Schwäbische Dialekte

385px|thumb|Das Schwäbische innerhalb der oberdeutschen Sprachengruppe Schwäbisch ist eine im südlichen Bereich von Baden-Württemberg, aber auch in Teilen Bayerns gesprochene Gruppe von Dialekten und gehört zu den alemannischen oberdeutschen Großdialekten.

Die schwäbischen Dialekte unterscheiden sich z.T. erheblich. Besonders charakteristisch ist die Unterscheidung nach den Formen des Partizips Perfekt von "sein" in gwä (gewesen) und gsi (gewesen). Die Gsi-Gruppe ist sprachgeschichtlich näher mit dem Schweizerdeutsch und dem Alemannischen verwandt.

Weitere Charakteristika sind unter anderem:

Darüber hinaus ist bemerkenswert, dass im Schwäbischen eine Reihe hochdeutscher Wörter abweichende Bedeutungen haben (die folgenden Beispiele sind rein inhaltlich zu verstehen und nicht auf die Aussprache bezogen):

Dialektgruppen sind

Schwäbischexperten können die Herkunft einer Person von der schwäbischen Alb dank ihres Dialekts überraschend zuverlässig genau einem Ort (schwäbisch "Fleckâ") zuordnen. Dabei spielt u.a. die Aussprache von "nicht" als "nedd", "nedda", "edd", "edda", "nitt", "idd", "idda", "itt" oder "itta" eine Rolle. Leider verschwinden diese Feinheiten der Sprachkultur in den jüngeren Generationen immer mehr. Die Unterschiede zeigen sich auch darin, dass selbst eingeborene Stuttgarter kaum einen Satz verstehen, wenn ein sogenannter Älbler richtig loslegt.

In diesem Zusammenhang interessant ist auch die unterschiedliche Färbung des Schwäbischen je nach Religionszugehörigkeit des Sprechenden. In den altwürttembergisch = evangelischen (Lutherischen) Orten ist die Aussprache einiger Wörter anders als in den katholischen Orten. Th. Troll führt das auf den Predigtstil der Pfarrer zurück. Beispiele :

In vielen Gemeinden gibt es Spitznamen für die Einwohner wie z.B. Spandale, Spältleskucker oder Loable, die mit der eigentlichen Ortsbezeichnung nichts gemein haben. Diese Namen finden auch oft in den Namen von Narrenzünften verwendung.

Im Schwäbischen gibt es insbesondere eine reiche Anzahl an derben Redewendungen mit denen sich hervorragend schimpfen lässt. ("Dir schlage d´Leif ab, daß de uff de Schdomba hoimquaddla muasch.", "Des isch vrschdônga ônd vrloga!", "Dem henge s Greiz aus!", "Mir gôht glei dr Gaul durch.", "Wenn du so lang wärsch wia bleed, nô könnsch dr Mond am Arsch lägga.", u.v.m.) Zugezogene werden als "Reigschmeckte" bezeichnet, was natürlich als Makel gilt, der frühestens - wenn überhaupt - nach mehreren Jahren der Integration behoben werden kann. Auffallend ist in diesem Zusammenhang auch die vielfalt scheinbarer Schimpfworte, so hat das Wort "Siach", was auf Hochdeutsch soviel wie Strolch heißen würde, mehrere Bedeutungen von denen auch einige positiv sind. Da dies stark von der Betonung abhängt, ist es vor allem für "Reigschmeckte" eher schwierig, sich einzuleben.

Drei bekannte schwäbische Zungenbrecher:

Schwaben gelten als wortkarg mit trockenem Humor. So lässt sich die allgemeine Relativitätstheorie in einen Satz fassen: "Wenn du Dei Nôs in mein Arsch stecksch, nô hann i a Nôs em Arsch ond du a Nôs em Arsch, aber i bin reladief besser drâ."

Auch ist eine interessante Eigenheit der schwäbischen Sprache, die etwas exotische Definition des Begriffs Preuße - auf schwäbisch "Preuiß". Besonders im West-Allgäu sind Preußen alle Bewohner Deutschlands nördlich der Donau. Dass der Schwabe eine Abneigung gegen die "Preuißeh" hat, thematisiert ein bekannter schwäbischer Witz: Frieher wo im Allgai d'Wiehse noh grie wahret ond ma s'wasser us di'bächle noh saufe hot känne, hot amol en mah ebe aus so em bächle saufe welle. jetzt hot halt grad en bauer weiter oba am bach sei pschitfass laufe lasse. do schreit er nab: "kruzie, it saufe, isch giftig". da antwortet d'mah: "Was haben sie gesagt, guter Mann?". "Mit boide händ saufe".

Schwäbische Mundartdichter

Weblinks

[1] Webseite eines Schwaben mit Hintergrundinfos und Wörterbuch Kategorie:Dialekt

See also: Schwäbische Dialekte, Alemannische Dialekte, Allgäu, Baden-Württemberg, Bayern, Dialekt, Niederalemannisch, Oberdeutsch, Regierungsbezirk, Schwaben