonders gerne für Theatergebäude verwendet, da das Barock eine Hochblüte aller theatralischer Kunstgattungen mit sich gebracht hatte. In der Spätphase des Historismus trat die generelle Orientierung an der Renaissance in den Hintergrund und Neobarock wurde für vielfältige Bauaufgaben eingesetzt.
In Österreich war seine Verwendung "patriotisch" konnotiert, da man vermeintlich an die Kulturblüte und politische Expansion des frühen 18. Jahrhunderts anknüpfte. In seiner Spätphase koexistierte er mit dem Jugendstil, den er teilweise beeinflusste.
Einige Beispiele der Bauwerke sind:
- die Pariser Grand Opéra aus den Jahren 1854-1874
- die Semperoper in Dresden aus den Jahren 1871-1878
- das Schloss Herrenchiemsee aus den Jahren 1878-1886
- die Neue Hofburg in Wien aus den Jahren 1881-1914
Siehe auch: Barock
Bildhauerei
Zu selben Zeit wie in der Architektur treten auch in der Bildhauerei neobarocke Tendenzen auf. Als Hauptvertreter des Neobarock in Deutschland gilt der Berliner Bildhauer Reinhold Begas.
Musik
In der Musik wird als Neobarock eine kompositorische Tendenz im frühen 20. Jahrhundert bezeichnet, die auf Formen und Stilmittel der Barockmusik zurückgriff. Wichtigste Vertreter sind u.a.: Max Reger, J. N. David, Paul Hindemith, Ernst Krenek.
