Nervus ophthalmicus
Der Nervus ophthalmicus ("Augapfelnerv", Ophthalmos, griech. Augapfel) ist einer der drei Hauptäste des 5. Hirnnervs, des Nervus trigeminus. Er ist für die sensible Innervation der Augengegend verantwortlich. Er verlässt die Schädelhöhle durch die Fissura orbitalis und gelangt so in die Augenhöhle hinter dem Auge. Der Nervus ophthalmicus teilt sich wiederum in 3 Hauptäste: N. frontalis, N. lacrimalis und N. nasociliaris.
Nervus frontalis
thumb|300 px|Nerven der Augengegend Der Nervus frontalis ("Stirnnerv", Frons=Stirn) zieht medial der äußeren Augenmuskeln zum Oberrand der Orbita und gelangt dort an die Oberfläche. Er besitzt 2 Aufzweigungen:
- Nervus supraorbitalis: Der Nerv ist beim Menschen am Oberrand der Orbita der erste Trigeminus-Druckpunkt. Bei einigen Tieren (z.B. Pferd) tritt er durch ein eigenes Loch (Foramen supraorbitale) nach außen und ist dort für eine Leitungsanästhesie leicht zu orten. Der Nervus supraorbitalis innerviert die Stirngegend sensibel.
- Nervus supratrochlearis: Dieser Nerv tritt am nasenseitigen Augenwinkel an die Oberfläche und versorgt die entsprechende Gesichtsregion einschließlich des oberen Augenlides. Bei Fleischfressern innerviert er auch die Schleimhaut der Stirnhöhle.
Nervus lacrimalis
Der Nervus lacrimalis ("Tränennerv", Lacrima=Träne) verläuft seitlich über die äußeren Augenmuskeln und verlässt am seitlichen Augenwinkel die Orbita. Er versorgt die Tränendrüse und den Bereich des schläfenseitigen (temporalen) Augenwinkels sensibel. Er hat Verbindungen zum Nervus zygomaticus, so dass sich die Versorgungsgebiete der beiden Nerven überschneiden.
Über den Nervus lacrimalis werden auch postganglionäre parasympathische (sekretorische) und sympathische Fasern zur Tränendrüse geführt. Die sympathischen Fasern bekommt er aus dem Ganglion ciliare, ihr eigentlicher Ursprung liegt im Rückenmark. Die parasympathischen entstammen eigentlich dem 7. Hirnnerven (Nervus facialis, genauer aus dessen Intermedius-Anteil: Nervus petrosus major) und gelangen über das Ganglion pterygopalatinum und den Nervus zygomaticus (des Nervus maxillaris) zum Nervus lacrimalis.
Nervus nasociliaris
Der Nervus nasociliaris (Nasus=Nase, Cilium=Wimper, Lid) teilt sich an der nasenseitigen Orbitawand in N. ethmoidalis, den N. infratrochlearis und die Nn. ciliares longi.
- Der Nervus ethmoidalis zieht durch das Foramen ethmoidale in die Schädelhöhle zurück und dann durch die Siebbeinplatte zur Nasenschleimhaut. Er versorgt die Nasenschleimhaut sensibel.
- Der Nervus infratrochlearis zieht zum nasenseitigen Augenwinkel und innerviert die dortigen Strukturen, vor allem den Tränenapparat, die Nickhaut und das obere Augenlid. Im Nervus infratrochlearis verlaufen auch parasympathische Fasern des Nervus oculomotorius, die über das Ganglion ciliare zu ihm gelangen und die die akzessorischen Tränendrüsen versorgen. Beim Pferd innerviert der Nervus infratrochlearis auch die Stirnhöhle, bei der Ziege das Horn.
- Die Nervi ciliares longi treten in den Augapfel ein. Sie versorgen die mittlere Augenhaut (Aderhaut, Ziliarkörper, Iris), die Cornea und die Bindehaut.
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