Ochlokratie
Unter einer Ochlokratie (griechisch οχλοκρατία, von όχλος, óchlos - (Menschen-)Menge, Pöbel, Masse sowie κρατία, kratía - Herrschaft) versteht man die Herrschaft der Masse, des Pöbels. Die staatliche Gewalt geht dabei von den besitzlosen Klassen aus.
Die Ochlokratie gilt als eine Entartung der demokratischen Staatsform.
Der Begriff geht indirekt auf den antiken griechischen Philosophen Aristoteles zurück. Dieser beschrieb die Politie (gr. polis: Die Stadt) und die Demokratie (gr. demos: Das Volk) als die "gute" und die "schlechte" Variante einer Staatsform, in der viele herrschen. Wohlgemerkt war hier die Demokratie (die Volksherrschaft) als schlechte Variante gemeint.
Folgende Tabelle verdeutlicht dies:
| Anzahl der Herrscher | Bonum communis
(= Gemeinwohl) | Eigennutz |
| Einer | Monarchie | Autokratie |
| Wenige | Aristokratie | Oligarchie |
| Viele/Alle | Politie | Demokratie |
Der Begriff Demokratie wurde später jedoch positiv besetzt. Nun meinte man mit der Demokratie quasi die aristotelische, positive Politie. Die von Aristoteles abfällig Demokratie genannte Staatsform wird nun Ochlokratie genannt, dieser Begriff findet sich bei Aristoteles aber nicht.
