Noosphäre

Der Begriff der Noosphäre (zu altgr. nous, "Geist", "Verstand") stammt ursprünglich aus dem Kontext der Theologie und der Philosophie; er wurde erstmals 1922 von Teilhard de Chardin in seiner Kosmogenese geprägt ([1]). Noosphäre bezeichnet dort eine Phase der geistigen Entwicklung, in der die Menschheit zu einem Geist zusammenwächst. In dieser teleologischen Weltsicht ist dieses Ziel die Einheit in oder mit Jesus Christus; de Chardin bezeichnet diesen Punkt als Omegapunkt oder auch als Ziel der Geschichte.

Der russische Geologe Wladimir Iwanowitsch Wernadski nutzte den Terminus 1926 kurz darauf in seinem Buch The Biosphere, wo er die evolutionäre Umwandlung der Biosphäre in eine Sphäre der menschlichen Vernuft – die Noosphäre – bezeichnet (siehe russische Kosmologie).

Zur weiteren Entwicklung und Verwendung des Begriffs:

In der Neuzeit wurde der Begriff der Noosphäre von Medientheoretikern und Vordenkern der Open Source-Bewegung revitalisiert und mit einer veränderten, enttheologisierten Bedeutung belegt, die sich inhaltlich eher an Wernadski als an de Chardin anlehnt.

Marshall McLuhan bezeichnet die Noosphäre als "kosmische Membran, die sich durch die elektrische Erweiterung unserer verschiedenen Sinne rund um den Globus gelegt hat", also als "ein technisches Gehirn für die Welt".

Eric S. Raymond verwendet den Begriff der Noosphäre in seinem Aufsatz Homesteading the Noosphere, in dem er Probleme des Projektmanagements bei Open Source diskutiert; Noosphäre beschreibt Raymond als "den Raum aller denkbaren Gedanken N"; er unterscheidet dabei zusätzlich nach Faré Rideau zwischen Noosphäre (noosphere) und Ergosphäre (ergosphere) (vgl. [2]).

Siehe auch

Cyberspace, kollektive Intelligenz

Literatur

Weblinks

See also: Noosphäre, 1863, 1881, 1922, 1926, 1928, 1945, 1955, Cyberspace, Eric S. Raymond