Nürburgring
thumb|300px|Der neue Nürburgring Der Nürburgring ist eine legendäre Rennstrecke in der Eifel, die am 18. Juni 1927 eingeweiht wurde. Im Jahre 1984 wurde an gleicher Stelle die zum damaligen Zeitpunkt "modernste und sicherste Grand-Prix-Strecke der Welt" eröffnet.
Benannt wurde "der Ring" nach der Burgruine Nürburg bzw. der gleichnamigen Ortschaft, die ebenso wie Quiddelbach, Herschbroich und Breidscheid im Innern der heute 20,8 Kilometer langen Nordschleife liegen.
Die erste "Gebirgs-, Renn- und Prüfungsstrecke" in der Gegend zwischen Adenau und Mayen, mit ihren vielen Kurven, Gefällen und Sprunghügeln, galt jahrzehntelang in ihrer ursprünglich 22,8 km langen Nordschleifen-Variante als einer der schwierigsten Grand-Prix-Kurse der Welt und wurde deswegen auch als "Grüne Hölle" bezeichnet. Der zu bewältigende Höhenunterschied beträgt fast 300 Meter.
Zudem gab es eine weniger bekannte 7,7 km lange Südschleife und die selten genutzte Möglichkeit, beide zu einem ca. 28 km langen Kurs zu verbinden. Hin und wieder wurden aber auch Sprintrennen auf einem nur 2,2 km langen Kurs im Start-Ziel-Bereich veranstaltet.
Der Argentinier Onofre Marimón verunglückte 1954 tödlich auf dem Nürburgring. Die enge, von Hecken umsäumte Strecke geriet seit Ende der 1960er-Jahre angesichts der immer schnelleren Fahrzeuge zunehmend in die Kritik. Im Jahre 1970 erwirkten die Formel-1-Fahrer kurzfristig einen Boykott, worauf der Große Preis von Deutschland vorübergehend an den Hockenheimring verlegt wurde. Nach Umbauarbeiten 1970/71 kehrte die Königsklasse für zweimal drei Jahre in die Eifel zurück, wobei allerdings jeweils weitere Umbaumaßnahmen verlangt wurden. Aufgrund der Hanglage können an vielen Stellen jedoch keine der geforderten breiten Auslaufzonen erstellt werden, da dies enorme Erdbewegungen erfordern würde. Zudem hatten die Ambulanzen bei Unfällen immer kilometerlange Wege zurückzulegen.
So stand schon vorher fest, dass die Formel 1 aufgrund dieser Sicherheitsmängel ihren letzten Lauf am 1. August 1976 dort austragen würde. Dieses Rennen wurde dann zusätzlich vom schweren Feuerunfall Niki Laudas überschattet, der aber nicht, wie immer noch häufig und gerne kolportiert wird, ursächlich für die endgültige GP-Verlegung nach Hockenheim war.
Die Motorrad-WM trug zuletzt 1980 einen Grand Prix dort aus. Andere Rennserien (Formel 2, DRM, 1000-km-Rennen, Sportwagen usw.) fuhren trotz großer Bedenken noch bis zum Jahre 1983 auf der Nordschleife. Sogar während der laufenden Umbauarbeiten, nun allerdings mit einer provisorischen Boxenanlage. thumb|300px|Grand Prix Strecke ab 2002 Im Jahre 1984 wurde dann auf dem Gelände der bisherigen Start-Ziel-Schleife die moderne, ca. 4,5 km lange Grand-Prix-Strecke eingeweiht. Dazu wurde die ursprüngliche Südschleife aufgegeben, die zum größten Teil in die neue Grand-Prix-Strecke oder in öffentliche Zufahrtswege aufging und nur noch sehr selten reaktiviert wird. Der neue Grand-Prix-Kurs wurde im Jahre 2002 mit dem Bau der Mercedes-Arena auf ca. 5,1 km erweitert. Hier wird seit 1995 jährlich der Formel-1-Grand Prix von Europa ausgetragen (1997 und 1998 jedoch als "Großer Preis von Luxembourg", da der Große Preis von Europa 1997 in Jerez [Spanien] als Saisonabschluss und 1998 gar nicht ausgetragen wurde), mit 60 Runden und einer Gesamtdistanz von 308,863 km. Aber auch diverse Motorrad-, Truck- und DTM-Rennen sind auf dem Nürburgring zu Hause. Im Bereich Müllenbach gibt es neben dem normalen Asphaltkurs zusätzliche Schotterpassagen, wodurch hier auch Rallycross-Rennen organisiert werden können. Außerdem fand in diesem so genannten Rallycross-Stadion Müllenbachschleife im Jahre 1989 das zweite Race of Champions der Autosport-Geschichte statt.
In Verbindung mit der jetzt noch 20,8 km langen reinen Nordschleife können 24 bzw. 26 km lange Varianten kombiniert werden, auf denen Tourenwagen mehrstündige Langstreckenrennen austragen; und zudem das 24-Stunden-Rennen, das im Jahr 2004 ca. 220.000 Zuschauer anlockte (deutlich mehr als die Formel 1, die wesentlich höhere Eintrittspreise verlangt). Hier fahren rund 220 Autos, vom 100-PS-Kleinwagen über DTM-Werksautos bis hin zum 700 PS starken Turbo-Porsche, gleichzeitig um die Wette, wobei sich jeweils über 700 Fahrer (Amateure und Profis) an den Lenkrädern ablösen.
Abends und an Sonntagen kann jedermann gegen eine Gebühr von 15 Euro pro Runde plus 4,50 Euro Bearbeitungsgebühr (Stand: Juni 2005) mit seinem Straßenfahrzeug auf der "berühmt-berüchtigten" Nordschleife fahren. Genutzt wird die gesamte Strecke auch für Sportfahrerlehrgänge, bei denen Rennfahreraspiranten und Rennsport-Interessierte die Ideallinie auf dem Ring erlernen können.
Sehr bekannt ist auch das Musikfestival Rock am Ring, das jährlich am Pfingstwochenende auf dem Nürburgring stattfindet. Zu diesem mehrtägigen Pop-Event treffen sich jeweils tausende Besucher und zelten dabei sogar auf der Rennstrecke selbst.
Auf dem Nürburgring fand außerdem schon dreimal (in 1927, 1966 und 1978) die Straßenrad-Weltmeisterschaft statt.
Literatur
- Michael Behrndt, Jörg-Thomas Födisch: 75 Jahre Nürburgring; Heel Verlag; 2002; ISBN 3898800830
Weblinks
Koordinate: 50.33_N;_6.95_O
Kategorie:Motorsport
