Neustadt am Rübenberge
| Wappen | Karte |
|---|---|
| 140px| | 140px|Deutschlandkarte, Position von Neustadt am Rübenberge hervorgehoben |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Niedersachsen |
| Kreis: | Region Hannover |
| Geografische Lage: | 52° 30' n. Br. 9° 28' ö. L. |
| Höhe: | 36 m ü. NN |
| Fläche: | 357 km² |
| Einwohner: | 45.677 (31.12.2003) |
| Bevölkerungsdichte: | 128 Einwohner/km² |
| Postleitzahl: | 31535 |
| Vorwahl: | 05032 |
| Kfz-Kennzeichen: | H |
| Gemeindeschlüssel: | 03 2 41 012 |
| Stadtgliederung: | 34 Stadtteile |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Nienburger Straße 31 31535 Neustadt a. Rbge. |
| Webpräsenz: | www.neustadt-a-rbge.de |
| E-Mail-Adresse: | stadtverwaltung@neustadt-a-rbge.de |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Uwe Sternbeck (Grüne) |
Neustadt am Rübenberge ist eine Stadt der Region Hannover in Niedersachsen, zwischen Bremen und Hannover.
| Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Geografische Lage
Die Stadt liegt an der Leine und nordöstlich des Steinhuder Meeres. Neustadt ist eine der flächengrößten Städte Deutschlands.
Nachbargemeinden
Neustadt grenzt an die Wedemark, an Garbsen und Wunstorf, sowie an die Landkreise Nienburg (Weser) und Soltau-Fallingbostel (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten).
Stadtgliederung
Neustadt besteht aus der Kernstadt (der früheren Kreisstadt) und den folgenden 33 umliegenden Dörfern, die auch unter dem Namen "Neustädter Land" zusammengefasst werden: Amedorf, Averhoy, Basse, Bevensen, Bordenau, Borstel, Brase, Büren, Dudensen, Eilvese, Empede, Esperke, Evensen, Hagen, Helstorf, Laderholz, Lutter, Luttmersen, Mandelsloh, Mardorf, Mariensee, Metel, Neustadt, Niedernstöcken, Nöpke, Otternhagen, Poggenhagen, Scharrel, Schneeren, Stöckendrebber, Suttorf, Vesbeck, Warmeloh, Welze und Wulfelade.
Geschichte
Von der Steinzeit über das Mittelalter bis heute war das Land in und um Neustadt von Menschen besiedelt. Die Stadt "Neustadt am Rübenberge" ist gegen 1200 das erste Mal in einem offiziellen Schriftstück erwähnt, in dem sie "nova civitas" und damit in der Übersetzung "neue Stadt" genannt wurde. Zu dieser Zeit gehörte das Land zu der Grafschaft Wölpe, die in Neustadt die ersten Wölper Silberpfennige prägen ließ. 1302 wurde die Grafschaft an Herzog Otto von Braunschweig verkauft. Die Festung erhielt 1493 den Namen "castrum Rouenberg". Dieser Name wurde im Laufe der Jahre durch die Veränderung der Sprache in "Rübenberg" umgeformt. Über die Bedeutung des ursprünglichen Namens ist man sich nicht einig; es wird vermutet, daß der Rouenberg eine flache Erhebung des Landes war.
1505 machte sich der 35-jährige Herzog Erich I. von Calenberg, der auf der Neustädter Burg geboren wurde, Neustadt zum 2. Regierungssitz. Teile der Rouenburg fielen 1563 einem Brand zum Opfer. Herzog Erich II. begann 1573 mit dem Wiederaufbau. Er gab der Burg (die nun zu den stärksten Festungen im nordwestdeutschen Raum zählte) und der Stadt den Namen Landestrost. Diesen Namen behielt allerdings nur die Burg bei, nach dem Tod des Herzogs nahm die Stadt ihren ursprünglichen Namen wieder an. Nachdem Neustadt und das umliegende Land 1543 evangelisch-lutherisch geworden war, ergab es sich 1626 dem kaiserlich-katholischen Feldherrn Tilly nach einer 15-tägigen Belagerung. 1635 wurde Neustadt während des 30-jährigen Krieges drei Monate lang belagert. Damit vertrieb man die katholisch-kaiserlichen Besatzungstruppen. Beim dritten und größten Stadtbrand 1727 wurden 100 der 108 Wohnhäuser der Stadt zerstört und in den zwei darauffolgenden Jahren war Neustadt nach heutigem Grundriss wieder aufgebaut.
