Nördliche Kalkalpen
Nördliche Kalkalpen ist der Oberbegriff aller durch Kalkstein geprägten Gebirgsketten der nördlichen Ostalpen. Sie erstrecken sich vom Alpenrheintal im Westen bis an den Rand des Wiener Beckens im Osten. Politisch gehören die Nördlichen Kalkalpen somit überwiegend zu Österreich, im übrigen zu Bayern. Höchster Gipfel ist die Parseierspitze in den Lechtaler Alpen (3.036 m).
Von den Schweizer Kalkalpen gehören nur die Südabstürze des Rätikons noch zu den Ostalpen und damit zu den Nördlichen Kalkalpen. Im übrigen sind die Kalkalpen der Schweiz und Frankreichs Teil der Westalpen und zählen somit nicht zu den Nördlichen Kalkalpen.
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Gesteine der Nördlichen Kalkalpen
Während die Zentralalpen meist aus Kristallingestein (Granit, Gneis) oder Schiefer bestehen (zum Beispiel Hohe Tauern), sind die Kalkalpen aus hellerem und poröserem Gestein aufgebaut. Außer Kalkstein kann es auch Dolomit und Mergel sein, teilweise Sandstein und Tonschiefer, sowie die Minerale Calcit, Quarz und Fluorit.
Verlauf der Nördlichen Kalkalpen
Die Nördlichen Kalkalpen erstrecken sich vom Alpenrheintal in einer Breite von 25 bis 45 km durch Vorarlberg, Tirol, die bayerischen Bezirke Schwaben und Oberbayern, durch Salzburg, die nördliche Steiermark, Ober- und Niederösterreich. Jenseits des Wiener Beckens taucht nochmals Kalk im Leithagebirge des Burgenlandes auf.
Im Süden werden die Nördlichen Kalkalpen von einer markanten Längsfurche begleitet, im Westen zunächst von der Arlberglinie, nach Osten anschließend dann von Landeck über Innsbruck bis Wörgl vom Inntal. Weiter ostwärts verläuft die Furche weniger markant über St. Johann und Dienten nach Bischofshofen, folgt dann wieder sehr markant dem oberen Ennstal bis etwa zur Pyhrn-Autobahn, anschließend über den Schoberpaß an die Mur, und über den Semmering bis gegen Wiener Neustadt. Lediglich das Rätikon ganz im Westen ist ohne eine entsprechende Abgrenzung nach Süden.
Die Gipfelhöhen der Nördlichen Kalkalpen sind zwischen Alpenrhein und Steiermark im wesentlichen bei etwa 2700 - 3000 m konstant und nehmen dann ostwärts gegen das Wiener Becken bis auf rund 2000 m ab. Die hohen Ketten der Nördlichen Kalkalpen werden nördlich von den niedrigeren, bewaldeten, etwa 1700 m hohen Kalkvoralpen begleitet.
Gebirgsgruppen
Die Nördlichen Kalkalpen beginnen im Westen mit dem Rätikon (Schesaplana, 2.965 m), sowie, nördlich davon, mit dem Lechquellengebirge. (Die Zuordnung des Bregenzer Waldes zu den Nördlichen Kalkalpen ist aus geologischen Gründen eher zweifelhaft.) Östlich des Flexenpasses schließen sich die Lechtaler Alpen (Parseierspitze, 3.036 m) an sowie - nördlich des Lechtals - die Allgäuer Alpen. Jenseits des Fernpasses folgen die Nordtiroler Kalkalpen, nämlich Wettersteingebirge (mit der Zugspitze, 2.963 m) und Karwendel.
Parallel dazu im Norden liegen die Ammergauer Alpen, das Estergebirge und die Bayerischen Voralpen mit dem Mangfallgebirge (Wendelstein).
Östlich des Inn-Durchbruchs liegen Kaisergebirge sowie die Loferer und Leoganger Steinberge, nördlich begleitet von den Vorbergen der Chiemgauer Alpen, dann die Berchtesgadener Alpen mit dem Watzmann (2.713 m) und dem Hochkönig-Massiv (2.950 m).
