Norden (Niedersachsen)

Wappen Karte
140px|Wappen 140px|Deutschlandkarte, Position von Norden hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Kreis: Aurich
Fläche: 106,33 km²
Einwohner: 25.040 (30. Juni 2004)
Bevölkerungsdichte: 235 Einwohner je km²
Höhe: 1 m über NN
Postleitzahlen: 26506, 26492-26496,
26501, 26519-26520,
26506 (alt: 298 bzw. 2980)
Vorwahl: 04931
Geografische Lage: 53° 35' n. Br.
07° 11' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: AUR
Gemeindeschlüssel: 03452019
Gliederung des
Stadtgebiets:
10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 15
26506 Norden
Website: www.norden.de
E-Mail-Adresse: stadt@norden.de
Politik
Bürgermeisterin: Barbara Schlag (ZoB)

Norden ist eine Kleinstadt in Ostfriesland im Nordwesten Niedersachsens. Die Stadt liegt direkt an der Nordsee bzw. am Wattenmeer und der Hafen im Stadtteil Norddeich ist ein wichtiger Fährhafen im Verkehr mit den Ostfriesischen Inseln. 1977 verlor die Stadt Norden den Sitz des gleichnamigen Kreises und gehört seither als selbständige Stadt und Mittelzentrum zum Landkreis Aurich.

Norden gilt als älteste Stadt Ostfrieslands und nennt neben sehr guten Badeurlaubs- und Kurbedingungen auch einige Kulturschätze sein eigen. Hierzu zählen einige bedeutende Kirchen ebenso wie alte Bürgerhäuser und eine beachtliche Zahl an Museen. Norden ist die Hauptstadt der historischen Landschaft Norderland. Schon in der Kaiserzeit wurde mit dem Slogan Das Grüne Tor zum Meer für Norden als Urlaubsort geworben.

Die Region um Norden ist vor allem geprägt durch die Landwirtschaft und den Tourismus. Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig ist der Fischfang; die Stadt besitzt etwa 26 Kilometer Deichlinie. Außerdem sind teeverarbeitende Betriebe angesiedelt (Teestadt Norden).

Im Jahr 2005 feiert Norden 750-jähriges Jubiläum seit der ersten Erwähnung des Ortes.

Inhaltsverzeichnis

Sehenswürdigkeiten

thumb|Prospekt der Arp-Schnitger-Orgel

thumb|Historische Ansichtskarte um 1925 thumb|Fährhafen Norddeich

Geschichte

Archäologische Funde aus der jüngeren Steinzeit (ca 2000 vor Christus) bezeugen, dass Norden sich auf einem sehr alten Siedlungsplatz befindet. Als Schnitt- und Endpunkt alter Handelsstraßen (Emsweg von Müster und Küstenweg von Bremen) gewann Norden schon sehr früh an Bedeutung. Vieh sowie Muschelkalk und Salz waren die Haupthandelsgüter.

1255 erhielt Norden das Stadtrecht. Das Wappen zeigt den Apostel Andreas mit dem bekannten Andreaskreuz - ein Hinweis auf die nicht mehr existierende Stadtkirche, die dem Hl. Andreas geweiht war. Die Ludgeri-Kirche war im Gegensatz zur Andreas-Kirche die Kirche des Norder Umlandes. Auch Klostergründungen verzeichnet die Stadtgeschichte: Im 11. Jahrhundert entstand am Zingel das Kloster Marienthal; die Dominikaner siedelten sich 1264 am Fräuleinshof an.

Sturmfluten des 14. Jahrhunderts führten zu einer Ausweitung der Leybucht, so dass im Südbereich der Stadt ein Seehafen entstand, der bis weit ins 19. Jahrhundert hinein Bedeutung hatte und der Stadt über einen langen Zeitraum eine wirtschaftliche Blüte bescherte. Norden besaß eine eigene Handelsflagge, unter der Norder Schiffe Nord- und Ostsee befuhren.

1744 wurde Ostfriesland - und damit auch Norden - dem Königreich Preußen eingegliedert. Nach der Napoleonischen Besatzungszeit (1806 - 1813) fiel Norden an das Königreich Hannover. 1866 (mit dem Ende des hannoverschen Königreichs fiel Ostfriesland wieder an Preußen zurück.

Ein bedeutendes Ereignis war für Norden der Anschluss an das nationale Eisenbahnnetz (1862); die Strecke wurde 1892 bis zum Norddeicher Fähranleger weiter geführt.

1905 wurde die 1998 aufgelöste Küstenfunkstelle Norddeich Radio errichtet.

