Netzwerkkarte

Eine Netzwerkkarte (im Englischen kurz NIC für Network Interface Card) ist eine elektronische Schaltung zur Verbindung eines Computers mit einem Netzwerk zum Austausch von Daten.

thumb|250px|100 MBit/s Ethernet-Netzwerkkarte der unteren Preisklasse

Ihre primäre Aufgabe ist die Herstellung einer physikalischen Verbindung zum Netzwerk über ein geeignetes Zugriffsverfahren (zum Beispiel CSMA/CD) und die Implementierung der ersten und/oder zweiten OSI-Schicht (meist Ethernet).

Der Begriff Netzwerkkarte basiert auf der Tatsache, dass die meisten Computertypen Steckplätze für Erweiterungsbaugruppen besitzen, in die elektronische Steckkarten (Leiterplatten) mit einem bestimmten Format eingesetzt werden können. Neben Netzwerkkarten gibt es auch Grafikkarten, Schnittstellen-Karten zum Anschluss von Ein-/Ausgabegeräten und viele andere.

Zur Zeit (2005) sind Karten, die das Ethernet-Verfahren verwenden und eine Übertragungsraten von 100 MBit erreichen, am stärksten verbreitet.

Die 100 MBit-Karten werden über Twisted-Pair-Kabel mit RJ45-Steckern an einen Hub oder Switch angeschlossen und bilden so ein Lokales Netzwerk (LAN).

Diese lösten die 10 MBit-Karten, die meist über ein Koaxialkabel verbunden wurden, ab. Zunehmend werden neuere Karten mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 1000 MBit wahlweise über Twisted-Pair-Kabel mit RJ45-Steckern (1000Base-T) oder Glasfaser (1000Base-SX) eingesetzt. Ethernet-Netzwerkkarten mit 10 GBit sind bereits für PCI-Express erhältlich. Netzwerkkarten für drahtlose Netzwerke Wireless LAN werden hauptsächlich in mobilen Geräten wie z.B. Laptops oder PDAs verwendet, sind aber ebenfalls in einigen PCs zu finden.

Eine gängige Netzwerkkarte besitzt nur einen Netzwerk-Anschluss. Es existieren aber spezielle Netzwerkkarten mit mehreren (in der Regel bis zu vier) Ethernetanschlüssen. Häufig wird der Netzwerkanschluss zunehmend direkt auf der Hauptplatine untergebracht, so dass keine Netzwerkkarte mehr nötig ist. Der Preis einer Standard-Netzwerkkarte ist von mehreren 100 € 1990 auf derzeit (durch konsequenten Einsatz von Höchstintegration) auf etwa 10 € gefallen. Seit Ende 2003 befinden sich bei vielen neuen PCs bereits 1000 MBit Karten on-board.

Jede Ethernet-Netzwerkkarte besitzt eine weltweit eindeutige MAC-Adresse, die vom Hersteller vergeben wird. Allerdings gibt es auch einige Treiber, die es erlauben die MAC-Adresse per Software temporär zu ändern, wodurch Sicherheitsprobleme in einem LAN entstehen können.

See also: Netzwerkkarte, 1000Base-SX, 1000Base-T, 1990, 2003, Bit, CSMA/CD, Computer, Daten, Elektronische Schaltung