Östlich der Salzach folgen Tennengebirge und Dachstein (2.997 m), nördlich begleitet von den Bergen des Salzkammerguts. Weiter östlich folgen das Tote Gebirge (bis 2.515 m), die nördlichen Ennstaler Alpen (Gesäuse) und der Hochschwab. Nördlich davon liegen die Oberösterreichischen Voralpen wie die Ybbstaler Alpen, die Türnitzer Alpen, und die Mürzsteger Alpen (Schneealpe).
Östlich der Mürzsteger Alpen in Richtung Wien liegen dann Rax und Schneeberg (2.075 m) und die Gutensteiner Alpen sowie ihre Ausläufer im südlichen Wienerwald.
Geologie
Die Nördlichen Kalkalpen sind im Gegensatz zu den Kalkalpen der Schweiz (Helvetikum) nicht, auch nicht annähernd, autochton, sondern von Süden her überschoben. Im Süden grenzen die sie an ihre ursprüngliche geologische Unterlage, eine Grauwackenzone. Sie sind ein typisches Deckengebirge, das durch Aufschiebung über die Zentralalpen auf die nördlich gelegene Flyschzone und die Molasse entstand.
Wesentliche Bestandteile sind Gesteine des Mesozoikums, zu denen die alpine Trias die größten Kalkmassen beisteuert. Bekannte Formationen und stratigrafisch markante Ausbildungen sind der Wettersteinkalk, die Werfener Schichten und Lunzer Schichten, sowie Dachsteinkalk und Hauptdolomit).
Es handelt sich um das Ostalpin.
Im Gegensatz dazu bestehen die schweizerischen Kalkalpen (Helvetikum) fast ausschließlich aus Kalken der Jura- und Kreidezeit.
Die folgende Karte ist im Hinblick auf das dort fehlende Rätikon und den zu Unrecht vermerkten Bregenzer Wald nicht ganz korrekt, vermag aber im übrigen einen guten Überblick über die Lage der einzelnen Gebirgsgruppen zu geben.
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(Legende siehe Text)
Gliederung
(von Ost nach West)
- Wienerwald (1) (ein Teil des Wienerwaldes befindet sich aber schon in der Flyschzone)
- Gutensteiner Alpen (2)
- Rax und Schneeberg (3)
- Mürzsteger Alpen (Schneealpe)(4)
- Türnitzer Alpen (5)
- Ybbstaler Alpen (6)
- Hochschwab (7)
- Ennstaler Alpen (mit Gesäuse) (8)
- Oberösterreichische Voralpen (9)
- Totes Gebirge (10)
- Dachstein (11)
- Salzkammergut-Berge (12)
- Tennengebirge (13)
- Berchtesgadener Alpen (14)
- Loferer und Leoganger Steinberge (15)
- Chiemgauer Alpen (16)
- Kaisergebirge (17)
- Brandenberger Alpen oder Rofangebirge (18)
- Bayerische Voralpen (Mangfallgebirge, Estergebirge, ...) (19)
- Karwendel (20)
- Wettersteingebirge (21)
- Ammergauer Alpen (22)
- Allgäuer Alpen (23)
- Lechtaler Alpen (24)
- Lechquellengebirge (25)
- Bregenzerwald (26) (ein Teil befindet sich in der Flyschzone)
Hinweis: Die Berchtesgadener-, Chiemgauer-, Ammergauer- sowie Teile der Allgäuer Alpen und anderer Gebirgseinheiten werden oft auch als Bayerische Alpen bezeichnet. Für die Berchtesgadener Alpen, die Loferer und Leoganger Steinberge, Tennengebirge und die Berge des Salzkammerguts wird oft der Begriff Salzburger Kalkalpen verwendet.
Kategorie:Alpen
Kategorie:Region in Österreich
