Neoklassische Synthese
Als Neoklassische Synthese (auch Neoklassisch-keynesianische Synthese) wird eine theoretische Richtung der Volkswirtschaftslehre bezeichnet.
Theorie
Merkmal dieser Theorie sind einerseits die aus der Keynesianischen Theorie abgeleiteten IS-LM Modelle, zu erst von John R. Hicks angeführt. Diese Kurven Modelle konstruieren ein Gleichgewicht zwischen der IS (Investitions- und Sparkurve) und der LM (Geldangebot und Geldnachfrage) Kurve. Abhängig von dem Gleichgewichtspunkt kann es unfreiwillige Arbeitslosigkeit geben. Andererseits wird dieser Theorie ein neoklassischer Arbeitsmarkt (auf diesem findet eine Vollbeschäftigung statt, wenn die Reallöhne ein entsprechendes Niveau erreichen) und eine neoklassische Produktionsfunktion hinzugefügt. Auf dieser Grundlage wird dann die so genannte Phillips-Kurve abgeleitet, die einen inversen Zusammenhang von Inflation und Arbeitslosigkeit ausstellt. Das bedeutet: die Wirtschaftspolitik kann anhand der Inflationsrate das Beschäftigungsverhältnis festlegen.
Kritik
In den 1970er Jahren wurde diese Theorieströmung von den Monetaristen und den Neoklassikern kritisiert. Der Monetarismus postulierte, das Geld (zumindest langfristig) neutral gegenüber der realen Ökonomie ist. Daraus folgt, dass langfristig eine vertikale Phillipskurve exisistiert, d.h. es keinen Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit gibt. Kurzfristig wirkt Geld nur, wenn einige (die Arbeiter) Wirtschaftssubjekte einer Geldillusion unterliegen. Dies bedeutet, dass sie ihre Nominallohnerhöhungen als Reallohnsteigerungen deuten und die Reallohnverluste durch die Inflation nicht richtig wahrnehmen. Langfristig bemerken sie ihren Irrtum und dieser Mechanismus verliert seine Wirkung, außer die Inflationsrate wird weiter erhöht, was andere Probleme mit sich bringt.
Eine grundlegendere Kritik übte die Neuklassik. Durch die Annahme, dass alle Wirtschaftssubjekte das gleiche Modell der Ökonomie haben und sich rational verhalten, leitet diese die strikte Neutralität des Geldes ab. In diesen Modellen gibt es somit keine Möglichkeit durch politische Steuerung die Ökonomie systematisch zu beeinflussen. Durch diese Kritiken und dadurch das zeitgleich sowohl Inflationsrate als auch Arbeitslosigkeit (Stagflation) auftraten, verlor die Neoklassische Synthese an Einfluss. In vielen Punkten muss diese Theorie daher als gescheitert betrachtet werden.
Neuere Entwicklungen
Neuere Makroökonomische Theorien sind: Real Business Cycle, Neue Neoklassische Synthese, Neu-Keynesianismus und Post-Keynesianismus. Kategorie: Volkswirtschaftslehre