Hundert Jahre später, 1847, hielt am 12. Dezember die erste Eisenbahn am Neustädter Bahnhof. Der Zug fuhr die Strecke Bremen/Hannover. 1855 werden die Bürger Neustadts das erste Mal von dem Amtsgericht Neustadts vertreten. 1873 erlitt die Stadt einen großen industriellen Verlust. Man hatte versucht, den Torf aus dem toten Moor an Stelle von Steinkohle zur Stahlerzeugung zu nutzen. Die optimistischen Kalkulationen über die Verheizung und über mögliche Umsätze bei weiteren Stahlwerken waren aber völlig verfehlt und schon nach kurzer Zeit ging die Firma in die Pleite. Betroffen davon waren aber auch die Neustädter Bürger, da sowohl eine Anzahl von Arbeitsplätzen verlorenging als auch teure Investitionen des Ortes nun nutzlos wurden.
1885 wurde der Landkreis Neustadt am Rübenberge gegründet. Er umfaßte unter anderem auch die Grafschaft Wölpe. Innerhalb der nächsten 30 Jahre wurden in Neustadt die ersten Schulen und die erste geschlossene Siedlung errichtet. In dieser Zeit wurde unter anderem der 250m hohe "Funkenturm" in der Neustädter Ortschaft Eilvese eingeweiht, von dem noch heute Fundamentreste zu sehen sind. Von hier wurde der erste Funkkontakt zwischen Europa und den USA hergestellt. Zu diesem Ereignis war Kaiser Wilhelm I Gast in Neustadt und Eilvese. Nach dem zweiten Weltkrieg stieg die Bewohnerzahl der Stadt sprunghaft an, da Neustadt von den Zerstörungen des Krieges größtenteils verschont geblieben war und viele Flüchtlinge und Vertriebene hier Zuflucht suchten. Zerstört wurde in Neustadt lediglich die heutige Leine-Brücke. Sie wurde 1945 beim Rückzug deutscher Truppen gesprengt und erst 1981 durch eine neue Betonbrücke ersetzt.
In den 60er Jahren hatte Neustadt soviele Einwohner, daß ein Gymnasium gebaut werden konnte und die Schüler nicht mehr in die Nachbarstädte Nienburg (Weser) oder Wunstorf fahren mussten, einige Jahre später kam dann noch eine Kooperative Gesamtschule hinzu. Ferner wurden mehrere Sportanlagen (Sport-, Tennisplõtze und das Hallenbad) errichtet. Als damalige Kreisstadt erhielt Neustadt sogar ein neues Kreiskrankenhaus. Bei der "Kreisreform" am 1. März 1974 ist der Landkreis Neustadt am Rübenberge aufgelöst und mit anderen Landkreisen zum Kreis "Hannover-Land" zusammengelegt worden.
Bis zum 31. Dezember 2004 gehörte Neustadt am Rübenberge zum ehemaligen Regierungsbezirk Hannover, der wie alle anderen niedersächsischen Regierungsbezirke aufgelöst wurde.
Das Kfz-Kennzeichen des ehemaligen Landkreises Neustadt/Rbge. war NRÜ. Man sieht es zuweilen noch heute (Ende 2004) an Fahrzeugen, die vor der Gebietsreform (s.o.) für den Straßenverkehr zugelassen wurden. Hierbei handelt es dann überwiegend um land- und forstwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge und Anhänger.
In den Nachbarkreisen stand das Kennzeichen NRÜ scherzhaft für "NUR RECHTS ÜBERHOLEN".
Politik
Stadtrat
Die 42 Sitze des Stadtrates verteilen sich wie folgt:
(Stand: Kommunalwahl am 9. September 2001)
Bürgermeister
Uwe Sternbeck wurde am 27. Juni 2004 in einer Stichwahl zum Bürgermeister gewählt.
Städtepartnerschaften
Neustadt unterhält eine Städtepartnerschaft mit La Ferté-Macé (Frankreich).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Kirche
Gut die Hälfte der Bewohner Neustadts gehören der ev.-luth. Kirche an. Die Kirchengemeinden in Neustadt gehören zum Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf.
Parks
Berühmt ist der Naturpark Steinhuder Meer.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Neustadt ist im Einzugsbereich der S-Bahn Hannover gelegen.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- * um 1525, Friedrich Dedekind, † 27. Februar 1598, Theologe und Schriftsteller
- * 1748, 21. Dezember, Ortsteil Mariensee, Ludwig Christoph Heinrich Hölty, † 1. September 1776 in Hannover, Dichter im Umfeld des Hainbunds.
- * 1755, 12. November, Ortsteil Bordenau, Gerhard von Scharnhorst, † 28. Juni 1813 in Prag, preußischer General
Weblinks
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