Normannen

thumb|300px|Normannische Herrschaftsgebiete im 12. Jh. Normannen sind im heutigen französischen Sprachgebrauch (normands) die Bewohner der Normandie. Tatsächlich ist die Normandie nach den „Nordmännern“ benannt, einer Gruppe von Wikingern, die, aus Skandinavien kommend, in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts kriegerisch in Nordfrankreich eindrangen und schließlich unter Herzog Rollo im Jahr 911 durch den Vertrag von St. Claire-sur-Epte das untere Seine-Becken von Karl III. von Frankreich als Lehen empfangen.

Die Normannen nahmen die französische Sprache an und entwickelten eine eigenständige kulturelle Identität, die sie sowohl von ihren skandinavischen Vorfahren wie auch von ihren frankogallischen Nachbarn unterschied.

Einzelne Normannengruppen dehnten mit dem beginnenden 11. Jahrhundert ihre Streifzüge bis in den Mittelmeer-Raum aus und setzten sich um Aversa und Capua fest. Schließlich gelangten sie in beinahe ganz Süditalien und Sizilien, das sie von den Sarazenen eroberten, an die Herrschaft (siehe auch: Apulien, vor allem Geschichte 1000-1050).

Im Jahr 1066 eroberte der normannische Herzog Wilhelm der Eroberer England. Das Nebeneinander von normannischem, französischsprachigem Adel und einheimischer, altenglischsprachiger Bevölkerung hat die englische Sprache bis auf den heutigen Tag entscheidend geprägt.

In mittelalterlichen Chroniken werden die Bezeichnungen Normanne und Nordmanni oft als Synonyme für Wikinger oder Skandinavier verwendet.

Literatur


Siehe auch: Al-Madjus, Theelacht.

See also: Normannen, 1066, 11. Jahrhundert, 9. Jahrhundert, 911, Adel, Al-Madjus, Altenglisch, Apulien, Capua