Trikaya
Trikaya (Sanskrit, m., त्रिकाय, trikāya, "Drei-Körper") bezeichnet die Drei-Körper-Lehre des Mahayana-Buddhismus. Die Belehrungen dazu sind sehr spezifisch und unterscheiden sich in den unterschiedlichen Richtungen des Mahayana (z.B. Reines Land, Vajrayana, Zen), aber zum Teil auch innerhalb der Lehrrichtungen der einzelnen Schulen beträchtlich.
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Vajrayana:
Die Drei-Körper-Lehre stellt die verschiedenen Verwirklichungsebenen eines erleuchteten Wesens dar. Die Körper des Dharmakaya, Sambhogakaya und Nirmanakaya sind aber nicht als voneinander getrennte Erscheinungen zu verstehen, vielmehr stellen sie verschiedene Ausdrucksebenen ein und derselben Erleuchtetheit dar.
Dharmakaya
Dharmakaya bezeichnet die ursprüngliche erleuchtete Natur des Geistes selbst. In diesem sind die fünf Geistesgifte der fühlenden Wesen (Unwissenheit, Hass, Gier, Neid und Stolz) in die ihnen zugrundeliegenden fünf Weisheitsaspekte transformiert und werden als die fünf ursprünglichen Buddhas dargestellt. Es finden sich verschiedentlich auch die Begriffe Raumkörper oder transzendenter Buddhakörper zur Beschreibung des Dharmakaya. Buddhas, die den Dharmakaya repräsentieren werden daher als Ur-Buddhas oder Adibuddhas bezeichnet.
Ikonographie
Dharmakaya-Formen werden ikonographisch in der Form der fünf ursprünglichen Buddhas dargestellt. Sie sind traditionell nur mit der Mönchsrobe bekleidet, ohne Krone, ohne Schmuck und ohne Attribute (Dorje, Glocke u.s.w.) dargestellt. Nur der Dzogchen-Ur-buddha Samantabhadra und der Bön-Dzogchen-Urbuddha Taphiritsa erscheinen nackt, Samantabhadra häufig in Vereinigung mit seiner weiblichen Ensprechung Samantabhadri.
Sambhogakaya
Sambhogakaya bezeichnet den Freudenkörper oder auch Körper der Glückseligkeit. Es handelt sich dabei um eine Art Lichtkörper oder feinstofflichen Körper, den Buddhas annehmen, um Bodhisattvas und verwirklichten Yogis zu erscheinen. Er kann von gewöhnlichen fühlenden Wesen nicht wahrgenommen werden.
Ikonographie
In der ikonographischen Darstellung der verschiedenen Buddhaformen erscheinen Sambhogakaya-Buddhaformen in ihrer friedvollen From traditionell mit dem "Schmuck des Sambhogakaya", Krone, Halsketten, Armreifen und edlen Gewändern. Zornvolle Sambhogakaya-Formen werden traditionell mit schrecklichem Gesichtsausdruck, Schädelgirlanden, einer Schädelkrone und von einem Flammenkranz umgeben dargestellt. Sambhogakaya halten meist auch verschiedene Attribute, wie Glocke, Dorje, Lotus und Weisheitsschwerter. Diese typische Darstellung wird im Verbreitungsgebiet des Mahayana-Buddhismus aber nicht stringent eingehalten, daher werden teilweise auch Formen des Dharmakaya mit den Kennzeichen des Sambhogakaya dargestellt. Teilweise haben die Buddhaformen des Dharmakaya auch Entsprechungen auf der Ebene des Sambhogakaya.
Nirmanakaya
Nirmanakaya bezeichnet den Ausstrahlungs -oder Manifestationskörper auf der Ebene der Wahrnehmung gewöhnlicher Wesen. Nirmanakayas manifestieren sich aufgrund von allumfassenden Mitgefühl und erscheinen uns in Form erleuchteter Lehrer, die gelobt haben, alle fühlenden Wesen aus dem Leidenkreislauf des Samsara zu befreien.
Wirkprinzip der Drei Buddha-Körper
Die Gestalt des historischen Buddha Shakyamuni ist nach der Drei-Körper-Lehre ein Nirmanakaya der uns erschienen ist, um uns den Weg aus dem Leidenskreislauf des Samsara zu lehren. Auf der Ebene des Sambhogakaya nahm er verschiedene Formen wie zum Beispiel Prajnaparamita oder Manjusri an, um die Lehren des Mahayana und Vajrayana an hochverwirklichte Wesen zu übertragen. Auf der Ebene des Dharmakaya repräsentiert er die erleuchtete Natur des Geistes selbst und die der fünf transzendenten Weisheiten und nimmt die Formen von Samantabhadra und der fünf ursprünglichen Buddhas an.
Grund für die Erscheinung unterschiedlicher Formen
Buddhas erscheinen, nach der Überlieferung, den fühlenden Wesen in unterschiedlichen Formen, da die geistigen Verschleierungen und die Wirkung der Geistesgifte in den Wesen sehr verschieden sind. Man kann daher sagen, daß Buddhas sich in so vielen verschiedenen Formen manifestieren, wie es die unzähligen fühlenden Wesen benötigen. So wie es für eine große Anzahl von Krankheiten verschiedene Arzneien gibt, soll es für die verschiedenen geistigen Verfassungen der fühlenden Wesen unterschiedliche Buddha-Formen geben, um die Wesen zur Erleuchtung zu führen.
