Nicolás Gómez Dávila
Nicolás Gómez Dávila (* 18. Mai 1913; † 17. Mai 1994 in Bogotá) war ein kolumbianischer Philosoph.
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Biographie
Nicolás Gómez Dávila wurde als Sohn wohlhabender kolumbianischer Grundbesitzer geboren und lebte, abgesehen von seinen Pariser Jugendjahren und einer Reise durch Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, in einer Villa am Stadtrand von Santa Fe de Bogotá. Der Stil seines Werk ist essayistisch-aphoristisch geprägt und damit zwischen Literatur und Philosophie einzuordnen. In seinen Büchern (Notas, Textos, Escolios a un texto implicíto etc.), die zunächst in kleinen Verlagen und Privatdrucken erschienen und erst spät ins Deutsche übersetzt wurden, haben Begriffe wie "konservativ" und "Reaktionär" eine positive Bedeutung. Nicolás Gómez Dávila verstand sich als Kritiker des Marxismus, der Demokratie und eines blinden Fortschrittglaubens. Sein Denken beeinflusste stark Botho Strauß und Ernst Jünger.
Aphorismen aus dem Buch Einsamkeiten
- Ich bin wie das Volk: der Luxus empört mich nur in unwürdigen Händen.
- Nur die Güte des Starken ist unverdächtig. In der Güte des Schwachen argwöhnen wir Ideologie.
- Es gibt einen Analphabetismus der Seele, den kein Diplom heilt.
- Der Kapitalismus ist abscheulich, weil er den widerlichen Wohlstand bewirkt, den der Sozialismus, der ihn hasst, vergebens versprochen hat.
- Der Demokrat ist dazu imstande, selbst seine Interessen seinem Ressentiment zu opfern.
- Wenn ein Reaktionär von 'unvermeidlicher Reaktion' spricht, dürfen wir nicht vergessen, dass der Reaktionär in Jahrtausenden rechnet.
- Die Weisheit besteht nicht darin, sich aus Abscheu vor dem Exzess zu mäßigen, sondern aus Liebe zur Grenze.
Stimmen über Gómez Dávila
- "Der Klassenfeind greift zu den teuflischsten Mitteln. Doch: Gruß über den Graben!" (Heiner Müller)
- "Wäre ich nicht Kommunist, ich dächte ganz wie Gómez Dávila." (Gabriel García Márquez)
- "...ich möchte doch, dass diese eine und einzige Stimme, einzige überzeugende der scharfsinnigen Gläubigkeit und Gegenmoderne in unseren Tagen gehört wird. Man mag es zusehends spüren, welche Anziehungskraft von einem Denken ausgeht, das in seinem dichtesten Kern aus Unbefragbarkeit und aus Frommheit besteht..." (Botho Strauß)
Werke
Die Jahreszahlen beziehen sich auf den Zeitpunkt der deutschsprachigen Erstveröffentlichung.
- Einsamkeiten. Glossen und Text in einem. Wien: Karolinger, 1987, ISBN 3-85418-034-9
- Auf verlorenem Posten. Neue Scholien zu einem inbegriffenen Text. Wien: Karolinger, 1992, ISBN 3-85418-053-5
- Aufzeichnungen des Besiegten. Fortgesetzte Scholien zu einem inbegriffenen Text. Wien: Karolinger, 1994, ISBN 3-85418-065-9
- Texte und andere Aufsätze. Wien: Karolinger, 2003, ISBN 3-85418-107-8
- Notas. Unzeitgemäße Gedanken. Berlin: Matthes & Seitz, 2005, ISBN 3-88221-855-X
Sekundärliteratur
- Martin Mosebach: Nicolás Gómez Dávila - Einsiedler am Rand der bewohnten Erde, in: Sinn und Form, Heft 1/2005
- Nachworte in den Einzelbänden und ggf. in Aphorismusanthologien
Weblinks
- Jens Jessen: Der letzte Reaktionär, Essay in DIE ZEIT, Nr. 10/2004 vom 26. Febr. 2004
Gómez Dávila, Nicolás
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gómez Dávila, Nicolás |
| ALTERNATIVNAMEN | Gomez Davila, Nicolas |
| KURZBESCHREIBUNG | kolumbianischer Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 18. Mai 1913 |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | 17. Mai 1994 |
| STERBEORT | Bogotá |
