Neuschwabenland
thumb|Von links nach rechts die Küsten Prinzessin Martha, Prinzessin Astrid und Prinzessin Ragnhild (NASA-Satellitenbild)
Neuschwabenland (72°00'S, 5°00'E) ist ein ca. 600.000 km² großes Gebiet auf Antarktika im international umstrittenen Norwegischen Antarktisterritorium. Der Name ist abgeleitet von dem Katapultschiff Schwabenland, mit dem eine Expedition unter Kapitän Alfred Ritscher diese Gegend 1938 erkundet und für das damalige Deutsche Reich völkerrechtlich wirksam in Besitz genommen hat. Dabei wurde das Gelände mit den beiden vom Katapult der Schwabenland aus gestarteten Flugbooten Dornier Do J II "Wal" mit den Namen Boreas und Passat überflogen, mit Reihenbildkameras über 10.000 Luftaufnahmen gemacht und zur Inbesitznahme mehrere 100 Hakenkreuzflaggen abgeworfen.
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland übt seit 1952 das mit der Entdeckung verbundene Recht zur geographischen Namensgebung aus, erhebt jedoch keine Gebietsansprüche. Mit dem Antarktisvertrag von 1957 wird die Küste nach den norwegischen Prinzessinnen Martha, Astrid und Ragnhild bezeichnet.
Im Internet-Zeitalter haben sich Legenden besonders verbreitet, dass dieses Gebiet eine besondere Bedeutung habe. So wird von Anhängern dieser Legenden angenommen, dass sich in diesem Gebiet eine „Basis des Dritten Reiches“ erhalten habe, von der aus ein ständiger Abwehrkrieg gegen die Alliierten geführt werde. Obskuren Gerüchten zufolge soll Adolf Hitler kurz vor Ende des Dritten Reichs mit seiner Geheimwaffe - den angeblichen Reichsflugscheiben - dorthin geflohen sein. Auch sagen Anhänger dieser Legenden aus, dass Nazis mit der sogenannten "Reichsflugscheibe" in das Sternbild des Stieres, auf einen Planeten namens Aldebaran, geflogen sein sollen. Nun warten sie auf die Rückkehr der Reichsflugscheibe mit den Bewohnern des Planeten, welche dank der frühen Eroberung nun auch alle Nazis sind.
Literatur
- Brunk, K. (1986): Kartographische Arbeiten und deutsche Namengebung in Neuschwabenland, Antarktis. - Bisherige Arbeiten, Rekonstruktion der Flugwege der Deutschen Antarktischen Expedition 1938/39 und Neubearbeitung des deutschen Namensgutes in Neuschwabenland. Deutsche Geod. Komm., Reihe E, Nr. 24; Frankfurt am Main
Siehe auch:
Weblinks
- Namensverzeichnis des Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
- Ausgabe 13 des CENAP-Online-Reports befasste sich ausführlich mit den „Nazi-Ufos“