Norden besaß viele Jahrzehnte hindurch eine jüdische Gemeinde, die in Norden und auf Norderney jeweils eine Synagoge betrieb. Die Synagoge in Norden wurde während der nationalsozialistischen Pogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstört. Das Schulhaus und das Wohnhaus des Rabbiners stehen noch. Ein christlich-jüdischer Arbeitskreis hat die Grundmauern der Synagoge wieder frei gelegt und auf dem Gelände ein Mahnmal für die verfolgten und brutal ermordeten ehemaligen jüdischen Mitbürger errichtet. Dagegen fanden in der Norderneyer Synagoge bereits ab 1933 keine jüdischen Gottesdienste mehr statt.

Durch den Flüchtlingsstrom der Nachkriegszeit nahm die Bevölkerung Nordens erheblich zu. Ein neuer Stadtteil - Norden-Neustadt - entstand in den 1950er Jahren.

In den 1960er und 1970er Jahren wurde in Norden eine umfangreiche Altstadtsanierung durchgeführt. Entsprechend dem damaligen Zeitgeist ging man leider wenig liebevoll mit historischer Bausubstanz um. Südlich des Marktes standen hauptsächlich aus dem 18. Jahrhundert stammende Häuser (entlang der engen Straßenzüge von Kirch-, Siel-, Uffen- und Heringstraße), die teilweise noch über offene Feuerstellen und die für Ostfriesland typischen Butzen (Wandnischen zum Schlafen) verfügten. Es wurden zahlreiche Häuser an den genannten Straßen abgerissen, lediglich an der Ostseite der Uffenstraße sowie am Burggraben wurden einige erhalten.Durch die Wohnungsbaugesellschaft "Neue Heimat" wurde auf dem nun freien Gelände ein Komplex mit Mehrfamilienhäusern und drei Wohnhochhäusern errichtet. Es wurden als weitere Maßnahme mehrere Straßen rund um den Marktplatz verbreitert. Dieser Aktion fielen erneut alte Bürgerhäuser (darunter die Tischlerei Nesso an der Einmündung Klosterstraße) zum Opfer (auch entlang Burggraben, Damm-, Schlachthausstraße), außerdem mussten die Alleebepflanzungen der Bahnhof- und Norddeicher Straße weichen. Das in den 1970er Jahren abgerissene dritte Haus der Drei Schwestern wurde 1993 wieder aufgebaut, da sich inzwischen die stadtplanerischen Strömungen in Deutschland wieder zum Konservativen hin entwickelt hatten und man nun der historisch gewachsenen Innenstadt eine ganz andere Bedeutung beimaß. Man hatte etwa in den 1970er Jahren auch den Abriss des Schönigh´schen Hauses und des Vossenhuus geplant, was aus heutiger Sicht nicht mehr nachvollziehbar ist. Damals konnte dies durch das Engagement der Bevölkerung und durch private Investoren verhindert werden. Heute ist man dabei, den Marktplatz Stück für Stück attraktiver zu gestalten, man fügt liebevoll historische Details, die verlorengegangen waren, wieder dem Stadtbild hinzu und hebt historische Merkmale besonders hervor. Das Stadtbild von Norden ist und war von jeher einem ständigen Wandel unterworfen; ob der historische und typisch ostfriesische Charme der Küstenstadt jedoch merklich darunter leidet, muss jeder für sich entscheiden. Denn auch der Charakter Ostfrieslands ist heute ein anderer als in vergangenen Tagen.

Durch die niedersächsische Kreis- und Kommunalreform verlor Norden seinen Kreissitz an Aurich, gewann aber eine Reihe von umliegenden Gemeinden als neue Stadtteile hinzu. Heute wohnen in Norden etwa 26.000 Einwohner. Die Stadtfläche beträgt 101 km², von denen etwa 50 km² seit 1430 dem Meer abgerungen worden sind. Etwa 28 Kilometer der Norder Stadtgrenze werden durch den Seedeich gebildet.

Stadtteile

Stadtteile Alt-Nordens vor der Kommunalreform

(die folgenden alten Stadtteile zählen heute mit zur Innenstadt (Altstadt); sie werden gemeinhin nicht als gesonderter Stadtteil angeführt und sind verwaltungstechnisch nunmehr ohne Bedeutung, was sie zu historischen Begriffen macht)

Neue Stadtteile Nordens nach der Kommunalreform

(alle heutigen Stadtteile mit Ausnahme von Bargebur waren vor der Reform eigenständige Gemeinden, der Stadtkern an sich zählt nicht als Stadtteil)

Persönlichkeiten

Städtepartnerschaft

Kirchengemeinschaften

Eines der besonderen Kennzeichen der Stadt Norden ist die Vielzahl an Kirchen- und Religionsgemeinschaften.

Volkskirchen

Gemeinschaften innerhalb der evangelischen Landeskirchen

Freikirchen

Andere Religionsgemeinschaften

Siehe auch

Weblinks





Kategorie:Ort in Niedersachsen Kategorie:Ostfriesland Norden (Stadt) Kategorie:Ort mit Seehafen

See also: Norden (Niedersachsen), 11. Jahrhundert, 1255, 1264, 13. Jahrhundert, 1744, 18. Jahrhundert, 1806